Neues YouTube-Video

Nicht nur die Homepage erwacht langsam wieder zum Leben, sondern auch mein YouTube-Channel. Nach langer Zeit habe ich endlich mal wieder ein neues Video hochgeladen, welches du dir ab sofort auf YouTube anschauen kannst.

In dem Video kannst du mich etwas besser kennen lernen und erfährst mehr über die Hintergründe und Hauptmotivation von Perspektivwechsel.

Das Video findest du Hier.

Falls dir mein YouTube Channel gefällt kannst du das Video sehr gerne teilen.

Falls du anregungen, Fragen oder Kritik hast schreib mir doch gerne

Eine Nachricht.

Perspektivwechsel is still alive: Mit frischem Wind, Jesus und neuer Ausrichtung in die Zukunft

Unglaublich aber wahr! Nach langer zeit gibt es mal wieder einen neuen Beitrag auf meinem Blog. Viel zu lange ist hier nichts passiert und der ein oder Andere hat sich vielleicht schon gefragt, ob der Blog Perspektivwechsel überhaupt noch existiert. Vielleicht haben viele Menschen die Website und die vergangenen Beiträge längst vergessen.

Wie auch immer! Dieser Beitrag ist der beste Beweis dafür, dass es Perspektivwechsel noch gibt und es in Zukunft wieder mehr Beiträge von mir geben wird.

Vielleicht fragst du dich jetzt, warum es so lange keine Beiträge mehr gab? Dafür gibt es viele Gründe, die den Rahmen dieses Beitrags mehr als sprengen würden. Sagen kann ich aber, dass die vergangenen 12 Monate für mich alles andere als einfach waren. Es gab viele Veränderungen in meinem Leben und so manche schwere Krisen. Diese Krisen haben mich lange zeit vom Schreiben abgehalten, da ich Raum brauchte, vieles zu verarbeiten und mein Leben neu zu sortieren.

Ich habe mich auch oft gefragt, ob und wie es in Zukunft mit dem Blog weiter gehen soll. Hab ich den Leuten überhaupt noch etwas zu sagen? Gibt es überhaupt noch Menschen, die meine Beiträge lesen und beachten? Ist bei Perspektivwechsel überhaupt noch meine persönliche Identität zu erkennen? Bin ich auch trotz Krisen und Veränderungen noch Perspektivwechsel?

Auf diese Fragen galt es Antworten zu finden. Und meine Antwort lautet: „Ja, es geht weiter, wenn auch ein wenig anders!“

Natürlich wird es auch in Zukunft bei Perspektivwechsel hauptsächlich über das Leben mit Blindheit gehen. Es ist mir auch weiterhin ein Anliegen möglichst authentisch und ehrlich über spannendes, herausforderndes, lustiges und schönes aus meinem Alltag mit Blindheit zu erzählen. Stärker als bisher möchte ich dabei in Zukunft auch über meinen Glauben an Jesus Christus sprächen. Falls du dich jetzt fragst, wieso mein Christsein in Zukunft eine so wichtige Rolle einnehmen wird:

Für mich persönlich ist der Glaube an Gott als mein liebender Vater von zentraler Bedeutung. Ich werde oft von Leuten gefragt, wie ich es schaffe, trotz Behinderung so Lebensfreudig und zuversichtlich zu bleiben. Die ehrlichste Antwort, die ich auf diese Frage geben kann isst mein Glaube an Jesus Christus. Ich kann nicht authentisch über die Bewältigung meines Alltages mit Blindheit sprächen ohne zu sagen, dass all meine Zuversicht, Lebensfreude und Energie von Gott kommt. Der Glaube an Gott gibt mir jeden Tag aufs Neue die Zuversicht und Energie allen Herausforderungen selbstbewusst entgegenzutreten.

Ich möchte diese Hoffnung und Lebensfreude nicht nur für mich behalten, sondern anderen Menschen davon Erzählen. Ich hoffe, dass Gott meine Berichte und Erzählungen auch in Zukunft nutzen wird, um anderen Menschen Hoffnung und Ermutigung zuzusprechen. Es würde mich freuen, wenn mein Blog in Zukunft zu einem ermutigenden Zeugnis für möglichst viele Menschen werden darf. Des Weiteren sollen meine Texte und Videos zu einer Hoffnungsvollen Kraftquelle werden.

