In Der dreiteiligen Serie „tipps für den Umgang mit einem blinden“ gebe ich Tipps wie man in bestimmten Alltagssituationen am besten mit einem blinden umgehen kann. Im ersten Teil ging es um Den ersten Kontakt und Begrüßung,

Der zweite Teil beschäftigte sich mit

Typische Situationen im Straßenverkehr

Und der dritte und letzte Teil gibt Tipps und Anregungen für Gespräche mit einem Blinden und für Das führen und begleiten.

Zunächst noch einmal der Hinweis, dass es sich bei der folgenden Liste nur um Tipps und Anregungen handelt, die aus meiner persönlichen Erfahrung entstanden sind.   Erfahrungsgemäß geht jeder Blinde  Anders mit seiner Behinderung um und hat dem entsprechend oftmals auch andere Vorstellungen davon, was ihm hilft und was nicht.  Die Liste erhebt daher weder den Anspruch auf Vollständigkeit, noch auf absolute Richtigkeit. Die Tipps sind Des weiteren nicht als Gebrauchsanweisung gedacht, die man bei der Begegnung mit einem blinden Menschen aus der Tasche zieht um sie stur abzuarbeiten. Vielmehr soll es darum gehen, sehenden Menschen ein wenig die Berührungsangst und die Verunsicherung zu nehmen.

während einer Unterhaltung gibt es ein paar Dinge, die beachtet werden sollten, damit es keine Missverständnisse zwischen Blinden und Sehenden gibt und die Konversation reibungslos funktioniert.

Sprich einen Blinden immer direkt (am besten mit Namen) an

Für einen Blinden ist es unmöglich, Mimik und Gestik eines Gesprächspartners wahrzunehmen und zu interpretieren. Zwar ist es durchaus möglich zu hören, in welche Richtung jemand spricht, jedoch lässt es sich für einen Blinden nicht feststellen, ob der Gesprächspartner mit ihm oder mit dem Sitznachbar spricht. Auch wenn mit dem Finger auf einen gezeigt wird, kann das ein Blinder nicht wahrnehmen. Deshalb solltest du den Blinden immer direkt mit Namen ansprechen oder Bezug auf das nehmen, was er zuvor gesagt hat.

Sagt dem Blinden Bescheid, wenn du mit ihm gesprochen hast und dich dann von ihm entfernst

Nichts ist für einen Blinden unangenehmer, als wenn er im Glauben, dass du einen Gesprächspartner noch anwesend ist, Minuten lang ins Nichts spricht. Gerade wenn sich mehrere Menschen in einem Raum befinden oder die Geräuschkulisse aus anderen Gründen relativ laut ist, kann es ein Blinder oft nicht wahrnehmen, wenn sein Gegenüber sich umdreht oder den Raum verlässt. Deshalb ist es für jeden Blinden schön, wenn du ihm bevor du dich entfernst, zu verstehen gibst, dass du nicht mehr in seiner Nähe bist.

Erkläre beim Essen dem Blinden kurz und knapp, wie das Essen auf seinem Teller angeordnet ist

Während dem Essen ist es für einen Blinden sehr hilfreich, wenn du ihm kurz erklärst, wo sich auf dem Teller das Fleisch oder die Sauce befindet. Hierbei kannst du auch wieder das Modell der imaginären Uhr benutzen. Gibt es ein Buffet kannst du den Blinden gerne fragen, ob du ihm etwas Bestimmtes davon mitbringen darfst, oder ihn dorthin begleiten und ihm bei der Auswahl des Essens helfen kannst, indem du ihm beschreibst was angeboten wird. Dem Blinden das Essen schneiden oder Brote schmieren musst du indes nicht. Braucht ein Blinder auch bei diesen Tätigkeiten Hilfe, wird er sich früher oder später mit dieser Frage an dich wenden.

Wie führe ich einen Blinden?

Für viele ist die Führung eines Blinden eine große Herausforderung, weil sie sich unsicher sind. Aber auch hierfür gibt es ein paar Tipps, wie es ganz bestimmt gut klappen wird:

Am einfachsten ist es, wenn du dem Blinden deinen Arm anbietest, damit er sich bei dir einhaken kann. So läufst du automatisch etwa 1/2 m vor ihm und kannst rechtzeitig vor Hindernissen warnen. Harkst du dich bei dem Blinden ein, läuft dieser zwangsläufig vor dir und läuft so mit Gefahr, über Stufen oder andere Hindernisse zu stolpern, die du viel zu spät siehst. Des Weiteren kannst du auch deine Schulter anbieten. Blinde an die Hand nehmen ist theoretisch auch möglich, sollte aber nur gemacht werden, wenn man den Blinden schon länger kennt und der Blinde diese Führungsmethode explizit bevorzugt. Möchtest du einen Blinden auf einen Türgriff, eine Mauer oder etwas anderes hinweisen, legst du am besten seine Hand auf das Objekt was du zeigen möchtest. Der Blinde kann dann an deinem Arm entlang fühlen, bis er das Objekt ertastet. Stolperfallen wie Stufen, Gullydeckel oder sonstige Unebenheiten im Boden solltest du unbedingt rechtzeitig ankündigen.

Diese Auflistung von Tipps erhebt weder den Anspruch vollständig oder immer zutreffend zu sein. Es gibt nicht den typischen Blinden, dem entsprechend haben Blinde oftmals auch unterschiedliche Erwartungen an Sehende und Hilfsangebote.

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