Mann, Der mit Blindenstock an einer Straße entlang läuft

Mit dem Wetter ist es ja immer so eine Sache. Egal ob es draußen warm oder kalt ist, die Sonne scheint oder es regnet; Man findet immer jemanden, der sich über das Wetter beschwert. Blinde und Sehbehinderte schauen jedoch eventuell etwas häufiger und sorgenvoller auf die Wettervorhersagen, weil von der Wetterlage abhängen kann, wie mobil blinde und sehbehinderte Menschen sind.

Bergspitzen mit Schnee bedeckt.

Gerade in der Winterzeit kann das Wetter blinden Menschen einen gehörigen Strich durch die Rechnung machen. Schnee gilt für viele Blinde als größte Herausforderung, wenn es darum geht außerhalb des Hauses unterwegs zu sein.

Während sich viele Sehende über die weiße Winterlandschaft freuen, bedeutet Schnee für sehbehinderte Menschen oft Schwierigkeiten bei der Orientierung oder im schlimmsten Fall sogar, dass es unmöglich ist, die eigenen vier Wände ohne sehende Begleitung zu verlassen.

Die Problematik besteht darin, dass bei einer geschlossenen Schneedecke der Blindenstock kaum noch benutzbar ist, da der Stock nicht mehr, wie sonst üblich, über den Weg gleiten kann, sondern in der Schneedecke hängen bleibt und feststeckt.

Zwar gibt es bestimmte Spitzen für Blindenstöcke, die auch im Schnee einigermaßen gut funktionieren, jedoch verdeckt der Schnee auch Orientierungspunkte wie Gullydeckel oder Blindenleitsysteme. Hinzu kommt noch die Gefahr durch Glatteis.

Während sehende Menschen mit Eis bedeckte Stellen mit viel Konzentration noch sehen können, haben blinde Menschen keine Möglichkeit eine glatte Stelle im Vorfeld zu erkennen.

Diese Gefahren und Schwierigkeiten führen dazu, dass viele Blinde und Sehbehinderte bei Schnee und Eis lieber zu Hause bleiben, oder die eigenen vier Wände nur mit einer sehenden Begleitung verlassen.

Traut man es sich jedoch trotz Schneedecke zu, das Haus zu verlassen, kann man auch als Blinder das Winter-Wonderland genießen.

Das typische Geräusch, was entsteht wenn man durch den Schnee läuft, der typische Geruch von Schnee und Eis oder die kühle und klare Luft lassen einen schnell den Winterspaziergang genießen.

Doch nicht nur das Winterwetter kann für Schwierigkeiten bei der Mobilität sorgen. Ein kräftiger Sturm ist so manches mal ebenfalls ein eher unangenehmer Begleiter. Hierbei sind gleich zwei Schwierigkeiten zu beachten.

Einerseits ist es der Wind selbst, der einem unter anderem durch die Ohren rauscht und dabei relativ laut ist. Dadurch ist es für Blinde oft schwieriger andere Geräusche wahrzunehmen. Geräusche sind unglaublich wichtig, um sich auf seinem Weg orientieren zu können. Je stärker der Wind in den Uhren rauscht, desto schwieriger ist es beispielsweise eine Autoeinfahrt oder eine freie Stelle zwischen zwei Häusern akustisch zu orten.

Andererseits sind gerade im Herbst Laubhaufen oder andere Gegenstände, die durch den Wind aufgewirbelt und auf den Gehweg geschleudert werden ein Hindernis. Allerdings gilt auch hier: Ein Spaziergang durch starken Wind oder das Herbstlaub ist auch für blinde Menschen schön und guttuend, wenn man sich trotz der Schwierigkeiten aus dem Haus wagt.

Frau hält einen Regenschirm und die andere Hand im Regen.

Regenwetter ist eine weitere Schwierigkeit, wenn es um die Mobilität geht. Hierbei liegt die Problematik auch wieder bei der Akustik. Einerseits sorgt vor allem Starkregen für eine gewisse Geräuschkulisse, die wiederum andere Geräusche verdrängt oder schwerer wahrnehmbar macht.

Andererseits verfälscht Regen auch andere Geräusche, wie zum Beispiel den Straßenlärm. Auf nasser Straße sind Autos viel lauter als auf trockener Straße.

Dies sorgt ebenfalls dafür, dass andere Geräusche im Straßenlärm untergehen oder viel schwieriger zu orten sind.

Von der Sonne beschienene Bäume und ein Schloss im Hintergrund spiegeln sich im See.

Am Schönsten lässt es sich natürlich bei schönem Sonnenscheinwetter spazieren gehen. Das gilt für sehende Menschen genauso wie für Blinde und Sehbehinderte. Bei Sonnenschein gibt es auch keine Faktoren, die die Mobilität beeinflussen. Nur die Tatsache, dass durch das Vitamin D von der Sonne die Motivation bei allen Menschen steigt, etwas draußen zu unternehmen. Als Blinder kann man den Sonnenschein an der Wärme auf der Haut und auch am Geruch spüren.

Am einfachsten und schönsten ist es also für Blinde und Sehbehinderte, wenn draußen die Sonne scheint. Es tut aber auch immer wieder gut, bei schlechtem Wetter die Wohnung zu verlassen und die Herausforderungen, die schlechteres Wetter stellt, anzunehmen und zu überwinden.

4 Kommentare zu „Wie das Wetter die Mobilität von Blinden beeinflusst

  1. Es gibt viele blinde Fußgänger, die lichtempfindlich sind. Das heißt, das schon normales Tageslicht zu ell ist. Wenn dann noch die Sonne scheint, stellt das für Menschen wie mich eine große Herausforderung dar. Und das, obwohl ich eine starke Sonnenbrille trage.

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