Auf das 2021 ein Jahr der Hoffnung und Zuversicht werde

2020 ist fast vorbei und in der jüngeren Vergangenheit gab es wohl kaum ein Jahr, an dessen Ende so viele Menschen froh und dankbar sein werden dass es vorbei ist. Da war das Coronavirus, was unser aller Leben verändert und eingeschränkt hat. Doch gab es nicht nur Einschränkungen, sondern leider auch viel zu viel Leid und Trauer, die die Pandemie über viele Familien herein gebracht hat. Und wer daran zweifelt möge einen Blick in die Krankenhäuser Der Republik werfen.

Was bleibt am Ende übrig von einem Jahr, in dem wir täglich mit Negativschlagzeilen konfrontiert wurden? Was bleibt übrig von einem Jahr, was für viele Menschen hauptsächlich ein Jahr in Isolation und Einsamkeit war, weil man Freunde, Verwandte und Familie nicht oder nur sehr eingeschränkt treffen durfte? Und was bleibt übrig von einem Jahr, an dessen Ende sich viele Menschen fragen wie wird es weitergehen mit der Pandemie, den wirtschaftlichen Folgen und für mich ganz persönlich?

In den letzten Wochen machte die Nachricht von In den letzten Wochen machte die Nachricht von verfügbaren Impfstoffen weltweit Runde und sorgte für hoffnungsvolle Stimmungauch in Deutschland und Europa wird seit einigen Tagen geimpft. Um zu dürfen wir zumindest mit der Hoffnung in das neue Jahr gehen, dass sich langsam aber sicher eine Wende hin zum guten einstellen wird. Auch wenn die harten Maßnahmen auch noch eine ganze Weile im neuen Jahr Bestand haben werden; Der Start der Kampagne kann das lang ersehnte Licht am Ende des Tunnels sein.

Doch dieses Jahr war auch mehr als nur Corona. Wie in jedem Jahr gab es für alle Menschen positive und negative Ereignisse. Für mich persönlich war es alles andere als ein einfaches und schönes Jahr, und so blicke auch ich auf ein in vielerlei Hinsicht schwieriges und trauriges Jahr zurück.

Doch trotzdem dürfen wir hoffen! Hoffen, dass 2021 ein Jahr der Hoffnung, der Zuversicht und der Freude werden kann. Das gilt sowohl für die Pandemie, als auch für die persönlichen Herausforderungen, die jeden einzelnen von uns erwarten werden.

Ich habe mir sehr viele Gedanken gemacht, wie ich als Perspektivwechsel ein solches Jahr angemessen beenden kann.sollte ich noch einen Jahresrückblick schreiben, in dem ich alle wichtigen Ereignisse, Daten, Zahlen und Fakten des Jahres chronologisch aufliste? Oder von meinen persönlichen Höhen und Tiefen schreiben?

Die Wahrheit ist: ich habe keine Worte um angemessen zu beschreiben was dieses Jahr ausgemacht hat. Ich habe keine Worte, die das viele Leid, die Trauer und die Einsamkeit von vielen Menschen angemessen beschreiben könnten.ich habe auch keine Worte dafür, was dieses Jahr in mir persönlich gemacht hat. Aber ich habe Hoffnung darauf, dass 2021 ein besseres Jahr wird. Ich persönlich habe Hoffnung darauf, dass es einen Gott gibt der seine Menschheit und seine Erde nicht im Stich lässt und auch im neuen Jahr mein Begleiter sein wird.

Da ich diese Hoffnung nicht selbst in Worte fassen kann möchte ich das Jahr mit zwei Songtexten beenden, die mich persönlich sehr bewegen.

Es sind Lieder der Hoffnung, der Zuversicht und des Glaubens und besseren Zeiten.Ein Lied ist ein sehr bekanntes Kirchenlied und das andere Lied ist ein aktuelles Lied aus dem Single Charts.Ich möchte diese Texte einfach kommentarlos nebeneinander stellen, und hoffe dass meine Leser durch die Texte etwas von der Hoffnung spüren, wie mir diese Lieder auch geben.und des Glaubens und besseren Zeiten.Ein Lied ist ein sehr bekanntes Kirchenlied und das andere Lied ist ein aktuelles Lied aus dem Single Charts.Ich möchte diese Texte einfach kommentarlos nebeneinander stellen, und hoffe dass meine Leser durch die Texte etwas von der Hoffnung spüren, wie mir diese Lieder auch geben.

