Wie nehmen blinde Menschen andere Menschen wahr?

Ein auffälliges Gesicht, besonders schöne Kleidung oder eine markante Frisur. Es gibt viele Merkmale, auf die sehende Menschen bei anderen besonders achten. Aber wie nehmen blinde Menschen andere Menschen wahr? Welche Merkmale helfen blinden Menschen dabei mehrere Gesprächspartner voneinander zu unterscheiden und wieder zu erkennen? Und auf welche Eigenschaften achten blinde Menschen bei der Partnersuche?

Antworten gibt es in diesem Beitrag.

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5 Arten den Frühling in Kassel aus der Perspektive eines Blinden zu erleben

Sonnenschein, blühende Parks, Wiesen und endlich wieder wärmere Temperaturen. Es gibt viele Gründe, weshalb der Frühling für viele Menschen die Lieblingsjahreszeit ist. Als blinder Mensch kann man zwar die blühende Vielfalt nicht mit den eigenen Augen sehen, aber auch ohne Sehsinn gibt es in der Frühlingszeit jede Menge zu entdecken.

5 Gründe, weshalb der Frühling auch meine Lieblingsjahreszeit ist und warum die ersten Sonnenstrahlen in Kassel am schönsten sind, gibt es im folgenden Artikel.

Kassel hat bei vielen den Ruf einer tristen und grauen Stadt aus Beton. Schaut man sich die Innenstadt der nordhessischen Großstadt an, mag dieses Vorurteil noch zutreffend sein. Schaut man sich die documentaStadt aber etwas genauer an, wird man schnell eines besseren belehrt. Deutschlands viertgrünste Stadt zeigt sich vor allem in den Frühjahrsmonaten in ihrer ganzen Pracht und Schönheit. Die 5 Gründe, weshalb ich als Blinder Kassel im Frühling besonders mag sind hier zusammengefasst.

1. Bei einem Spaziergang durch Kassels Park die Sonne auf der Haut spüren

Egal, ob der Bergpark Wilhelmshöhe, die Karlsaue, die Fuldaaue oder einer der anderen vielen Parks; in Kassel hat man als Naturliebhaber die Qual der Wahl für ausgedehnte Spaziergänge.

Während sich sehende Menschen an bunten Blumen erfreuen, können blinde Menschen die Sonnenstrahlen genießen. Zwar sieht ein Blinder die Sonne nicht, jedoch spürt er die guttuende und angenehme Wärme auf der Haut.

Des Weiteren merkt man den Sonnenschein auch an der Luft. Einerseits ist die Luft automatisch wärmer, wenn die Sonne scheint als bei Bewölkung, andererseits riecht es bei Sonnenschein ganz anders. Und nicht zuletzt Sorgen die ersten Sonnenstrahlen in der Regel für gute Laune und Freude bei den meisten Menschen.

Mein persönlicher Tipp: In der Fuldaaue eine Runde um den großen Badesee drehen und dabei bewusst auf die Wärme der Sonne auf der Haut achten.

2. Die Gerüche des Frühlings wahrnehmen und genießen

Der Frühling ist nicht nur die Zeit der bunt blühenden Bäume, Wiesen und Felder, viel mehr ist er auch die Zeit der 1000 Gerüche.

Denn außer dem Geruch der Sonne kann man auch den Geruch der blühenden Pflanzen wahrnehmen.

Besonders gut kann man die Frühlingsdüfte in Kassel auf der Blumeninsel Siebenbergen oder im Rosengarten des Botanischen Gartens erleben. Jedoch erobert der Blütenduft zunehmend die gesamte Stadt, sodass es sogar im Stadtzentrum nach Frühling und Sonnenschein riecht.

