Mal wieder steht das Osterfest vor der Tür. Für viele Menschen bedeutet die Osterzeit vor allem Oster-Eier färben und verstecken; andere wiederum freuen sich einfach über ein langes freies Wochenende. Die eigentliche Bedeutung von Ostern gerät dabei häufig in den Hintergrund.

Für Christen gehört das Osterfest neben Weihnachten und Pfingsten zu den „hohen“ und bedeutungsvollsten Feiertagen. An Karfreitag wird der Kreuzigung von Jesus Christus gedacht und Ostersonntag seine Auferstehung gefeiert.

Jesus als Retter der Menschheit

Jesus ist der Sohn Gottes. An Weihnachten feiern wir die Menschwerdung von Gott, der in Jesus ein Mensch wurde und auf die Erde kam.

Jesus kam zu uns Menschen, um eine Brücke zwischen der Menschheit und Gott zu schlagen, indem er für unsere Sünden am Kreuz gestorben ist. Die Vergebung der Sünde ist notwendig, da uns die Sünde von Gott trennt. Weil Gott die Menschen aber so sehr liebt, opferte er seinen Sohn und lies ihn für unsere Sünden sterben, damit wir Menschen gerettet werden können und nach dem Tod bei Gott leben dürfen.

Das ist die Bedeutung von Karfreitag: Jesus starb an unserer Stelle am Kreuz, damit wir Menschen ewig leben können. Mit seinem Tod schlägt Jesus eine Brücke zwischen den Menschen und Gott. Wir Menschen dürfen dieser Brücke (Jesus) vertrauen und das Geschenk der Sündenvergebung annehmen.

So wie ich mich einer Brücke anvertrauen muss, die über einen reißenden Fluss führt, muss und darf ich mich und mein Leben dem sterbenden Jesus am Kreuz anvertrauen, damit mir meine Sünden vergeben werden und ich ein ewiges Leben bei Gott haben darf.

Bibelstellen zum nachlesen

Johannes 3,16: „Denn also hat Gott die Welt geliebt, dass er seinen eingeborenen Sohn gab, auf dass alle, die an ihn glauben, nicht verloren werden, sondern das ewige Leben haben.“

Johannes 14,6: „Jesus spricht zu ihm: Ich bin der Weg und die Wahrheit und das Leben; niemand kommt zum Vater denn durch mich.“

Die Bedeutung der Sünde

Beim Begriff Sündenvergebung schütteln viele Menschen verständnislos mit dem Kopf. „Wozu Vergebung? Ich bin doch ein guter Mensch und gehe sogar in die Kirche.“ „Ich habe doch noch nie etwas schlechtes getan, wieso musste dann Jesus am Kreuz für mich sterben?“, sind häufige Entgegnungen von Menschen, wenn sie mit dem Begriff der Sünde konfrontiert werden.

Die Sünde ist zunächst einmal das was den Menschen von Gott trennt. Das Wort Sünde leitet sich von dem altdeutschen Wort „Sund“ ab, was soviel wie Abgrund oder Graben bedeutet.

Die Sünde bezeichnet weniger einzelne Vergehen von Menschen. Vielmehr geht es bei der Sünde um eine Lebenshaltung, die sich von Gott abwendet.

Tom Kleffmann (Professor für Systematische Theologie an der Universität Kassel) beschreibt die Sünde als das ständige „Umsichselbstkreisen“ des Menschen. Während der Mensch um sich selbst kreist, also nur mit sich selbst beschäftigt ist, verliert er Gott aus den Augen und wendet sich von ihm ab.

Im „Umsichselbstkreisen“ schaut der Mensch nicht mehr auf den Willen Gottes, sondern sieht nur seine eigene Welt und Perspektive.

Kein Mensch ist frei von Sünde. Deshalb brauchen wir Jesus, der durch seinen Tod am Kreuz uns von dem Umsichselbstkreisen befreit, oder die Brücke über den Graben der Sünde baut. Wir Menschen haben dann die Wahl, ob wir diese Befreiung annehmen und die Brücke zu Gott überqueren wollen oder nicht.

Auferstehung ist zentral

So unfassbar Gottes Liebeserklärung an die Menschheit auch ist, erst durch die leibhaftige Auferstehung von Jesus Christus bekommt das Osterfest seine zentrale Bedeutung. Denn mit der Auferstehung hat Jesus den ewigen Tod besiegt. Der ewige Tod, den wir Menschen eigentlich wegen unserer Sünden verdient hätten, hat keine Macht mehr über uns Menschen.

Der Weg zum ewigen Leben bei und mit Gott ist für uns Menschen erst durch Jesu Tod und Auferstehung möglich. Und somit macht es dann einen großen Unterschied, ob ich an die leibhaftige Auferstehung Jesu Christi und an die Vergebung aller Sünden glaube oder nicht.

Osterbotschaft als Licht der Hoffnung

Die Osterbotschaft ist ein starkes Licht der Hoffnung und Zuversicht für die Welt und die Menschen. Jesus selbst ist das Licht für unsere Welt (Johannes 8,12: „Da redete Jesus abermals zu ihnen und sprach: Ich bin das Licht der Welt. Wer mir nachfolgt, der wird nicht wandeln in der Finsternis, sondern wird das Licht des Lebens haben.“)

Durch die leibhaftige Auferstehung scheint das Licht der Hoffnung auch noch in unsere Zeit und bis in alle Ewigkeit. Wir Menschen dürfen voller Hoffnung und Zuversicht darauf vertrauen, dass Jesus den Tod besiegt hat. Diese Welt mit ihrem Leid ist vergänglich, aber Gott hat durch die Opferung seines Sohnes und die Auferstehung die Brücke zu einem Leben in Frieden mit ihm in Ewigkeit geschlagen.

Eine unfassbar positive und ermutigende Botschaft, die ein erfundener Osterhase oder die Oster-Eier nicht geben können.

Quellen:

Tom Kleffmann: Grundriss der Systematischen Theologie

Die bibelzitate stammen alle aus der Revidierten Lutherübersetzung 2017

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