Mein Gott ist größer

„…Mein Gott ist größer als Lüge, Größer als Hass, größer als Tod und Gewalt, Größer als jeder Umstand, größer als Angst. Mein Gott ist der Größte.“ (aus: Mein Gott ist Größer von glaubenszentrumlive )


Die letzten Wochen und Monate waren für mich alles andere als leicht. Manche stürme im Leben reißen einem den Boden unter den Füßen weg und es fühlt sich so an, als wäre man Den Krisen schutzlos und hilflos ausgeliefert. Genau so fühlt es sich gerade für mich an.In den letzten Wochen habe ich mich oft gefragt, warum Gott nicht Heilung schenkt, warum er nicht Krisen verhindert oder warum es gerade so aussieht, als würden sich seine Zusagen doch nicht erfüllen. Schwere Zeiten gehören auch zu einem Leben mit Jesus dazu, Gott hat uns nie versprochen, dass das Leben nur noch eine große Party wird, wenn wir uns einmal für ihn entschieden haben und auf ihn vertrauen. Aber er hat uns versprochen, dass er auch dann treu an unserer Seite steht, wenn sich das Leben wie eine Niederlage anfühlt und es so aussieht, als würden die stürme uns überwältigen. Das ist und bleibt meine einzige Hoffnung: dass Gott auch jetzt größer ist als meine Sorgen, Probleme und Ängste und er mich dadurch tragen wird und Gottes Licht in meinem Herzen scheint. Gott ist dann stark für mich, wenn ich selber nicht mehr die Kraft dafür habe und er trägt mich durch, wenn ich das Gefühl habe in einen tiefen Abgrund zu fallen. Gott ist größer und stärker und er hat einen Weg für mich, für dich und für uns alle raus aus den schwierigen Zeiten rein in den strahlenden Sonnenschein seiner Liebe.


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Von blind-Dates und liebe die blind macht

Heute ist es mal wieder soweit! Der Tag, der jedes Jahr bei manchen für große Glücksgefühle sorgt und bei anderen nur zu Kopfschütteln oder Ablehnung führt ist gekommen. Die Rede ist vom Valentinstag, dem Tag der Liebe und Liebenden. Für mich ist dieses Ereignis Grund genug über das Thema Liebe bei blinden Menschen zu schreiben und dabei mit so manchen Vorurteilen aufzuräumen.

Wie verlieben sich Blinde? Was finden blinde Menschen am anderen Geschlecht attraktiv? Sind blinde Menschen wirklich nicht oberflächlich und schauen nur auf die inneren Werte? Wie verhält es sich mit der Sexualität? Und was halten blinde Menschen von Sprüchen wie „Liebe macht blind?“

Es gibt ziemlich viele Fragen, zu denen ich etwas schreiben könnte. Zunächst ist aber entscheidend, dass nicht alle blinden Menschen gleich sind. Das zeigt sich besonders bei so persönlichen Themen wie die Liebe. Das was für mich große Bedeutung hat kann für einen anderen Blinden völlig bedeutungslos sein. Wenn ich hier über das Thema Blindheit und die Liebe schreibe berichte ich deshalb sehr viel von meinen eigenen Erfahrungen und Emfindungen. Manches davon mag auch für andere Blinde gelten, manches hat auch gar nichts mit einer Behinderung zu tun. Aber lies selbst:

Liebe ist Liebe

Bevor wir über die Unterschiede beim verlieben und lieben zwischen blinden und sehenden Menschen sprechen, möchte ich erst einmal über etwas reden, was für alle gleich sein dürfte; nämlich die Liebe als Gefühl selbst. Als ich noch in einer Beziehung war wurde ich immer wieder gefragt, wie denn eine Beziehung mit einer sehenden Frau funktionieren kann? Seit dem ich wieder alleine bin und das Thema Partnersuche wieder aktueller geworden ist fragen mich die Leute, wie sich denn Blinde Menschen verlieben können? Die Antwort darauf ist verblüffend einfach: „Love is the answer!“ Liebe ist Liebe! Liebe ist etwas, was mit starken Emotionen, Gefühlen und der Zuneigung zu einer anderen Person zu tun hat und das funktioniert bei blinden Menschen genau so wie bei nicht blinden Menschen. Liebe kennt keine Behinderung, keine Hautfarbe und keine Nationalitäten. Liebe ist etwas zutiefst menschliches. Das ist eine von vielen tollen Eigenschaften von Liebe. Da blinde Menschen genauso lieben können wie sehende Menschen reagieren viele blinde oft eher genervt auf Sprüche wie Liebe macht blind, deshalb müssen blinde Menschen ja voll von Liebe sein. Wenn ich hier also über blinde Menschen und Liebe schreibe sollte man dies immer im Hinterkopf behalten. Wir kommen später nochmal darauf zurück… ich denke dass der Spruch eher ausdrücken soll, dass man im verliebten Zustand nur noch Sinn für den Partner der Wahl hat und das Leben außen rum völlig ausblendet und manchmal auch über Eigenschaften des Partners hinweg sieht, die einem ansonsten vielleicht eher unsympathisch sind.