Am intensivsten nach Frühling riecht es jedoch trotzdem in den vielen Parks und Grünanlagen. Mein persönlicher Favorit und Geheimtipp für alle Besucher von Kassel ist ein gemütlicher und ausgedehnter Abendspaziergang im Bossentalpark, der sich ganz im Norden der Stadt zwischen den Stadtteilen Fasanenhof und Wolfsanger/Hasenhecke befindet. So nah am Stadtrand ist hier nichts mehr von dem hektischen Großstadtleben zu spüren und man kann ganz unbeschwert in die Natur eintauchen. Der Frühlingsgeruch ist hier besonders am Abend sehr intensiv und wird nicht durch den Geruch von Abgasen oder anderen unangenehmen Gerüchen verfälscht.

Bewaldeter Fußweg im Bossental Park bei Abenddämmerung

3 Die typischen Frühlingsgeräusche wahrnehmen

Zugegeben: Bei diesem Punkt wird es in der City etwas schwierig. Hektische Menschen, Straßenbahnen und der Autoverkehr überlagern die typischen Frühlingsgeräusche.

Aber hast du schon einmal bei einem Spaziergang ganz bewusst auf die Geräusche geachtet? Auf einen singenden Vogel, den Wind, der durch gerade erst gewachsene Blätter von Bäumen und Sträuchern weht oder auf das Summen der verschiedensten Insekten, die sich durch die Lüfte schwingen und im Sonnenschein tanzen?

Der Frühling ist die Zeit des Aufwachens und Aufblühens und dies kann man auch sehr gut an den einzelnen Geräuschen wahrnehmen. Gefühlt singt jeden Tag ein Vogel mehr und lauter, oder das Rauschen des Windes in den Bäumen wird jeden Tag lauter und intensiver, da die Blätter größer werden.

Mein Tipp in Kassel: bei Sonnenaufgang einen Spaziergang durch den Bergpark Wilhelmshöhe, die Karlsaue oder das Naturschutzgebiet Dönche unternehmen und dabei bewusst auf das achten was man hören kann.

Sonne scheint im Bergpark Wilhelmshöhe auf Pflanzen und einen kleinen Wasserfall

4. Durch Kassels Fußgängerzone bummeln und das erste Eis des Jahres essen

Kassels Grünflächen sind wunderschön, jedoch hat die nordhessische Großstadt Einwohnern und Besuchern noch weitaus mehr zu bieten. Wie wäre es zum Beispiel mit einem Bummel durch Kassels Fußgängerzone? Egal ob man sich mit den neusten Frühjahrstrends eindecken möchte, von Schaufenster zu Schaufenster schlendert oder dem regen und bunten Treiben zuschaut oder zuhört; in der Königsstraße kommt wohl jeder auf seine Kosten.

Die Zentralen Plätze Friedrichsplatz, Opernplatz und Königsplatz Laden anschließend zum verweilen ein. Der Königsplatz ist nicht nur das Zentrum der Fußgängerzone, sondern auch der geographische Mittelpunkt der Stadt Kassel. In den Sommermonaten werden die Wasserspeier, die rund um den Platz vorhanden sind in Betrieb genommen und sorgen so für ein ganz besonderes Flair.

Mein persönlicher Tipp: Bei Sonnenschein ein Eis in einem der vielen Cafés am Friedrichsplatz oder Königsplatz essen und sich im Sommer anschließend von den Wasserspeiern nass-spritzen lassen.

Die Sonne scheint auf den Königsplatz in Kassel.

5. Die Kirschblüte in der Innenstadt bestaunen

In Kassels City lässt sich nicht nur gut shoppen und essen, auch hier kann man sich am Frühling erfreuen. An mehreren Stellen blüht Anfang April die Kirschblüte und sorgt für ein farbenfrohes Klima. Doch nicht nur sehende Menschen kommen hier auf ihre Kosten. Die Kirschblüte kann bei entsprechender Vorsicht auch angefasst werden. So bleibt auch blinden Menschen die recht kurze Blütezeit nicht verborgen.

