Der erste Kontakt mit einem blinden Menschen gestaltet sich oft schwierig. Menschen, die noch nie oder nur selten mit einem Blinden zu tun hatten, sind oft verunsichert und haben Angst, dass sie etwas Falsches sagen oder dem Blinden nicht richtig helfen können. Blinde Menschen empfinden die Unsicherheit schnell als Ablehnung oder Desinteresse. Um Missverständnisse zu vermeiden und den Erstkontakt etwas zu erleichtern, geht es in einer dreiteiligen Serie um Tipps für den richtigen Umgang mit Blinden.

Im ersten Teil geht es um das Thema Erstkontakt und Begrüßung.

Der wichtigste Tipp: Lass dich nicht von Vorurteilen leiten, sondern sei offen und mutig!

Wenn sehende Menschen auf einen Blinden treffen, haben sie oft bestimmte Vorurteile über Blindheit im Kopf. Meistens sind dies: Blind zu sein ist etwas Schlimmes. Sie haben keine Freude im Leben, weil es immer dunkel ist. Oder als Blinder kann man überhaupt nichts Schönes machen und erleben, weil einem die Behinderung zu sehr einschränkt. Um es vorwegzunehmen:KEINES dieser Vorurteile entspricht der Wahrheit. Lass dich deshalb einfach mal auf diese Situation ein und sei neugierig auf eine neue Perspektive, die du vielleicht so vorher noch nie gesehen hast.

Begrüßung und Kontaktaufnahme

Sei mutig und offen.

Natürlich ist die Begegnung mit einem blinden Menschen im ersten Moment etwas Besonderes. Schließlich kommt es für die meisten eher selten vor, dass man einem blinden Menschen gegenüber steht. Sofort schießen Dir viele Fragen durch den Kopf und du weißt nicht, wie du dich verhalten sollst. Am besten ist es, wenn du bei der Begrüßung versuchst die vielen Fragen und Unsicherheiten erst einmal beiseite zu schieben und dein gegenüber so behandelst und ansprichst, wie du es auch tun würdest wenn er nicht blind wäre. Blinde Menschen sind dankbar , wenn man sie so normal wie möglich behandelt und begrüßt.

Stell dich mit deinem Namen vor.

Für Blinde Menschen ist die Stimme das, was für einen Sehenden das Gesicht ist. Anhand der Stimme können blinde Menschen andere Leute wieder erkennen. Deshalb ist es ganz wichtig, bei einer Vorstellung immer seinen Namen dazu zu sagen. Ein einfaches „Hallo“ reicht oft nicht aus, um sich eine neue Stimme einzuprägen.

Sag Bescheid, wenn du einem Blinden die Hand geben möchtest.

In der Regel gehört zu einer Begrüßung auch das Händeschütteln dazu. Trotzdem ist es für Blinde oft schwierig einzuschätzen, ob der Gesprächspartner einem die Hand hinhält oder nicht. Sollte der blinde Mensch nicht von sich aus die Hand zur Begrüßung ausstrecken, ist es hilfreich, Sätze wie „Ich gebe Ihnen/Dir mal die Hand.“ ;mit in die Begrüßung einzubauen. Verbunden mit der Stimme und dem Namen kann ein Händedruck dem Blinden bei der Zuordnung von neuen Kontakten helfen.

Sprich mit einem blinden Menschen so, wie du mit jedem anderen auch sprichst.

Viele Menschen sprechen unbewusst lauter, langsamer oder wie mit einem kleinen Kind, wenn sie zum ersten Mal mit einem Blinden zu tun haben. Das ist aber nicht nötig, da ein blinder Mensch genau so aufnahmefähig ist, wie ein nicht blinder Mensch. Spricht man mit einem Blinden lauter, langsamer oder wie mit einem kleinen Kind, kann es schnell passieren, dass sich dein gegenüber nicht ernst genommen oder ausgegrenzt fühlt.

Benutze die Alltagssprache

Was darf ich sagen und was nicht? Muss ich Sätze, wie „Auf Wiedersehen!“ oder „schau mal!“ vermeiden? Die Antwort lautet nein! In der Regel benutzen blinde Menschen die gleichen Redewendungen wie sehende Menschen, auch wenn Wörter wie sehen, schauen oder gucken vorkommen. Hingegen fühlen sich Menschen mit einer Blindheit oft ausgegrenzt, wenn man verschachtelte und umständliche Sätze verwendet, um Wörter wie sehen, schauen oder gucken zu vermeiden.

Im zweiten Teil bekommst du Tipps, wie du einen Blinden im Straßenverkehr helfen kannst.

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