Nachdem wir das mit den Gefühlen geklärt haben können wir auch über so manche unterschiede beim lieben sprechen. Und die begegnen uns beispielsweise, wenn wir darüber reden, was ich als blinder Mann an einer Frau attraktiv finde. Während sich bei sehenden Menschen vieles um das aussehen dreht stehen für mich andere Dinge im Mittelpunkt. So interessiert mich in erster Linie die Stimme einer Frau. Die Stimme des Gegenübers ist für mich vermutlich dass, was für sehende Menschen die Körperfigur ist. Und hier lässt sich auch gut erkennen, dass eben nicht jeder blinde die gleichen Vorlieben hat. Während der eine eher auf hohe Stimmen steht fühlt sich ein anderer stärker von einer tieferen Stimme hingezogen. Ich finde die Stimme von MenschenDie stimme eines Menschen ist genauso individuell wie das Aussehen.Aber nicht nur der klang der Stimme ist interessant, sondern auch Dinge wie Sprachmelodie, Sprechgeschwindigkeit und Aussprache. Auch hier gibt es keine allgemein gültigen Merkmale, die für alle blinden Menschen gleich spannend sind. Neben der Sprachmelodie achte ich zum Beispiel besonders auf das Lachen einer Frau. Ich finde die Stimme von Menschen immer etwas ganz besonderes. Die sehenden sagen immer, die Augen eines Menschen wären der Spiegel der Seele, Weil Mann durch die Augen sehen kann, wie es einem Menschen wirklich geht. Ich würde sagen: der wahre Spiegel der Seele ist die Stimme. Meistens kann man an Der Art, wie jemand spricht sehr gut heraus hören, ob es der Person gerade gut geht, ob sie glücklich ist oder ob sie traurig ist. Wenn ich an eine bestimmte Person denke, egal ob an gute Freunde oder die attraktive Frau, die mir gestern in der U-Bahn gegenüber saß, denke ich in der Regel als erstes an ihre Stimme und die Art, wie sie spricht. Über die Stimme kann man unglaublich viel über eine andere Person wahrnehmen, ähnlich wie sehende Menschen vielleicht über Den Blickkontakt und Mimik und Gestik sehr viel über ihr gegenüber herausfinden. Das ist im übrigen auch der Grund, weshalb ich ein großer Fan von Sprachnachrichten in WhatsApp oder telefonieren bin.

Eine weitere wichtige Sache ist für mich der Geruch einer Frau. Und das ist gar nicht so komisch oder ausgefallen, wie es vielleicht im ersten Moment klingen mag. Wenn ich Menschen erzähle, dass der Geruch für mich eine sehr wichtige Rolle bei der Partnersuche spielt reagieren die aller meisten sehr verwunderlich und fragen, ob sie stinken würden. Dabei geht es hier um ganz andere Dinge. Es geht um den ganz eigenen natürlichen Körpergeruch eines jeden. Und da gibt es erstmal niemanden, der von Natur aus stinkt. Ähnlich wie bei der Stimme oder auch für sehende bei der Körperfigur gibt es Gerüche, die ich attraktiver finde und Gerüche, die mich weniger stark anziehen. Übrigens haben Wissenschaftler herausgefunden, das beim verlieben Pheromone eine entscheidende Rolle spielen. Pheromone sind im Grunde genommen die Duftstoffe des eigenen Körpers, die jeder von uns abgibt. Wenn sich zwei Menschen begegnen steigen uns die Pheromone in die Nase. Beim verlieben spielt dies eine wichtige Rolle. So entscheidet unser Gehirn u.A. anhand der Pheromone, ob wir unseren gegenüber auch sexuell anziehend finden oder nicht. Dies geschieht in Sekundenschnelle noch bevor Menschen miteinander gesprochen haben und zumeist auch bevor man den ersten intensiveren Blickkontakt hatte. Zudem ist keiner unserer Sinne so stark mit dem Gehirn verknüpft wie unser Geruchssinn. Ich merke das daran, dass mir der Geruch einer Frau neben der Stimme am meisten in Erinnerung bleibt. Und ob ich eine Frau attraktiv finde merke ich meistens als erstes am Geruch, noch bevor ich ihre Stimme höre oder mir darüber im Klaren bin, dass ich sie auch von ihrer Stimme her attraktiv finde. Du merkst: so seltsam ist es also gar nicht, wenn dir eine blinde Person sagt, für sie sei der Geruch einer Person wichtig. Und da haben wir wieder etwas gefunden, was bei blinden und sehenden Menschen grundsätzlich gleich ist. Der Unterschied liegt hierbei eigentlich nur darin, dass ich als blinder bewusster auf den Geruch achte, während er bei sehenden Menschen zunächst eher unterbewusst eine Rolle spielt.