Mein persönlicher Tipp: Die Pracht der Kirschblüte in der Treppenstraße anfassen und bestaunen, und dabei ein wenig Nachkriegsgeschichte erleben. Die Kasseler Treppenstraße war die erste Fußgängerzone der Bundesrepublik Deutschland.

Bestens genießen kann man den Frühling, wenn man sich auf der Rasenfläche zwischen den Kirschbäumen niederlässt oder das vielfältige Gastronomieangebot in der Treppenstraße wahrnimmt.

Perspektivwechsel wünscht allen Lesern eine wunderschöne Frühlingszeit!

Vorurteile über blinde Menschen: Der Faktencheck

Blinde Menschen sehen sich oft mit Vorurteilen konfrontiert. Diese Vorurteile stehen eine gelungene Inklusion des Öfteren im Wege, auch wenn sie selten böswillig gemeint sind.

Doch was ist eigentlich dran an diesen Vorurteilen? Perspektivwechsel unterzieht die gängigsten Vorurteile einem Faktencheck und klärt auf.

Blinde Menschen sehen schwarze Dunkelheit

Stimmt nicht!

Zunächst einmal kommt es darauf an, ob ein Mensch blind oder sehbehindert ist. Sehbehinderte Menschen können in der Regel noch zwischen hell und dunkel unterscheiden und Umrisse wahrnehmen. Aber auch ganz blinde Menschen sehen in der Regel nicht schwarz.

Auch hier muss zwischen den einzelnen Arten von Blindheit unterschieden werden. Je nach Ursache der Blindheit kann es zum Beispiel sein, dass man eine graue Nebelsuppe oder schwarz-weiß-Figuren vor seinem Auge sieht.

Die meisten Blinden sehen jedoch tatsächlich nichts. Nichts ist hier bei keineswegs mit schwarz oder Dunkelheit gleichzusetzen. Für sehende Menschen ist es nur schwer vorstellbar, da es keine wirklichen Vergleiche hierfür gibt. Am nächsten kommt man dem Nichtssehen vielleicht, wenn man sich vorstellt wie man mit seinem Fuß oder seiner Hand sieht.

Bei Blinden Menschen sind die restlichen Sinne stärker und besser ausgeprägt als bei sehenden Menschen

Stimmt!

Blinde und sehbehinderte Menschen müssen sich viel stärker auf den Gehör-, Tast- und Riechsinn und seltener auch auf den Geschmackssinn konzentrieren, um ihre Umwelt wahrzunehmen.

Es ist sogar wissenschaftlich nachgewiesen, dass das menschliche Gehirn in der Lage ist, Teile des Sehzentrums, so umzu-strukturieren, sodass Informationen, die von den anderen Sinnen an das Gehirn weiter gegeben werden, im Sehzentrum mit verarbeitet werden. Das Gehirn eines blinden Menschen passt sich also an den Verlust des Sehzentrums an und konzentriert sich auf die restlichen Sinne.

Dass Blinde anstelle des Sehsinns durch ein besonders gutes Gehör Superkräfte entwickeln können und Geräusche aus kilometerweiter Entfernung richtig identifizieren können, entspricht jedoch nicht der Wahrheit und ist eine Übertreibung aus vielen Filmen und Romanen.

Gleichwohl arbeiten immer mehr blinde Menschen als Masseure oder im medizinischen Bereich bei der Erkennung von Brustkrebs, da der Tastsinn bei blinden Menschen stärker ausgeprägt ist.

Blinde Menschen sind nicht in der Lage alleine das Haus zu verlassen

Stimmt Nicht!

Blinde Menschen sind mithilfe ihres Blindenstocks sehr wohl in der Lage das Haus zu verlassen und sich in der Stadt zu orientieren.

Viele erhalten ein so genanntes Mobilitätstraining, bei dem sie wichtige Routen wie zum nächsten Supermarkt, zum Bahnhof oder zur Arbeitsstelle lernen. Viele Blinde mögen es aber auch ihre Umgebung auf eigene Faust zu entdecken.

