Vielleicht kennst du dieses Gefühl: Du bist alleine, während die anderen immer zusammen sind. Du hast das Gefühl, du bist nie wirklich dabei, wenn es cool oder interessant wird. Die anderen sind irgendwie anders – oder bin ich derjenige, der anders ist?
Ich kenne dieses Gefühl auf verschiedenen Ebenen ziemlich gut. Als blinder, schwarzer Mensch, der als Adoptivkind auf dem hessischen Land aufgewachsen ist, gehört das Gefühl von Einsamkeit und Ausgrenzung fast schon natürlich zu meinem Leben dazu. Es gab und gibt viele Momente, in denen ich mich frage: Wo ist eigentlich mein Platz? Gibt es Menschen, die mich so annehmen, wie ich bin – mit all meiner Geschichte, meiner Blindheit, meinen Ängsten und Zweifeln?
Wenn das „Anderssein“ zur Last wird
In unserer Gesellschaft wird uns oft eingeredet, wir müssten nur unser eigenes Ding machen und uns selbst verwirklichen. Aber machen wir uns nichts vor: Selbstverwirklichung ist nur so lange cool, wie man Menschen um sich hat, die einen unterstützen und lieben. Wenn man aber immer der „Uncoole“ ist, dem man von vornherein sagt: „Du schaffst das eh nicht“, dann wird das Leben zu einem einsamen Kampf, der unfassbar müde macht.
Ich erlebe das heute noch im Studium, wenn in Vorlesungen Grafiken gezeigt werden, die für alle anderen einleuchtend sind, während ich daneben sitze und keine Ahnung habe, worüber gerade gesprochen wird. In einem vollen Hörsaal kann man sich extrem einsam fühlen, wenn die Welt um einen herum visuell verschlossen bleibt.
Dein Wert ist kein leistungsorientiertes Urteil
Die schwierigste Erfahrung ist für mich oft gar nicht die Blindheit selbst, sondern das Urteil der Mitmenschen. Sätze wie „Du bist nicht gut genug“ oder „Wir haben keine Verwendung für dich“ habe ich leider viel zu oft gehört.
Aber ich habe eines gelernt: Mein Wert hängt nicht davon ab, was andere in mir sehen. Ich bin zutiefst davon überzeugt, dass Gott jeden einzelnen von uns mit einem breiten Lächeln im Gesicht geschaffen hat. Dieses Lächeln ist das, was in uns scheint – völlig unabhängig davon, ob wir gut in Mathe, im Fußball oder im Job sind.
Warum wir einander wirklich „sehen“ müssen
Wir leben in einer Macher-Gesellschaft, die immer sofort eine Lösung parat haben will. Wenn ich jemandem von meinem Schmerz erzähle, höre ich oft: „Stell dich nicht so an, das kennen wir doch alle“. Aber das ist die uneinfühlsamste Antwort, die man geben kann.
Was wir wirklich brauchen, ist nicht die schnelle Lösung einer KI oder ein Standard-Tipp. Wir brauchen Menschen, die einfach mit uns in der Situation sind. Menschen, die uns das Gefühl geben: „Ich höre dir zu, du bist gesehen, und deine Sorgen haben einen Platz“.
Wie wird man vom Außenseiter zum Hoffnungsträger?
In der neuen Podcast-Folge von „blind geglaubt“ nehme ich dich mit auf meinen ganz persönlichen Weg durch diese Täler. Ich erzähle dir:
- Warum die Ukulele und die Gitarre in einsamen Nächten meine Rettung waren.
- Wie ehrliches Klagen vor Gott mir geholfen hat, wieder aufzustehen.
- Und wie wir es schaffen, den Blick von uns selbst weg auf die Menschen am Rand zu richten, um gemeinsam Einsamkeit zu überwinden.
Bist du bereit für einen Perspektivwechsel? Dann hör jetzt in die neue Folge rein.
Mehr von Blind geglaubt:
- Website & Blog: Auf derperspektivwechsel.com findest du weitere Impulse rund um meinen Weg als blinder Pastor in Ausbildung.
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Bleib hoffnungsfroh,
Dein Johannes von Blind geglaubt