Nach dem kurzen Exkurs in den Biologieunterricht wenden wir uns nun wieder praktischeren Fragen zu und wollen die frage klären, ob es stimmt, dass blinde Menschen grundsätzlich weniger oberflächlich sind. Und auch hier muss mit einem sich hartnäckig haltenden Vorurteil aufgeräumt werden. Ob ich bei der Partnersuche mehr auf äußere Merkmale Wert lege oder nicht hat nichts damit zu tun, ob ich blind bin oder nicht! Wenn ich meinen Partner nur nach dem klang der Stimme und dem Körpergeruch auswähle hat das genau so wenig mit Inneren Charaktereigenschaften zu tun, wie wenn eine sehende Person nur auf einen möglichst durchtrainierten Körper Wert legt. Es hat sehr viel mit der eigenen Persönlichkeit zu tun worauf ich bei der Partnersuche achte. Vielleicht kann man argumentieren, dass die Stimme eines Menschen viel natürlicher ist, als das Geschminkte Gesicht einer Frau oder die hoch gegelten Haare eines Mannes. Die Schönheitsindustrie kümmert sich nun mal vor Allem um das Aussehen. Die Stimme lassen wir dabei(glücklicherweise) außen vor. Oder kennst du jemanden, der freiwillig vor einem Date eine ordentliche Priese Helium inhaliert? Keine Gute Idee und bitte keinen Selbstversuch starten!

Bei der Stimme können blinde Menschen also sagen, dass sie weniger stark von Verschönerungen betroffen sind und einen natürlicheren Eindruck bekommen. Damit ist es jedoch auch schon wieder vorbei, wenn wir nochmal über den Geruch sprechen. Denn dieser kann durch Parfüm, Deo oder Shampoo stark beeinflusst werden. Das ist dann für blinde Menschen wie das Outfit für sehende Menschen. Die Körperfigur ist die eine Sache, aber wie sich eine Person anzieht und stylet ist sicherlich auch nicht unwichtig. Für mich ist gerade der natürliche Körpergeruch einer Frau kombiniert mit ihrem Parfüm oder Shampoo interessant. Weil jeder einen individuellen Körpergeruch hat riecht ein und das selbe Parfüm bei zwei verschiedenen Frauen auch unterschiedlich. Das ist ähnlich wie das mir ein T-Shirt gut stehen kann und bei einem anderen Typen überhaupt nicht passend aussieht. Und du hast es bestimmt schon gemerkt: schon wieder eine Ähnlichkeit zwischen Blinden und Sehenden.

Mir sind bestimmte Charaktereigenschaften bei Frauen schon sehr wichtig, Das sind aber Dinge, die weniger mit meiner Blindheit zu tun haben, sondern viel mehr mit meiner Persönlichkeit, meinem lifestyle und meinen Wünschen und Träumen für eine Zukunft mit der tollsten Frau dieser Welt an meiner Seite. Was ich in den letzten Jahren allerdings gelernt habe ist, dass es für mich persönlich sehr entscheidend ist, was meine zukünftige Partnerin Über meine Blindheit denkt. Es bringt dir schließlich wenig, wenn du die attraktivste Frau an deiner Seite hast, sie aber ein großes Problem mit deiner Blindheit hat und die Beziehung deshalb schwierig wird. Meine zukünftige Partnerin sollte also die Herausforderungen meiner Behinderung genauso wie die Stärken und positiven Eigenschaften der Blindheit wertschätzen und lieben, ansonsten macht eine Beziehung für mich keinen Sinn. Und natürlichgibt es nochandere Dinge, die mir wichtig sind. Zum Beispiel, dass ich meinen christlichen Glauben mit ihr teilen kann. Ich bin ja auch so viel mehr als meine Blindheit und sie wird auch viele verschiedne Eigenschaften haben, die ich lieben lernen darf.