Blinde Menschen haben keine Hobbys und langweilen sich den ganzen Tag zu Hause

Stimmt Nicht!

Blinde Menschen haben genau wie sehende Menschen Hobbys und Aktivitäten die sie gerne machen.

In der Regel unterscheiden sich diese Hobbys nicht sonderlich von denen der sehenden Menschen. Es gibt blinde Menschen, die sich für Sport interessieren und auch selbst Sport betreiben. Blinde Menschen treffen sich gerne mit Freunden und gehen etwas trinken. Es gibt blinde Menschen, die gerne Spaziergänge machen oder gerne shoppen gehen.

Blinde Menschen sind nicht in der Lage ihren eigenen Haushalt alleine zu strukturieren und sich selbst zu versorgen

Stimmt in der Regel nicht!

Blinde Menschen sind durchaus in der Lage die grundsätzlich Arbeiten im Haushalt wie Kochen oder Aufräumen alleine durchzuführen. Schwierigkeiten könnte es eventuell beim Putzen geben, da es schwer ist, herauszufinden, ob ein Boden wirklich sauber gewischt ist oder nicht.

Kochen ist in der Regel machbar, wobei sich die meisten blinden Menschen am Anfang sehende Hilfe holen. Viele präparieren ihren Herd auch mit Markierungspunkten, damit sie wissen, auf welche Temperatur der Herd eingestellt ist.

Blinde Menschen können nicht alleine einkaufen gehen

Stimmt nicht!

Das blinde Menschen auch alleine ihr Haus verlassen haben wir bereits geklärt. Und auch einkaufen liegt durchaus im Bereich des möglichen.

Zwar ist es für blinde Menschen schwierig bis unmöglich, ganz alleine durch einen Supermarkt oder ein Geschäft zu laufen und die bestimmten Produkte aus den Regalen auszusuchen, jedoch bieten mittlerweile viele Supermärkte und Geschäfte spezielle Einkaufshilfen an.

So kann man sich als blinder Mensch meistens an der Kasse melden und bekommt dann entweder einen Mitarbeiter an die Seite gestellt, der mit einem durch das Geschäft läuft und die gewünschten Produkte holt oder man gibt an der Kasse seinen Einkaufszettel ab und bekommt die Produkte direkt dorthin gebracht.

Online einkaufen ist in den allermeisten Fällen auch komplett ohne sehende Hilfe möglich.

Blinde Menschen können kein Smartphone und keinen Computer benutzen und sind deshalb völlig abgeschnitten von der digitalen Welt

Stimmt nicht!

Wie blinde ein Smartphone nutzen können und wie es sogar als Hilfsmittel eingesetzt werden kann habe ich

Hier

beschrieben.

Die meisten Smartphones und viele Computer haben eine spezielle Software, die blinden Menschen die Bildschirminhalte vorliest. So ist es auch für blinde Menschen möglich im Internet zu surfen und zu chatten. Mittlerweile werden sogar die beliebten Emojis und Fotos beschrieben.

Blinde Menschen sind immer traurig und schlecht gelaunt wegen der Behinderung

Stimmt nicht!

Natürlich hat jeder Blinde auch mal schlechte Tage und ist öfter traurig wegen der Behinderung. Es ist aber keineswegs so, dass blinde Menschen immer nur traurig und enttäuscht in der Ecke sitzen. Die aller meisten haben sich mit ihrem Handikap abgefunden und versuchen das Beste aus der Situation zu machen und führen ein glückliches und zufriedenes Leben. Schlechte Tage gehören ja auch zum Alltag der sehenden Menschen dazu.

Blinde Menschen interessieren sich nicht für Mode und ihr Aussehen

Kann nicht mit stimmt oder stimmt nicht beantwortet werden!

Ähnlich wie bei sehenden Menschen gibt es auch bei blinden Menschen solche, die viel Wert auf ihr Äußeres und Mode legen und andere, denen es relativ egal ist.