In diesem Sinne wünsche ich allen ein frohes, gesegnetes neues Jahr und viel Kraft, Zuversicht und Hoffnung.

Bis ins neue Jahr, wo es dann weitere Artikel zum Thema Leben mit Blindheit auf Perspektivwechsel geben wird.

Von guten Mächten: Dietrich Bonhoeffer 1944(Strophen 1, 2, 5 und 7)

Von guten Mächten treu und still umgeben,

behütet und getröstet wunderbar,

so will ich diese Tage mit euch leben

und mit euch gehen in ein neues Jahr.

Noch will das alte unsre Herzen quälen,

noch drückt uns böser Tage schwere Last.

Ach Herr, gib unsern aufgeschreckten Seelen

das Heil, für das du uns geschaffen hast.

Lass warm und hell die Kerzen heute flammen,

die du in unsre Dunkelheit gebracht,führ, wenn es sein kann, wieder uns zusammen.

Wir wissen es, dein Licht scheint in der Nacht.

Von guten Mächten wunderbar geborgen,

Gott ist bei uns am Abend und am Morgen

und ganz gewiss an jedem neuen Tag.

Sarah Connor: Bye Bye, 2020

Ich hab‘ heute nichts zu tun

Und die Welt hat heute zu

Ich hau‘ mich einfach wieder hin

Denn alles andre macht ja eh kein’n Sinn

Jaja, alles okay

Ich bin okay, aber ne, eigentlich nicht

Denn aus meiner Sicht reicht es langsam

Ich hab‘ keine Lust mehr

Könn’n wir vorspul’n

Und so tun, als wär alles wieder gut?

Und dann feiern wir ’ne fette Party

Laden alle unsre Freunde ein

Steh’n extra ganz dicht beieinander

Und stoßen an aufs Zusammensein

Alt und jung und groß und klein

Keiner mehr zuhaus allein

Weißt du, wovon ich grad am liebsten träum‘?

Dass du mich weckst und sagst, „Es ist vorbei!“

Bye-bye, bye-bye

Dass du mich weckst und sagst, „Es ist vorbei!“

Bye Bye, Bye Bye,

Ich hab‘ Ziegen gemolken

Und Olivenöl gepresst

Hab‘ ’n Kräuterweg gepflanzt

Hab‘ mehr meditiert gegen den Stress

Jaja, ich hätt auch gern ’ne neue Sprache gelernt

Und ganz viel Sport gemacht

Hab‘ ich aber nicht, leider nicht

Und auch nicht genug gelacht

Beim Lernen mit den Kids nur die Hälfte geschafft

Könn’n wir bitte, bitte vorspul’n

Und so tun, als wär alles wieder gut?

Und dann feiern wir ’ne fette Party

Laden alle unsre Freunde ein

Steh’n extra ganz dicht beieinander

Und stoßen an aufs Zusammensein

Alt und jung und groß und klein

Keiner mehr zuhaus allein

Weißt du, wovon ich grad am liebsten träum‘?

Dass du mich weckst und sagst, „Es ist vorbei!“

Bye-bye, bye-bye

Es ist vorbei

Der ganze Sch**ß mit dem Abstand

Ich will nur zurück nach Island

Ich will Nähe und Spaß

Und mit dir trinken aus demselben Glas

Und stell dir vor, du hast ’n Wunsch frei

Ja, dann feiern wir ’ne fette Party

Laden alle unsre Freunde ein

Steh’n extra ganz dicht beieinander

Und stoßen an aufs ZusammenseinAlt und jung und groß und klein

Keiner mehr zuhaus allein

Weißt du, wovon ich grad am liebsten träum‘?