Hierzu möchte ich nicht nur die Homepage, sondern auch meine Instagram-Kanäle und meinen YouTube-Chanel nutzen.

Auf Instagram möchte ich mit dem Kanal blind_in_berlin kurz und bündig mit Fotos,Kurzvideos und Kurzen Texten über mein Leben in Berlin, mein Studium und meinen Glauben sprechen. Auf dem Insta-Kanal josinho_immanuel9 geht es hingegen mehr um meine Aktivitäten als Blindenfußballer von Hertha BSC und ebenfalls über meinen christlichen Glauben.

Auf YouTube und der Homepage möchte ich auf einzelne Themen ausführlicher eingehen. Hier bekommst du also einen tiefgehenderen Einblick in mein Leben mit Blindheit und in das, was mich so bewegt. Auch auf der Website und in den YouTube-Videos steht neben der Blindheit mein Leben mit Jesus im Vordergrund.

Es würde mich sehr freuen, wenn ihr auch weiterhin so fleißig und Zahlreich meine Artikel lest und Perspektivwechsel in Zukunft zu einer Hoffnungsvollen und ermutigenden Kraftquelle für viele werden kann.

Du kannst mir natürlich auch weiterhin eine persönliche Nachricht mit deinem Feedback zukommen lassen, entweder auf Instagram oder auch direkt hier über dieKontaktseite.

In eigener Sache: Perspektivwechsel sucht Verstärkung

Ehrenamtlicher Unterstützer:In für Blog-Gestaltung gesucht

Hallo Zusammen!

Ich heiße Johannes, bin 26 und blind. Seit einiger Zeit betreibe ich den Blog derperspektivwechsel.com, auf dem ich über mein Leben mit Blindheit berichte. Zusätzlich berichte ich auf Instagram als blind_in_berlin https://www.instagram.com/blind_in_berlin/ über Das Leben mit Blindheit in der Hauptstadt. Ein entsprechender YouTube Channel ist gerade im Aufbau: https://youtube.com/channel/UC48sVJ7zFHhPcrlgboLtDDg.

Bei Perspektivwechsel geht es

Darum meinem Alltag mit Blindheit in allen Facetten möglichst authentisch dazustellen. Ich bin ein lebensfroher und meistens sehr positiv denkender Mensch und bin glücklich mit der Blindheit. Ich sehe die Behinderung nicht als etwas negatives, sondern als ganz natürlichen und positiven Teil meiner Persönlichkeit. Ich bin ein großer Anhänger der Disability-Pride-Bewegung und der Behindert und verrückt feiern Parade, die jedes Jahr in Berlin stattfindet. Des Weiteren gibt mir mein christlicher Glaube sehr viel positive Energie. Genau das möchte ich auf meinem Blog abbilden: Lebensfreude, bunt, vielfältig, spaß am Leben und viel Humor.

Da ich meinen Blog weiterentwickeln möchte Bin ich auf der Suche nach einem oder mehreren Unterstützer:Innen für die Gestaltung und Planung des Blocks und der Social-Media-Kanäle.

Das sind die Aufgaben:

⁃ Korrekturlesen von Blogeinträgen und Postings

⁃ Mich beim Erstellen Von Fotos und Videos unterstützen(Fotos machen, Videos drehen oder passende Fotomotive recherchieren)

⁃ Unterstützung bei der visuellen Gestaltung Der Webseite und der Social- Media-Kanäle

⁃ Mich durch Berlin begleiten und Fotos und Videos von meinem Alltag mit Blindheit machen

⁃ Das bringst du mit:

⁃ Interesse an Themen wie leben mit Behinderung, Inklusion und Bloggen

⁃ Einfühlsamkeit und Verständnis für die Situation und den Alltag einer blinden Person in Berlin

Interesse am fotografieren, kurz Videos drehen und der Aufbereitung von Inhalten für die verschiedenen Social-Media-Kanäle

Sehr gerne kannst du dich auch Mit Vorschlägen für Beiträge und zur Gestaltung und Weiterentwicklung meiner Kanäle einbringen.