Blind zu sein, bedeutet auf jeden Fall nicht automatisch, dass man sich nicht für Mode und seine Kleidung interessiert. Es gibt Menschen, die sich beim Kleiderkauf ganz genau beschreiben lassen wie das Kleidungsstück aussieht und welche Farbe es hat. Mittlerweile gibt es sogar einige Apps, die blinden Menschen die Farbe von Produkten und Kleidungsstücken beschreiben können. Man hält dann das Smartphone mit der Kamera in Richtung des Kleidungsstück und die App erkennt dann mehr oder weniger zuverlässig die Farbe.

Andere wiederrum befühlen das Kleidungsstück ganz genau und entscheiden dann danach, ob es sich schön oder weniger schön anfühlt.

Und dann gibt es noch diejenigen, denen es wirklich egal ist wie die Kleidungsstücke aussehen oder sich anfühlen. Auch im Bereich Frisur oder schminken kann man nicht grundsätzlich davon ausgehen, dass dies für blinde Menschen uninteressant ist. Viele blinde Frauen schminken sich selbst sehr gerne. Manche lassen sich von Sehenden helfen, aber sehr viele Frauen schminken sich ohne sehende Hilfe.

Auch beim Friseur haben viele Blinde ganz genaue Vorstellungen davon wie ihre Frisur aussehen soll.

Blinde Menschen waren als Kind grundsätzlich auf Blindenschulen

Stimmt nicht mehr!

Noch vor gar nicht allzu langer Zeit war es selbstverständlich, dass ein blindes Kind auf eine Blindenschule gehen muss. Doch seitdem Deutschland vor zehn Jahren die UN Behinderten Rechts Konvention ratifiziert hat, haben Kinder mit einer Behinderung ein Recht darauf mit nicht behinderten Kindern unterrichtet zu werden. Seitdem gibt es auch immer mehr blinde Kinder, die als Inklusionsschüler auf eine Regelschule gehen. Ich durfte ab dem dritten Schuljahr als Inklusionsschüler mit sehenden Schülern zusammen auf eine Schule gehen und habe 2016 als erster blinder Mensch das Zentralabitur in Hessen an einer Regelschule absolviert.

Nach der Schulzeit werden Blinde Menschen arbeitslos oder arbeiten in Blindenwerkstädten

Stimmt nicht!
Tatsächlich ist erwiesen, dass es Menschen mit einer Behinderung deutlich schwerer haben, einen Job zu finden als Menschen ohne Behinderung. Des Weiteren ist die Arbeitslosenquote bei blinden Menschen wesentlich höher als bei Sehenden. Daraus abzuleiten, dass blinde Menschen grundsätzlich keine Chance haben eine Arbeit zu finden und wenn dann nur in einer Blindenwerkstatt, entbehrt jedoch jeglicher Grundlage. Blinde Menschen arbeiten in fast jeder Branche und in fast jedem Berufsfeld. Viele Blinde machen nach dem Schulabschluss eine Ausbildung oder ein Studium und spezialisieren sich weiter. Zwar erleben blinde Menschen immer wieder, dass Arbeitgeber erst einmal äußerst skeptisch sind, jedoch gelingt es oft die Arbeitgeber positiv umzustimmen und von der Leistungsfähigkeit zu überzeugen.

Blinde Menschen können keine Treppen laufen

Stimmt nicht!

Blinde Menschen können genauso gut wie sehende Menschen eine Treppe benutzen. Der fehlende Sehsinn stellt hier kein großes Hindernis dar. Mit dem Blindenstock können Blinde die Stufen vor sich gut ertasten und wissen somit genau, wann eine Treppe beginnt und wo sie aufhört.