Dass du mich weckst und sagst, „Es ist vorbei!“

Bye-bye, bye-bye

Es ist vorbei

Wenn die Dunkelheit übermächtig erscheint

Viel zu selten wird in unserer Gesellschaft über Gefühle wie Traurigkeit, Schmerz oder Mutlosigkeit gesprochen.
Wir interessieren uns nur für die tollen Momente, für Erfolgsstorys und Heldengeschichten. Wir versuchen uns hinter unseren Siegen und guten Momenten zu verstecken. Doch hinter der glänzenden Fassade liegen immer auch die Schattenseiten, die Traurigkeiten und auch unsere Schwächen. In diesem Text soll es genau um die weniger angenehmen Themen gehen, weil diese zum Leben dazugehören.

Stell dir vor es ist ein herrlicher Frühlingstag. Die Sonne scheint, die Vögel singen und die Blumen blühen. Alle Menschen erfreuen sich am blauen Himmel, an der farbenfrohen Natur und an der Helligkeit des Tages. Und dann stell dir vor es bleibt trotzdem dunkel in deinem Leben. Du hörst zwar die Vögel und riechst den Frühling, die vielen bunten Farben und die Helligkeit aber siehst du nicht. Und viel mehr noch; du merkst, wie deine Mitmenschen voll und ganz in der Welt der Farben und im Licht aufgehen und du in der Dunkelheit feststeckst. Du fühlst dich einsam und verlassen. Du spürst, dass zwischen deiner Welt und der Welt deiner Mitmenschen die Dunkelheit steht.

Oder stell dir vor du bist immer derjenige, über den definitiv geredet wird, wenn du neu in einer Gruppe bist. Aber nicht dein Charakter, deine Hobbys und alles andere was dich ausmacht ist Gesprächsthema, sondern deine Blindheit. Jeder begegnet dir zunächst mit Vorurteilen, mit Vorsicht und des Öfteren auch mit Angst. Für die meisten bist du erstmals einfach der Blinde. Ein ungezwungenes kennenlernen ist kaum möglich, weil Blindheit und Vorurteile der anderen zwischen dir und deinen Mitmenschen stehen. Du weißt zwar, dass es die Menschen in der Regel nicht böse meinen, doch trotzdem fühlst du dich verlassen und alleine, weil du dich gefangen fühlst in der Dunkelheit.

Nicht immer ist das Leben mit Blindheit einfach und schön. Zwar lernt man mit der Zeit seine Behinderung zu akzeptieren, doch trotzdem gibt es diese Tage voller Verzweiflung, Trauer und Wut. Tage, an denen man sich am liebsten in die hinterste Ecke verkriechen würde und sich ganz der Traurigkeit ergeben möchte. Es sind diese Tage, an denen sich die Blindheit wie eine riesige Last anfühlt, unter der man zusammenbricht. Tage, an denen ich mich einsam, verlassen und unglaublich weit weg von meinen Mitmenschen entfernt fühle. Tage, an denen das nicht sehen können zu einem undurchdringlichen Gefängnis aus dunklen Mauern wird, aus dem es kein entrinnen gibt.
Und dann gibt es da noch die Fragen, die einen quälen und nicht mehr loslassen? Warum ausgerechnet ich? Warum kann nicht ein Wunder passieren, dass mich wieder sehend macht? Hat das Leben mit einer Behinderung überhaupt einen Sinn?

Blind zu sein bedeutet mehr als nur nicht sehen zu können. Es kann auch Einsamkeit, Isolation und Traurigkeit bedeuten.
Mit einer Behinderung zu leben bedeutet in einer Gesellschaft zu leben, die für Menschen ohne Behinderung gemacht ist und die zu oft keinen Platz für vermeintlich Schwächere bietet.

Menschen mit einer Behinderung werden im Alltag ständig damit konfrontiert, dass sie Dinge, die für die meisten Menschen normal sind, gar nicht oder nur mit großem Mehraufwand schaffen können. Damit umzugehen ist an vielen Tagen alles andere als einfach. Zumal einem an allen Ecken vermittelt wird, dass Schwächen in der Gesellschaft unerwünscht sind. Wo höher!schneller! weiter! Die einzigen Maßstäbe zu sein scheinen, werden Menschen, die diesen Prinzipien nicht entsprechen können vergessen und ausgegrenzt. In der Wahrnehmung der aller meisten Menschen ist eine Behinderung immer noch etwas Schreckliches, Schlimmes und Trostloses. Somit ich mich auch immer wieder dafür rechtfertigen muss, dass auch ein Leben mit einer Behinderung lebenswert sein kann.