Grundkenntnisse in der Benutzung von Social-Media-Kanälen sind wünschenswert, darüber hinaus sind keine besonderen Kenntnisse erforderlich.

Das erwartet dich:

⁃ spannende Einblicke in den Alltag einer blinden Person und die Thematik Inklusion

⁃ Die Möglichkeit, ein Projekt weiterzuentwickeln und gemeinsam mit mir ganz neue Ideen zu entwickeln.

⁃ Die Möglichkeit, dich beim Fotografieren, Video drehen und der Arbeit als Blogger ganz ohne Druck und ungezwungen auszuprobieren

⁃ Gute Gespräche über Gott und die Welt und eine gute Gemeinschaft

Da ich den Blog selber ehrenamtlich betreibe, Kann ich dir für die Arbeit keine finanzielle Vergütung zahlen, aber ich spendiere gerne einen Kaffee oder lade dich auch mal auf ein Essen ein.

Hab ich dein Interesse geweckt? Oder kennst du jemanden, für den das interessant sein könnte?

Dann freue ich mich sehr von dir zu hören:

Mail: derperspektivwechsel@gmail.com

wenn die Kraft nicht reicht wenn die Kraft nicht reicht

Wenn die Kraft nicht reicht

dass mir sehende Menschen die Hilfe verweigern und/oder sich über meine Situation lustig machen ist dabei leider keine Seltenheit. Auch beleidigende und diskriminierende Kommentare bezüglich Blindheit oder Hautfarbe gehören zu meinem Alltag dazu. Für mich fühlt es sich dann immer so an, als wäre in dieser Gesellschaft keinen Platz für mich. Das Gefühl nicht dazuzugehören, Weil man eine Behinderung hat ist jedes Mal sehr schmerzvoll. Leider leben wir in einer Gesellschaft, die auf Perfektionismus, Leistungsdruck und Optimierung ausgelegt ist. Menschen die nicht in die Norm passen, weil sie beispielsweise eine Behinderung haben passen nicht ins Muster, weil sie in den Augen von vielen Menschen zu schwach, zu unselbstständig und nicht gut genug sind. In Verbindung mit dem Spiel der deutschen Nationalmannschaft bei der Europameisterschaft gegen Ungarn wurde viel darüber gesprochen, dass wir eine offene Gesellschaft sind, in der jeder unabhängig seiner sexuellen Orientierung leben darf. Sehr viele Menschen haben sich für dieses Thema eingesetzt. Ich würde mir wünschen, dass unsere Gesellschaft für das Thema Menschen mit Behinderung genauso sensibel werden würde. laut einer repräsentativen Umfrage unter sehenden Menschen aus dem Jahr 2016 fühlen sich 55 % der Befragten unwohl in der Gegenwart von blinden Menschen. Diese Studie zeigt leider zu deutlich, dass Menschen mit Behinderung immer noch kein normaler und selbstverständlicher Teil der Gesellschaft sein dürfen. Und ich wünsche mir Menschen um mich herum, bei denen ich einfach ich sein kann, meine Behinderung oder Hautfarbe keine Rolle spielt und bei denen ich nicht ständig das Gefühl haben muss nicht dazuzugehören. Manchmal würde ich viel dafür geben die Blindheit und alles Negative was damit verbunden ist los zu werden. Aber es gibt keinen Ausweg aus der Blindheit, es bleibt nur das weiterkämpfen. Schon morgen kann die Sonne wieder scheinen.auch solche Momente gehören zu meinem Alltag mit Blindheit: eigentlich wollte ich den Freitag Abend gemütlich an der Spree ausklingen lassen. Vom Hackeschen Markt aus wollte ich gemütlich zur Museumsinsel laufen und mich dann an die Spree setzen, um dort die vielen Menschen und die Abendstimmung zu genießen. Vielleicht mit einem Bierchen oder auch einem Döner, an irgendeine Ecke wollte ich mir irgendetwas derartiges besorgen. Am Hackeschen Markt angekommen versuchte ich mir meinen Weg durch die vielen Menschen und die Tische und Stühle der Außengastronomie zu bahnen. Doch so sehr ich mich auch bemühte, immer wieder verlief ich mich und schaffte es nicht den Weg zur Spray zu finden. Leider versagte auch mein Google Maps, es führte mich immer wieder im Kreis herum und war somit keine Hilfe. Die vielen Menschen waren zwar in bester Stimmung, aber in Sachen Hilfsbereitschaft eher eine große Enttäuschung. Entweder ignorierten sie meine Fragen oder machten sich darüber lustig, dass eine blinde Person sich am Hackeschen Markt wieder und wieder verläuft. Nach einer halben Stunde vergeblicher Suche gab ich einfach auf…