Neben Stimme und Geruch gibt es noch weitere Merkmale, die bei der Partnersuche eine Rolle spielen. Diese sind aber von Typ zu Typ sehr unterschiedlich und auch sehr persönlich. Ich achte zum Beispiel sehr stark darauf, wie sich eine Hand beim Händeschütteln anfühlt. Natürlich spielen für mich auch Dinge wie Körperfigur oder der Kleidungsstil einer Frau eine rolle. Bei solchen Dingen ist jedoch die Schwierigkeit, dass ich durch die Blindheit in der Regel nur eingeschränkt die Möglichkeit habe zu Erfahren, wie die Körperfigur einer Frau ist. Das Problem liegt auf der Hand: wenn mich beispielsweise der Haarschnitt oder die Brüste einer Frau interessieren müsste ich sie berühren, um zu wissen, wie sie aussehen. Das ich allerdings nicht einfach wildfremde Frauen anfasse, während ich durch den Kiez spaziere muss nicht extra erwähnt werden. Bis zu einem gewissen Punkt bekommt man Informationen über den Körperbau über die Stimme des anderen und auch ein Stück weit beim Umarmen. Alles andere gehört solange in die Fantasieschublade, bis man mit jemanden intimer wird und der Gegenüber bereit ist, mir auch diesen Bereich zu öffnen. Schon etwas einfacher ist es da mit Dingen wie der Kleidungsstils. Da bekommt man zum Beispiel relativ viel von mit, wie sich der Stoff einer Person anhört, wenn sie sich bewegt. Manche Stoffe rascheln bei der Bewegung stärker als andere. Hat eine Frau beispielsweise Schuhe mit Absätzen an hört es sich ganz anders an, wie wenn sie Schuhe ohne Absätze trägt oder mit Flip Flops herumläuft. Auch wenn ich eine Frau umarme oder sie mich führt und mir zur Unterstützung ihren Arm gibt, damit ich mich dort einhacken kann kann ich fühlen, wie sich ihre Kleidung anfühlt. Ist eine Frau Fan von Armbändchen hört man das meistens auch, wenn sie ihren Arm bewegt oder einen die Hand gibt.

Nun fragst du dich vielleicht noch, wie es sich bei blinden Menschen mit der Sexualität verhält. Erinnerst du dich noch an den Anfang des Textes? Keine Angst! Bevor du jetzt genervt hochscrollst verrate ich dir, dass wir darüber gesprochen hatten, das Liebe ein Gefühl ist, was keine Behinderungen, Geschlechter oder Nationalitäten kennt. Nicht viel anders ist es mit dem Thema Sex. Das Verlangen nach Sex ist auch etwas, was mit bestimmten Hormonen und Emotionen zu tun hat. Ich sage immer: „Meine Blindheit ist eine Sinneseinschränkung und keine Gefühlseinschränkung!“ Blinde Menschen haben genau wie sehende Menschen das Verlangen nach Sex. Und natürlich haben blinde Menschen mit ihren Partnern auch ganz normalen Sex! Die Blindheit wirkt sich hier in keinster Weise auf die Sexualität aus. Und wir blinden können wenn es ums Thema Sex geht auch genauso viel Fantasie entwickeln wie sehende Menschen, sowohl im positiven, wie auch im negativen Sinne.

Partnersuche: wo ist meine Mrs. Right?

Jetzt haben wir viel darüber gesprochen, was ich als blinder Mann an einer Frau alles attraktiv und interessant finden kann, bleibt eigentlich nur noch die Frage, wo denn meine Mrs. Right ist und wie ich sie finde? Ich hab die richtige Formel oder das perfekte Rezept auch noch nicht gefunden, aber sag mir Bescheid, wenn du meine zukünftige Partnerin gesehen hast, grüß sie außerdem ganz lieb von mir und frag sie, ob sie bei unserem ersten Blind-Date lieber Döner oder Sushi mag. … Hand in Hand zum Döner/Sushistand …

Ich werde von sehenden Menschen oft gefragt, ob die Partnersuche für mich als blinde Person schwieriger ist. Ich denke, dass sich auch diese Frage gar nicht so leicht beantworten lässt. Das hat auch viel damit zu tun, worauf ich bei der Partnersuche wert lege. Aus eigener Erfahrung kann ich sagen, dass für sehende Frauen meine Behinderung zumeist durchaus ein Faktor ist, der die Partnersuche eher erschwert. Es gab Beziehungen, in denen sich Frauen von mir getrennt haben, Weil sie gesagt haben dass sie sich nicht vorstellen können langfristig mit einer blinden Person zusammenzuleben und es gab Situationen, in denen mir Frauen gesagt haben, dass ich zwar als Partner potentiell interessant für sie wäre, sie aber kein Interesse an einer Beziehung mit einer behinderten Person haben. Und die meisten Blinden, die ich kenne haben ähnliche Erfahrungen gemacht. Ich muss ehrlich sagen, Dass Wenn eine Beziehung daran zu Grunde geht, Weil du für deine bisherige Partnerin wegen der Behinderung nicht gut genug bist ist das ziemlich hart zu ertragen. Im negativen Sinne nur auf meine Blindheit reduziert zu werden tut weh und sorgt nicht gerade für ein besonders ausgeprägtes Selbstwertgefühl.