Eine weitere Schwierigkeit ist die eingeschränkte Mobilität, die meine Blindheit mit sich bringt. Selbst Wege im nahen Umfeld müssen mühevoll erlernt werden, damit ich sie irgendwann selbständig und alleine benutzen kann. Möchte ich unterwegs sein bin ich stets auf öffentliche Verkehrsmittel oder sehende Personen mit Auto angewiesen. Einfach mal so mit dem Fahrrad in die Stadt, andere Städte besuchen und anschauen oder sich in ein Auto setzen und losfahren? Für mich nur ein Traum, der wohl nie Wirklichkeit werden wird.
Und ja, wenn ich so über all die beschriebenen Situationen nachdenke, lässt sich der Wunsch einmal wieder sehen zu können nicht an allen Tagen unterdrücken. Ein Wunsch, der aufgrund der besonderen medizinischen Situation wohl niemals in Erfüllung gehen kann.
Manchmal wird dieser Wunsch so groß, dass er zum dominierenden Gefühl in meinem Leben wird. Dann frage ich mich, ob ein Leben mit Blindheit wirklich lebenswert ist. Und manchmal werden mir die ganzen Herausforderungen zu viel und scheinbar unerträglich. Dann fehlt mir die Kraft trotz allem positiv nach vorne zu schauen. Dann fehlt die Energie die Blindheit als ganz normalen Teil meines Lebens zu sehen und das Beste daraus zu machen. Das nicht sehen können fühlt sich in solchen Momenten an, als ob ich von den bereits beschriebenen dunklen hohen Mauern gefangen wäre ohne jede Chance auf Befreiung. Denn die Blindheit lässt sich nicht einfach wie ein Mantel am Ende des Tages ablegen; blind bin ich immer und werde es wohl mein ganzes Leben bleiben. Besonders die scheinbar feststehende Endgültigkeit ist an diesen Tagen nur schwer zu ertragen, weil es eben auch heißt, dass mich die Herausforderungen und Schwierigkeiten mein ganzes Leben begleiten werden.

Doch was fängt man jetzt mit diesen negativen Gedanken auf? Ist es jetzt angebracht sich nur noch still und traurig in die hinterste Ecke zu verziehen? Darf ich überhaupt solch negative Gedanken haben und wenn ja, sollte ich diese nicht lieber für mich behalten um niemanden damit zu belästigen? Müsste es mir mit 25 Jahren nicht längst gelungen sein solche Gedanken endgültig zu verbannen?

Tatsächlich bin ich davon überzeugt, dass es auf all die vielen Fragen aus diesem Artikel keine allgemein gültigen Antworten gibt. Vor allem die Fragen, warum es Behinderungen und Krankheiten gibt kann kein Mensch auch nur ansatzweise beantworten. Auch Theologen verzweifeln seit Jahrhunderten an der sogenannten Theodizeefrage, die letztlich wissen möchte, warum gütiger Gott Leid, Unheil und Krankheiten zulässt.
Doch muss die Frage nach dem warum wirklich beantwortet werden? Ich denke es wäre viel entscheidender zu Fragen, wie wir mit Krankheit, Behinderungen und Schwächen umgehen. Diese Frage ist sowohl eine gesellschaftliche als auch eine individuelle Sache.
Eine Gesellschaft sollte kritisch hinterfragen, ob es nicht bessere Prinzipien als „Höher!deSchneller! Weiter!“ gibt. Eine Gesellschaft, die so gerne modern, bunt und vielfältig sein möchte sollte es nicht zulassen, dass schwächere Mitglieder oder solche die aus anderen Gründen nicht in das Mainstream-Schema passen ausgegrenzt werden. Letztlich hat jeder Mensch Schwächen und Stärken. Das ich nicht sehen kann macht mich noch lange nicht zu einem Menschen zweiter Klasse. Ich habe genauso Stärken, die ich in das gesellschaftliche Leben einbringen kann. Eine Gesellschaft ist dann am stärksten, wenn jeder unabhängig von Herkunft, Geschlecht und Behinderung gleichberechtigt seine Stärken einbringen kann und Schwächen nicht als Auskrenzungsmerkmal sondern als etwas ganz natürliches betrachtet werden.