Ich hatte keine Kraft mehr mich zu verlaufen, den Lärm und die vielen Menschen um mich herum zu ertragen und auszuhalten, dass sehende Menschen sich über meine Situation lustig machen. Enttäuscht, frustriert und deprimiert fuhr ich wieder nach Hause. Aus dem schönen Freitag Abend ist eine ziemlich traurige Angelegenheit geworden… In diesen Situationen fühle ich mich schwach, hilflos und klein. Während es für die meisten Menschen keine Schwierigkeit ist freitags abends einfach mal gemütlich an die Spree zu gehen bin ich gestern an dieser Aufgabe gescheitert und musste noch erleben, dass sich andere Menschen über meine Situation lustig machen. In diesen Momenten wird mir bewusst, dass meine Blindheit doch eine ziemlich große Einschränkung ist, größer als ich es mir selber manchmal eingestehen möchte. dass mir sehende Menschen die Hilfe verweigern und/oder sich über meine Situation lustig machen ist dabei leider keine Seltenheit. Auch beleidigende und diskriminierende Kommentare bezüglich Blindheit oder Hautfarbe gehören zu meinem Alltag dazu. Für mich fühlt es sich dann immer so an, als wäre in dieser Gesellschaft keinen Platz für mich. Das Gefühl nicht dazuzugehören, Weil man eine Behinderung hat ist jedes Mal sehr schmerzvoll. Leider leben wir in einer Gesellschaft, die auf Perfektionismus, Leistungsdruck und Optimierung ausgelegt ist. Menschen die nicht in die Norm passen, weil sie beispielsweise eine Behinderung haben passen nicht ins Muster, weil sie in den Augen von vielen Menschen zu schwach, zu unselbstständig und nicht gut genug sind. In Verbindung mit dem Spiel der deutschen Nationalmannschaft bei der Europameisterschaft gegen Ungarn wurde viel darüber gesprochen, dass wir eine offene Gesellschaft sind, in der jeder unabhängig seiner sexuellen Orientierung leben darf. Sehr viele Menschen haben sich für dieses Thema eingesetzt. Ich würde mir wünschen, dass unsere Gesellschaft für das Thema Menschen mit Behinderung genauso sensibel werden würde. laut einer repräsentativen Umfrage unter sehenden Menschen aus dem Jahr 2016 fühlen sich 55 % der Befragten unwohl in der Gegenwart von blinden Menschen. Diese Studie zeigt leider zu deutlich, dass Menschen mit Behinderung immer noch kein normaler und selbstverständlicher Teil der Gesellschaft sein dürfen. Und ich wünsche mir Menschen um mich herum, bei denen ich einfach ich sein kann, meine Behinderung oder Hautfarbe keine Rolle spielt und bei denen ich nicht ständig das Gefühl haben muss nicht dazuzugehören. Manchmal würde ich viel dafür geben die Blindheit und alles Negative was damit verbunden ist los zu werden. Aber es gibt keinen Ausweg aus der Blindheit, es bleibt nur das weiterkämpfen. Schon morgen kann die Sonne wieder scheinen.

Blinde Menschen und die Liebe

Erst vor kurzen war er wieder da, der Tag, der jedes Jahr bei manchen für große Glücksgefühle sorgt und bei anderen nur zu Kopfschütteln oder Ablehnung führt. Die Rede ist vom Valentinstag, dem Tag der Liebe und Liebenden. Für Perspektivwechsel ist dieses Ereignis Grund genug über das Thema Liebe bei blinden Menschen zu berichten und dabei mit so manchen Vorurteilen aufzuräumen.