Ich habe bei vielen Frauen das Gefühl, dass sie Den perfekten Superhelden suchen, der möglichst immer stark ist und zudem noch körperlich unversehrt. Auch das Vorurteil, dass ich wegen meiner Blindheit total unselbstständig bin, ständig nur auf Hilfe angewiesen bin, ein absoluter Pflegefall wäre und ständig depressiv Bin ist für viele Frauen ein Grund eine Beziehung mit mir auszuschließen, schon bevor sie mich überhaupt richtig kennengelernt haben. es gibt so viele negative Vorurteile und Meinungen über blinde Menschen und die meisten sehen vor allem diese Vorurteile, wenn sie mich kennenlernen und haben dann schon im Kopf ihre fertige Meinung, was es für mich unglaublich schwierig macht dagegen anzukämpfen. Ich habe auch das Gefühl, Das bestimmte Rollenbilder von Mann und Frau die Partnersuche für mich schwieriger machen. Von uns Männern wird erwartet, dass wir stark sind, immer alles unter Kontrolle haben und später einmal unsere Familie versorgen und ernähren können. Diese Eigenschaften werden mir von Frauen, die dies als wichtig erachten auch sehr oft abgesprochen.

Aber was macht man jetzt damit? Vielleicht in Depression und Frustration verfallen? Den gescheiterten Beziehungen nachtrauern? Oder sich einfach mit dem Single sein abfinden? Ehrlich gesagt bin ich mit 27 Jahren nicht bereit zum aufgeben und Kopf in den Sand stecken. Eine Blinde Freundin sagt immer, wir Blinden dürfen dankbar sein, dass sich so viele Menschen bei der Partnersuche für uns schon selbst disqualifizieren, weil sie ein Problem mit der Behinderung haben. Die Menschen, mit denen eine Beziehung sowieso scheitern würde sind für uns Blinde also auf natürliche Weise herausgefiltert und wir können uns voll und ganz auf den kleinen übrig gebliebenen Teil potenzieller Partner konzentrieren. Zugegeben: manchmal fehlt mir ein wenig der Optimismus, um dies als vorteilhaft zu sehen, aber meine Freundin hat auf jeden Fall recht, wenn sie sagt, dass ein Großteil der Frauen für mich nicht in Frage kommt, weil sie etwas Zentrales von meiner Persönlichkeit ablehnen. Aber die Enttäuschungen und Verletzungen aus der Vergangenheit lassen sich trotzdem nicht so einfach übersehen.

Als Christ hilft mir vor allem die Hoffnung und das Vertrauen darauf, dass es die eine Frau da draußen gibt, die mich mit meiner Blindheit bedingungslos liebt. Ich glaube fest daran, dass es die Frau gibt, bei der ich einfach Ich sein darf, ohne jeden Tag beweisen zu müssen, dass ich meine Blindheit unter Kontrolle habe und trotzdem ein starker Superheld bin. Und ich glaube daran, dass mich irgendwann meine Frau in den Arm nimmt, mich anlächelt und mir sagt, dass ich so wie ich bin genau der richtige für sie bin und sie sich ein Leben ohne mich nicht mehr vorstellen möchte. Ich bete regelmäßig für diese Frau und bin mir sicher, dass Gott meine Gebete hört und meine zukünftige Frau schon kennt(Jesus, please keep her safe). Es ist die Frage wann wir uns treffen, nicht ob wir uns begegnen. Diese Zuversicht werde Ich mir von nichts und niemanden nehmen lassen.

Außerdem glaube ich, dass Gott mich so wie ich bin ganz bewusst geschaffen hatt; und Gott macht keine Fehler. Also ist auch meine Blindheit kein Fehler. Ich weiß, dass ich von Gott geliebt bin. Ich verstehe zwar manchmal nicht, warum ich blind bin und so viel Ablehnung erfahre, aber ich darf auch immer wieder spühren, dass ich trotz Behinderung wertvoll bin. Und ich persönlich nehme meine Blindheit deshalb auch nicht als etwas negatives war. Im Gegenteil: es gibt so viele Dinge, die mein Leben trotz und gerade durch die Blindheit lebenswert machen, dass ich die Partnersuche voller Lebensfreude und Zuversicht angehen kann. Und mit dieser Perspektive kann und darf ich Frauen mit einem gesunden Selbstvertrauen begegnen. Hoffnungsvoll, lebensfroh und mit der Gewissheit, dass die Blindheit nichts schlechtes ist und meine zukünftige Frau auch die Dinge an mi lieben wird, die in der Vergangenheit andere Frauen abgelehnt haben.