Was die individuelle Seite betrifft hilft es mir am meisten zu spüren, dass ich ein Umfeld habe, in dem meine Behinderung keine große Rolle spielt. Freunde und Familie sind da, wenn es mir schlecht geht und sprechen mir Mut zu, wenn ich mutlos bin. Auch mein Umfeld kann die Blindheit nicht von mir wegnehmen, aber es hilft mir besser damit umzugehen.

Und nicht zuletzt ist der Glaube an Gott jeden Tag eine Ermutigung für mich. Ich glaube daran, dass es einen Gott gibt, der Himmel und Erde und alles Leben geschaffen hat und nicht möchte, dass es mir mit meiner Blindheit schlecht geht. Ich glaube auch daran, dass Gott auch Menschen mit einer Behinderung gebrauchen kann. Warum Gott zulässt dass ich blind bin und auch andere Krankheiten und Behinderungen nicht verhindert, werde ich nie verstehen können. Und trotzdem weiß ich, dass ich auf Jesus vertrauen kann, weil er mir jedes Mal aufs Neue die Kraft gibt mit der schwierigen Situation umzugehen. Jesus ist der Begleiter in meinem Leben, der mich immer wieder stärkt wenn ich schwach bin und mich immer wieder aufrichtet wenn ich das Gefühl habe die dunklen Mauern sind zu stark und zu groß für mich.

In der Bibel steht im Johannes-Evangelium: „Ich bin das Licht der Welt. Wer mir nachfolgt, der wird nicht wandeln in der Finsternis, sondern wird das Licht des Lebens haben.“(Johannes 8,12)

Dieses Licht konnte ich schon oft in meinem Leben spüren. Es ist stärker als die dunklen Mauern, die sich immer wieder um mich herum aufbauen wollen.

Und an einer anderen Stelle heißt es: „Ist Gott für uns, wer kann gegen uns sein?“(Römerbrief 8,31)und in Philipper 4,13 steht: „Alles kann ich durch Christus, der mir Kraft und stärke gibt.“

Jesus ist stärker als meine Blindheit und er lässt mich nicht im Stich. Kann es eine größere Kraft und eine größere Zuversicht geben? Ich kenne keine!

Die wahre Bedeutung von Ostern

Mal wieder steht das Osterfest vor der Tür. Für viele Menschen bedeutet die Osterzeit vor allem Oster-Eier färben und verstecken; andere wiederum freuen sich einfach über ein langes freies Wochenende. Die eigentliche Bedeutung von Ostern gerät dabei häufig in den Hintergrund.

Für Christen gehört das Osterfest neben Weihnachten und Pfingsten zu den „hohen“ und bedeutungsvollsten Feiertagen. An Karfreitag wird der Kreuzigung von Jesus Christus gedacht und Ostersonntag seine Auferstehung gefeiert.

Jesus als Retter der Menschheit

Jesus ist der Sohn Gottes. An Weihnachten feiern wir die Menschwerdung von Gott, der in Jesus ein Mensch wurde und auf die Erde kam.

Jesus kam zu uns Menschen, um eine Brücke zwischen der Menschheit und Gott zu schlagen, indem er für unsere Sünden am Kreuz gestorben ist. Die Vergebung der Sünde ist notwendig, da uns die Sünde von Gott trennt. Weil Gott die Menschen aber so sehr liebt, opferte er seinen Sohn und lies ihn für unsere Sünden sterben, damit wir Menschen gerettet werden können und nach dem Tod bei Gott leben dürfen.

Das ist die Bedeutung von Karfreitag: Jesus starb an unserer Stelle am Kreuz, damit wir Menschen ewig leben können. Mit seinem Tod schlägt Jesus eine Brücke zwischen den Menschen und Gott. Wir Menschen dürfen dieser Brücke (Jesus) vertrauen und das Geschenk der Sündenvergebung annehmen.

So wie ich mich einer Brücke anvertrauen muss, die über einen reißenden Fluss führt, muss und darf ich mich und mein Leben dem sterbenden Jesus am Kreuz anvertrauen, damit mir meine Sünden vergeben werden und ich ein ewiges Leben bei Gott haben darf.