Wie verlieben sich Blinde? Was finden blinde Menschen am anderen Geschlecht attraktiv? Sind blinde Menschen wirklich nicht oberflächlich und schauen nur auf die inneren Werte? Wie verhält es sich mit der Sexualität? Und was halten blinde Menschen von Sprüchen wie „Liebe macht blind?“

Es gibt ziemlich viele Fragen, zu denen ich etwas schreiben könnte. Zunächst ist aber entscheidend, dass nicht alle blinden Menschen gleich sind. Das zeigt sich besonders bei so persönlichen Themen wie die Liebe. Das was für mich große Bedeutung hat kann für einen anderen Blinden völlig bedeutungslos sein. Wenn ich hier über das Thema Blindheit und die Liebe schreibe berichte ich deshalb sehr viel von meinen eigenen Erfahrungen und Emfindungen. Manches davon mag auch für andere Blinde gelten, manches hat auch gar nichts mit einer Behinderung zu tun. Aber lies selbst:

Liebe ist Liebe

Bevor wir über die Unterschiede beim verlieben und lieben zwischen blinden und sehenden Menschen sprechen, müssen wir erst einmal über etwas reden, was für alle gleich sein dürfte; nämlich die Liebe selbst. Als ich noch in einer Beziehung war wurde ich immer wieder gefragt, wie denn eine Beziehung mit einer sehenden Frau funktionieren kann? Seit dem ich wieder alleine bin und das Thema Partnersuche wieder aktueller geworden ist fragen mich die Leute, wie sich denn Blinde Menschen verlieben können? Die Antwort darauf ist verblüffend einfach: „Love is the answer!“ Liebe ist Liebe! Liebe ist etwas, was mit starken Emotionen und Gefühlen zu tun hat und das funktioniert bei blinden Menschen genau so wie bei nicht blinden Menschen. Liebe kennt keine Behinderung, keine Hautfarbe und keine Nationalitäten. Liebe ist etwas zutiefst menschliches. Das ist eine von vielen tollen Eigenschaften von Liebe. Da sich Liebe für blinde Menschen genauso anfühlt wie viele sehende Menschen reagieren viele blinde oft eher genervt auf Sprüche wie Liebe macht blind, deshalb müssen blinde Menschen ja voll von Liebe sein. Wenn ich hier also über blinde Menschen und Liebe schreibe sollte man dies immer im Hinterkopf behalten. Wir kommen später nochmal darauf zurück… ich denke dass der Spruch eher ausdrücken soll, dass man im verliebten Zustand nur noch Sinn für den Partner der Wahl hat und das Leben außen rum völlig ausblendet und manchmal auch über Eigenschaften des Partners hinweg sieht, die einem ansonsten vielleicht eher unsympathisch sind.

Nachdem wir das mit den Gefühlen geklärt haben können wir auch über so manche unterschiede beim lieben sprächen. Und die begegnen uns beispielsweise, wenn wir darüber reden, was ich als blinder Mann an einer Frau attraktiv finde. Während sich bei sehenden Menschen alles um das aussehen dreht stehen für mich andere Dinge im Mittelpunkt. So interessiert mich, und sicherlich die meisten Blinden in erster Linie die Stimme des Gegenübers.. Die Stimme des Gegenübers ist für mich vermutlich dass, was für sehenden Menschen die Körperfigur ist. Und hieran lässt sich auch gut erkennen, dass eben nicht jeder blinde die gleichen Vorlieben hat. Während der andere eine eher hohe stimme attraktiv findet fühlt sich ein anderer stärker von einer tieferen Stimme hingezogen. Aber nicht nur der klang der Stimme ist interessant, sondern auch Dinge wie Sprachmelodie, Sprechgeschwindigkeit und Aussprache. Auch hier gibt es keine allgemein gültigen Merkmale, die für alle blinde Menschen gleich spannend sind. Neben der Sprachmelodie achte ich zum Beispiel stärker auf das Lachen einer Frau.