Ich habe weiter oben bereits gesagt, dass es mir wichtig ist dass ich mit meiner zukünftigen Partnerin meinen christlichen Glauben teilen kann. Um es ganz ehrlich und deutlich zu sagen: ich kann mir eine Beziehung nur noch mit einer Frau vorstellen,die auch Christin ist und eine lebendige Beziehung mit Gott hat. Dafür gibt es verschiedene Gründe, die ich jetzt nicht im Einzelnen alle aufzählen kann (vielleicht in einem anderen Beitrag), aber ich bin davon überzeugt, Das eine christliche Frau ähnlich über meine Blindheit denken wird wie ich es eben beschrieben habe. Und wenn unsere Beziehung Jesus als Fundament hat gibt es nichts, was stärker sein könnte als unsere Liebe und der Segen, den Gott über diese Beziehung gibt. Dann kann uns auch meine Behinderung oder irgendeine andere Herausforderung nicht aufhalten.

Und hier kommt ein Versprechen an meine zukünftige Frau, nur so für den Fall, dass sie gerade mitliest:

Egal wie lange es noch dauert, bis wir uns treffen und egal, wie viele Enttäuschungen wir bis dahin vielleicht noch durchmachen werden; ich weiß, dass es dich gibt und ich werde bereit für ein gemeinsames Leben mit dir sein, wenn Gott uns zusammenführt. Ich kann es kaum erwarten mit dir in unsere gemeinsame Zukunft zu starten und dir all die positiven Dinge aus meinem Leben mit Blindheitzu zeigen. Bis es soweit istwarte ich voller treue, liebe, Freude und Zuversicht auf dich

Neues YouTube-Video

Nicht nur die Homepage erwacht langsam wieder zum Leben, sondern auch mein YouTube-Channel. Nach langer Zeit habe ich endlich mal wieder ein neues Video hochgeladen, welches du dir ab sofort auf YouTube anschauen kannst.

In dem Video kannst du mich etwas besser kennen lernen und erfährst mehr über die Hintergründe und Hauptmotivation von Perspektivwechsel.

Das Video findest du Hier.

Falls dir mein YouTube Channel gefällt kannst du das Video sehr gerne teilen.

Falls du anregungen, Fragen oder Kritik hast schreib mir doch gerne

Eine Nachricht.

Perspektivwechsel is still alive: Mit frischem Wind, Jesus und neuer Ausrichtung in die Zukunft

Unglaublich aber wahr! Nach langer zeit gibt es mal wieder einen neuen Beitrag auf meinem Blog. Viel zu lange ist hier nichts passiert und der ein oder Andere hat sich vielleicht schon gefragt, ob der Blog Perspektivwechsel überhaupt noch existiert. Vielleicht haben viele Menschen die Website und die vergangenen Beiträge längst vergessen.

Wie auch immer! Dieser Beitrag ist der beste Beweis dafür, dass es Perspektivwechsel noch gibt und es in Zukunft wieder mehr Beiträge von mir geben wird.

Vielleicht fragst du dich jetzt, warum es so lange keine Beiträge mehr gab? Dafür gibt es viele Gründe, die den Rahmen dieses Beitrags mehr als sprengen würden. Sagen kann ich aber, dass die vergangenen 12 Monate für mich alles andere als einfach waren. Es gab viele Veränderungen in meinem Leben und so manche schwere Krisen. Diese Krisen haben mich lange zeit vom Schreiben abgehalten, da ich Raum brauchte, vieles zu verarbeiten und mein Leben neu zu sortieren.

Ich habe mich auch oft gefragt, ob und wie es in Zukunft mit dem Blog weiter gehen soll. Hab ich den Leuten überhaupt noch etwas zu sagen? Gibt es überhaupt noch Menschen, die meine Beiträge lesen und beachten? Ist bei Perspektivwechsel überhaupt noch meine persönliche Identität zu erkennen? Bin ich auch trotz Krisen und Veränderungen noch Perspektivwechsel?