Bibelstellen zum nachlesen

Johannes 3,16: „Denn also hat Gott die Welt geliebt, dass er seinen eingeborenen Sohn gab, auf dass alle, die an ihn glauben, nicht verloren werden, sondern das ewige Leben haben.“

Johannes 14,6: „Jesus spricht zu ihm: Ich bin der Weg und die Wahrheit und das Leben; niemand kommt zum Vater denn durch mich.“

Die Bedeutung der Sünde

Beim Begriff Sündenvergebung schütteln viele Menschen verständnislos mit dem Kopf. „Wozu Vergebung? Ich bin doch ein guter Mensch und gehe sogar in die Kirche.“ „Ich habe doch noch nie etwas schlechtes getan, wieso musste dann Jesus am Kreuz für mich sterben?“, sind häufige Entgegnungen von Menschen, wenn sie mit dem Begriff der Sünde konfrontiert werden.

Die Sünde ist zunächst einmal das was den Menschen von Gott trennt. Das Wort Sünde leitet sich von dem altdeutschen Wort „Sund“ ab, was soviel wie Abgrund oder Graben bedeutet.

Die Sünde bezeichnet weniger einzelne Vergehen von Menschen. Vielmehr geht es bei der Sünde um eine Lebenshaltung, die sich von Gott abwendet.

Tom Kleffmann (Professor für Systematische Theologie an der Universität Kassel) beschreibt die Sünde als das ständige „Umsichselbstkreisen“ des Menschen. Während der Mensch um sich selbst kreist, also nur mit sich selbst beschäftigt ist, verliert er Gott aus den Augen und wendet sich von ihm ab.

Im „Umsichselbstkreisen“ schaut der Mensch nicht mehr auf den Willen Gottes, sondern sieht nur seine eigene Welt und Perspektive.

Kein Mensch ist frei von Sünde. Deshalb brauchen wir Jesus, der durch seinen Tod am Kreuz uns von dem Umsichselbstkreisen befreit, oder die Brücke über den Graben der Sünde baut. Wir Menschen haben dann die Wahl, ob wir diese Befreiung annehmen und die Brücke zu Gott überqueren wollen oder nicht.

Auferstehung ist zentral

So unfassbar Gottes Liebeserklärung an die Menschheit auch ist, erst durch die leibhaftige Auferstehung von Jesus Christus bekommt das Osterfest seine zentrale Bedeutung. Denn mit der Auferstehung hat Jesus den ewigen Tod besiegt. Der ewige Tod, den wir Menschen eigentlich wegen unserer Sünden verdient hätten, hat keine Macht mehr über uns Menschen.

Der Weg zum ewigen Leben bei und mit Gott ist für uns Menschen erst durch Jesu Tod und Auferstehung möglich. Und somit macht es dann einen großen Unterschied, ob ich an die leibhaftige Auferstehung Jesu Christi und an die Vergebung aller Sünden glaube oder nicht.

Osterbotschaft als Licht der Hoffnung

Die Osterbotschaft ist ein starkes Licht der Hoffnung und Zuversicht für die Welt und die Menschen. Jesus selbst ist das Licht für unsere Welt (Johannes 8,12: „Da redete Jesus abermals zu ihnen und sprach: Ich bin das Licht der Welt. Wer mir nachfolgt, der wird nicht wandeln in der Finsternis, sondern wird das Licht des Lebens haben.“)

Durch die leibhaftige Auferstehung scheint das Licht der Hoffnung auch noch in unsere Zeit und bis in alle Ewigkeit. Wir Menschen dürfen voller Hoffnung und Zuversicht darauf vertrauen, dass Jesus den Tod besiegt hat. Diese Welt mit ihrem Leid ist vergänglich, aber Gott hat durch die Opferung seines Sohnes und die Auferstehung die Brücke zu einem Leben in Frieden mit ihm in Ewigkeit geschlagen.

Eine unfassbar positive und ermutigende Botschaft, die ein erfundener Osterhase oder die Oster-Eier nicht geben können.

Quellen:

Tom Kleffmann: Grundriss der Systematischen Theologie

Die bibelzitate stammen alle aus der Revidierten Lutherübersetzung 2017