Eine weitere wichtige Sache ist für mich der Geruch einer Frau. Und das ist gar nicht so komisch oder ausgefallen, wie es vielleicht im ersten Moment klingen mag. Wenn ich Menschen erzähle, dass der Geruch für mich eine sehr wichtige Rolle bei der Partnersuche spielt reagieren die aller meisten sehr verwunderlich und fragen, ob sie stinken würden. Dabei geht es hier um ganz andere Dinge. Es geht um den ganz eigenen natürlichen Körpergeruch eines jeden. Und da gibt es erstmal niemanden, der von Natur aus stinkt. Ähnlich wie bei der Stimme oder auch für sehende bei der Körperfigur gibt es Gerüche, die ich attraktiver finde und Gerüche, die mich weniger stark anziehen. Übrigens haben Wissenschaftler herausgefunden, das beim verlieben Pheromone eine entscheidende Rolle spielen. Pheromone sind im Grunde genommen die Duftstoffe des eigenen Körpers, die jeder von uns abgibt. Wenn sich zwei Menschen begegnen steigen uns die Pheromone in die Nase. Beim verlieben spielt dies eine wichtige Rolle. So entscheidet unser Gehirn u.A. anhand der Pheromone, ob wir unseren gegenüber auch sexuell anziehend finden oder nicht. Dies geschieht in Sekundenschnelle noch bevor Menschen miteinander gesprochen haben und zumeist auch bevor man den ersten intensiveren Blickkontakt hatte. Zudem ist keiner unserer Sinne so stark mit dem. Gehirn verknüpft wie unser Geruchssinn. Du merkst: so seltsam ist es also gar nicht, wenn dir eine blinde Person sagt, für sie sei der Geruch einer Person wichtig. Und da haben wir wieder etwas gefunden, was bei blinden und sehenden Menschen grundsätzlich gleich ist. Der Unterschied liegt hierbei eigentlich nur darin, dass ich als blinder bewusster auf den Geruch achte, während er bei sehenden Menschen zunächst eher unterbewusst eine Rolle spielt.

Nach dem kurzen Exkurs in den Biologieunterricht wenden wir uns nun wieder praktischeren Fragen zu und wollen die frage klären, ob es stimmt, dass blinde Menschen grundsätzlich weniger oberflächlich sind. Und auch hier muss mit einem sich hartnäckig haltenden Vorurteil aufgeräumt werden. Ob ich bei der Partnersuche mehr auf äußere Merkmale Wert lege oder nicht hat nichts damit zu tun, ob ich blind bin oder nicht! Wenn ich meinen Partner nur nach dem klang der Stimme und dem Körpergeruch auswähle hat das genau so wenig mit Inneren Charaktereigenschaften zu tun, wie wenn eine sehende Person nur auf einen möglichst durchtrainierten Körper Wert legt. Es hat sehr viel mit der eigenen Persönlichkeit zu tun worauf ich bei der Partnersuche achte. Vielleicht kann man argumentieren, dass die Stimme eines Menschen viel natürlicher ist, als das Geschminkte Gesicht einer Frau oder die hoch gegelten Haare eines Mannes. Die Schönheitsindustrie kümmert sich nun mal vor Allem um das Aussehen. Die Stimme lassen wir dabei(glücklicherweise) außen vor. Oder kennst du jemanden, der freiwillig vor einem Date eine ordentliche Priese Helium inhaliert? Keine Gute Idee und bitte keinen Selbstversuch starten!

Bei der Stimme können blinde Menschen also sagen, dass sie weniger stark von Verschönerungen betroffen sind und einen natürlicheren Eindruck bekommen. Damit ist es jedoch auch schon wieder vorbei, wenn wir nochmal über den Geruch sprechen. Denn dieser kann durch Parfüm, Deo oder Shampoo stark beeinflusst werden. Das ist dann für blinde Menschen wie das Outfit für sehende Menschen. Die Körperfigur ist die eine Sache, aber wie sich eine Person anzieht und stylet ist sicherlich auch nicht unwichtig. Für mich ist gerade der natürliche Körpergeruch einer Frau kombiniert mit ihrem Parfüm oder Shampoo interessant. Weil jeder einen individuellen Körpergeruch hat riecht ein und das selbe Parfüm bei zwei verschiedenen Frauen auch unterschiedlich. Das ist ähnlich wie das mir ein T-Shirt gut stehen kann und bei einem anderen Typen überhaupt nicht passend aussieht. Und du hast es bestimmt schon gemerkt: schon wieder eine Ähnlichkeit zwischen Blinden und Sehenden.