Auf diese Fragen galt es Antworten zu finden. Und meine Antwort lautet: „Ja, es geht weiter, wenn auch ein wenig anders!“

Natürlich wird es auch in Zukunft bei Perspektivwechsel hauptsächlich über das Leben mit Blindheit gehen. Es ist mir auch weiterhin ein Anliegen möglichst authentisch und ehrlich über spannendes, herausforderndes, lustiges und schönes aus meinem Alltag mit Blindheit zu erzählen. Stärker als bisher möchte ich dabei in Zukunft auch über meinen Glauben an Jesus Christus sprächen. Falls du dich jetzt fragst, wieso mein Christsein in Zukunft eine so wichtige Rolle einnehmen wird:

Für mich persönlich ist der Glaube an Gott als mein liebender Vater von zentraler Bedeutung. Ich werde oft von Leuten gefragt, wie ich es schaffe, trotz Behinderung so Lebensfreudig und zuversichtlich zu bleiben. Die ehrlichste Antwort, die ich auf diese Frage geben kann isst mein Glaube an Jesus Christus. Ich kann nicht authentisch über die Bewältigung meines Alltages mit Blindheit sprächen ohne zu sagen, dass all meine Zuversicht, Lebensfreude und Energie von Gott kommt. Der Glaube an Gott gibt mir jeden Tag aufs Neue die Zuversicht und Energie allen Herausforderungen selbstbewusst entgegenzutreten.

Ich möchte diese Hoffnung und Lebensfreude nicht nur für mich behalten, sondern anderen Menschen davon Erzählen. Ich hoffe, dass Gott meine Berichte und Erzählungen auch in Zukunft nutzen wird, um anderen Menschen Hoffnung und Ermutigung zuzusprechen. Es würde mich freuen, wenn mein Blog in Zukunft zu einem ermutigenden Zeugnis für möglichst viele Menschen werden darf. Des Weiteren sollen meine Texte und Videos zu einer Hoffnungsvollen Kraftquelle werden.

Hierzu möchte ich nicht nur die Homepage, sondern auch meine Instagram-Kanäle und meinen YouTube-Chanel nutzen.

Auf Instagram möchte ich mit dem Kanal blind_in_berlin kurz und bündig mit Fotos,Kurzvideos und Kurzen Texten über mein Leben in Berlin, mein Studium und meinen Glauben sprechen. Auf dem Insta-Kanal josinho_immanuel9 geht es hingegen mehr um meine Aktivitäten als Blindenfußballer von Hertha BSC und ebenfalls über meinen christlichen Glauben.

Auf YouTube und der Homepage möchte ich auf einzelne Themen ausführlicher eingehen. Hier bekommst du also einen tiefgehenderen Einblick in mein Leben mit Blindheit und in das, was mich so bewegt. Auch auf der Website und in den YouTube-Videos steht neben der Blindheit mein Leben mit Jesus im Vordergrund.

Es würde mich sehr freuen, wenn ihr auch weiterhin so fleißig und Zahlreich meine Artikel lest und Perspektivwechsel in Zukunft zu einer Hoffnungsvollen und ermutigenden Kraftquelle für viele werden kann.

Du kannst mir natürlich auch weiterhin eine persönliche Nachricht mit deinem Feedback zukommen lassen, entweder auf Instagram oder auch direkt hier über dieKontaktseite.