Neben Stimme und Geruch gibt es noch weitere Merkmale, die bei der Partnersuche eine Rolle spielen. Diese sind aber von Typ zu Typ sehr unterschiedlich. Bei mir passiert beispielsweise viel über den Händedruck oder das Umarmen. Natürlich spielen für mich auch Dinge wie Körperfigur oder der Kleidungsstil einer Frau eine wichtige rolle. Bei solchen Dingen ist jedoch die Schwierigkeit, dass ich durch die Blindheit in der Regel keine Möglichkeit habe zu Erfahren, wie die Körperfigur einer Frau ist. Das Problem liegt auf der Hand: wenn mich die Brüste einer Frau interessieren müsste ich sie berühren, um zu wissen, wie sie aussehen. Das ich allerdings nicht einfach wildfremde Frauen anfasse muss nicht extra erwähnt werden. Bis zu einem gewissen Punkt bekommt man Informationen über den Körperbau über die Stimme des anderen und auch ein Stück weit beim Umarmen. Alles andere gehört solange in die Fantasie, bis man mit jemanden intimer wird und der Gegenüber bereit ist, mir auch diesen Bereich zu öffnen. Schon etwas einfacher ist es da mit Dingen wie der Kleidungsstil. Da bekommt man zum Beispiel relativ viel von mit, wie sich der Stoff einer Person anhört, wenn sie sich bewegt. Manche Stoffe rascheln bei der Bewegung stärker als andere. Hat eine Frau beispielsweise Schuhe mit Absätzen an hört es sich ganz anders an, wie wenn sie Schuhe ohne Absätze trägt oder mit Flip Flops herumläuft. Ist eine Frau Fan von Armbändchen hört man das meistens auch, wenn eine Frau ihren Arm bewegt oder einen die Hand gibt.

Nun fragst du dich vielleicht noch, wie es sich bei blinden Menschen mit der Sexualität verhält. Erinnerst du dich noch an den Anfang des Textes? Keine Angst! Bevor du jetzt genervt hochscrollst verrate ich dir, dass wir darüber gesprochen hatten, das Liebe ein Gefühl ist, was keine Behinderungen, Geschlechter oder Nationalitäten kennt. Nicht viel anders ist es mit dem Thema Sex. Das Verlangen nach Sex ist auch etwas, was mit bestimmten Hormonen und Emotionen zu tun hat. Ich sage immer: „Meine Blindheit ist eine Sinneseinschränkung und keine Gefühlseinschränkung!“ Blinde Menschen haben genau wie sehende Menschen das Verlangen nach Sex. Und natürlich haben blinde Menschen mit ihren Partnern auch ganz normalen Sex! Die Blindheit wirkt sich hier in keinster Weise auf die Sexualität aus.

Zu guter letzt müssen wir noch darüber sprechen, das die Blindheit nur eine von ziemlich vielen Eigenschaften von Menschen wie mir ist. Das Wissen wirkt sich auch auf meine Partnersuche aus. Natürlich warte ich auf die Frau, die mich mit meiner Blindheit liebt und mich auch in den damit verbundenen Schwierigkeiten unterstützt. Aber meine zukünftige Partnerin muss auch mit meinen verrückten Ideen die ich manchmal habe und dann alles daran setze sie in die Tat umzusetzen klarkommen, oder mit meinem Humor, oder damit dass ich Christ bin, das ich Fußball spiele, dass ich eher ein romantisch veranlagter Mensch bin, dass ich oft eher emotional rational bin dass ich das Großstadtleben liebe, dass ich mich immer noch wie ein kleines Kind freue, wenn ich U-Bahn fahren kann, oder dass ich manchmal Nachts um 3:00 Uhr Döner oder Sushi bestelle, oder, oder oder… Jeder Mensch hat so viele verschiedene Eigenschaften, die ihn besonders und einzigartig machen und das ist auch bei blinden Menschen nicht anders. Mit einer Frau, die mich nur auf das blind sein reduziert(egal ob das für sie positiv oder negativ ist) wird es wahrscheinlich schwierig eine Beziehung zu führen, weil ich mehr bin als nur meine Blindheit. Genau so darf ich nicht nur darauf schauen, was eine Frau über meine Blindheit denkt, sondern muss den ganzen Menschen sehen und dann muss man gemeinsam schauen, ob man bereit ist das ganze Leben miteinander zu teilen.