wenn die Kraft nicht reicht wenn die Kraft nicht reicht

Wenn die Kraft nicht reicht

dass mir sehende Menschen die Hilfe verweigern und/oder sich über meine Situation lustig machen ist dabei leider keine Seltenheit. Auch beleidigende und diskriminierende Kommentare bezüglich Blindheit oder Hautfarbe gehören zu meinem Alltag dazu. Für mich fühlt es sich dann immer so an, als wäre in dieser Gesellschaft keinen Platz für mich. Das Gefühl nicht dazuzugehören, Weil man eine Behinderung hat ist jedes Mal sehr schmerzvoll. Leider leben wir in einer Gesellschaft, die auf Perfektionismus, Leistungsdruck und Optimierung ausgelegt ist. Menschen die nicht in die Norm passen, weil sie beispielsweise eine Behinderung haben passen nicht ins Muster, weil sie in den Augen von vielen Menschen zu schwach, zu unselbstständig und nicht gut genug sind. In Verbindung mit dem Spiel der deutschen Nationalmannschaft bei der Europameisterschaft gegen Ungarn wurde viel darüber gesprochen, dass wir eine offene Gesellschaft sind, in der jeder unabhängig seiner sexuellen Orientierung leben darf. Sehr viele Menschen haben sich für dieses Thema eingesetzt. Ich würde mir wünschen, dass unsere Gesellschaft für das Thema Menschen mit Behinderung genauso sensibel werden würde. laut einer repräsentativen Umfrage unter sehenden Menschen aus dem Jahr 2016 fühlen sich 55 % der Befragten unwohl in der Gegenwart von blinden Menschen. Diese Studie zeigt leider zu deutlich, dass Menschen mit Behinderung immer noch kein normaler und selbstverständlicher Teil der Gesellschaft sein dürfen. Und ich wünsche mir Menschen um mich herum, bei denen ich einfach ich sein kann, meine Behinderung oder Hautfarbe keine Rolle spielt und bei denen ich nicht ständig das Gefühl haben muss nicht dazuzugehören. Manchmal würde ich viel dafür geben die Blindheit und alles Negative was damit verbunden ist los zu werden. Aber es gibt keinen Ausweg aus der Blindheit, es bleibt nur das weiterkämpfen. Schon morgen kann die Sonne wieder scheinen.auch solche Momente gehören zu meinem Alltag mit Blindheit: eigentlich wollte ich den Freitag Abend gemütlich an der Spree ausklingen lassen. Vom Hackeschen Markt aus wollte ich gemütlich zur Museumsinsel laufen und mich dann an die Spree setzen, um dort die vielen Menschen und die Abendstimmung zu genießen. Vielleicht mit einem Bierchen oder auch einem Döner, an irgendeine Ecke wollte ich mir irgendetwas derartiges besorgen. Am Hackeschen Markt angekommen versuchte ich mir meinen Weg durch die vielen Menschen und die Tische und Stühle der Außengastronomie zu bahnen. Doch so sehr ich mich auch bemühte, immer wieder verlief ich mich und schaffte es nicht den Weg zur Spray zu finden. Leider versagte auch mein Google Maps, es führte mich immer wieder im Kreis herum und war somit keine Hilfe. Die vielen Menschen waren zwar in bester Stimmung, aber in Sachen Hilfsbereitschaft eher eine große Enttäuschung. Entweder ignorierten sie meine Fragen oder machten sich darüber lustig, dass eine blinde Person sich am Hackeschen Markt wieder und wieder verläuft. Nach einer halben Stunde vergeblicher Suche gab ich einfach auf…
Ich hatte keine Kraft mehr mich zu verlaufen, den Lärm und die vielen Menschen um mich herum zu ertragen und auszuhalten, dass sehende Menschen sich über meine Situation lustig machen. Enttäuscht, frustriert und deprimiert fuhr ich wieder nach Hause. Aus dem schönen Freitag Abend ist eine ziemlich traurige Angelegenheit geworden… In diesen Situationen fühle ich mich schwach, hilflos und klein. Während es für die meisten Menschen keine Schwierigkeit ist freitags abends einfach mal gemütlich an die Spree zu gehen bin ich gestern an dieser Aufgabe gescheitert und musste noch erleben, dass sich andere Menschen über meine Situation lustig machen. In diesen Momenten wird mir bewusst, dass meine Blindheit doch eine ziemlich große Einschränkung ist, größer als ich es mir selber manchmal eingestehen möchte. dass mir sehende Menschen die Hilfe verweigern und/oder sich über meine Situation lustig machen ist dabei leider keine Seltenheit. Auch beleidigende und diskriminierende Kommentare bezüglich Blindheit oder Hautfarbe gehören zu meinem Alltag dazu. Für mich fühlt es sich dann immer so an, als wäre in dieser Gesellschaft keinen Platz für mich. Das Gefühl nicht dazuzugehören, Weil man eine Behinderung hat ist jedes Mal sehr schmerzvoll. Leider leben wir in einer Gesellschaft, die auf Perfektionismus, Leistungsdruck und Optimierung ausgelegt ist. Menschen die nicht in die Norm passen, weil sie beispielsweise eine Behinderung haben passen nicht ins Muster, weil sie in den Augen von vielen Menschen zu schwach, zu unselbstständig und nicht gut genug sind. In Verbindung mit dem Spiel der deutschen Nationalmannschaft bei der Europameisterschaft gegen Ungarn wurde viel darüber gesprochen, dass wir eine offene Gesellschaft sind, in der jeder unabhängig seiner sexuellen Orientierung leben darf. Sehr viele Menschen haben sich für dieses Thema eingesetzt. Ich würde mir wünschen, dass unsere Gesellschaft für das Thema Menschen mit Behinderung genauso sensibel werden würde. laut einer repräsentativen Umfrage unter sehenden Menschen aus dem Jahr 2016 fühlen sich 55 % der Befragten unwohl in der Gegenwart von blinden Menschen. Diese Studie zeigt leider zu deutlich, dass Menschen mit Behinderung immer noch kein normaler und selbstverständlicher Teil der Gesellschaft sein dürfen. Und ich wünsche mir Menschen um mich herum, bei denen ich einfach ich sein kann, meine Behinderung oder Hautfarbe keine Rolle spielt und bei denen ich nicht ständig das Gefühl haben muss nicht dazuzugehören. Manchmal würde ich viel dafür geben die Blindheit und alles Negative was damit verbunden ist los zu werden. Aber es gibt keinen Ausweg aus der Blindheit, es bleibt nur das weiterkämpfen. Schon morgen kann die Sonne wieder scheinen.