Blind studieren? So geht’s

Ein Studium ist mit vielen Herausforderungen verknüpft. Schon manch einer hat im Verwaltungsdschungel an einer Universität zwischen Prüfungsordnungen, Selbstorganisation des Studiums und Formalitäten und Besonderheiten einer Universität den Überblick verloren. Dabei wünschte man sich neben seinem eigentlichen Studiengang ein Studium zum Thema „Wie überlebe ich an einer Universität?“

Kommt zudem noch eine Behinderung hinzu, scheint die Bewältigung des Uni-Alltags zunächst fast unmöglich zu werden.

Welche Hindernisse einem blinden Menschen im Studium begegnen, welche Möglichkeiten es gibt diese zu bewältigen und warum mir das Studium trotzdem große Freude bereitet, erfährst du im folgenden Beitrag.

Ich studiere Politikwissenschaft und evangelische Theologie auf Bachelor an der Universität Kassel. Das Studium macht großen Spaß, auch wenn es mit einigen Hindernissen verknüpft ist.

Bis jetzt hat sich jedoch für jedes Problem eine Lösung gefunden.

Studienassistenzen als Unterstützung für den Uni-Alltag

Die wichtigste Voraussetzung für mein Studium sind meine Studienassistenzen. Studienassistenzen sind in der Regel selbst Studenten und helfen mir bei der Orientierung auf dem Campus, bringen mich zu Veranstaltungen oder wichtigen Einrichtungen der Universität und helfen bei der Literaturbeschaffung. Ohne diese Unterstützung wäre ein Studium für mich kaum oder gar nicht möglich.

Das Miteinander mit den Assistenzen muss von Vertrauen und gegenseitigen Respekt geprägt sein. Ich habe den wertvollen Vorteil, dass meine Assistenzen zu meinem engen Freundeskreis gehören.

Kommunikation und Eigeninitiative stehen über allem

Als Studierender mit einer Behinderung sind Kommunikation und Eigeninitiative so ziemlich die wichtigsten Grundvoraussetzungen, dass das Studium erfolgreich verläuft. Noch viel mehr als meine sehenden Kommilitonen muss ich immer wieder das Gespräch mit Professoren, Dozenten, Mitstudenten und der Universitätsverwaltung suchen, um auf mich und meine Blindheit aufmerksam zu machen.

In der Regel muss ich davon ausgehen, dass meine Mitmenschen in der Universität zum ersten Mal mit einem blinden Menschen in Berührung kommen und daher nicht genau wissen, wie sie mich beim Arbeiten und Lernen unterstützen können. Daher musst die Initiative stets von mir ausgehen. Ich muss Professoren, Dozenten und Mitstudenten für meine Bedürfnisse und Schwierigkeiten sensibilisieren.

In den allermeisten Fällen sind Dozenten und Professoren sehr aufgeschlossen, wenn sie von meiner Situation erfahren und wollen mir ermöglichen, dass ich möglichst gut mitarbeiten kann. In der Regel versuche ich vor Semesterbeginn oder aller spätestens in der ersten oder zweiten Veranstaltung, das persönliche Gespräch mit den Dozenten zu suchen, um mit ihnen zu besprechen, wo ich Unterstützung und Hilfe brauche.

So ist eine ganz entscheidende Frage beispielsweise, wie ich mich in einem Seminar beteiligen kann und bemerke, dass mich ein Dozent nach meiner Meldung dran nimmt. Da die Dozenten in der Regel die Namen der Studierenden nicht kennen,wird immer nur auf die entsprechende Person gezeigt, die sich gemeldet hat und etwas beitragen möchte. Da ich keine Möglichkeit habe dies wahrzunehmen, vereinbare ich meistens, dass mich der Dozent mit Namen anspricht, wenn ich mich melde. Diese Vorgehensweise klappt in der Regel sehr gut.

Auch über die Literaturbeschaffung und Prüfungsleistungen spreche ich bereits am Anfang mit den Professoren.

Orientierung auf dem Campus

Die Universität Kassel besitzt einen zentralen Campus, auf dem die meisten Fachbereiche mit ihren Gebäuden angesiedelt sind. Auch die Universitätsverwaltung und die allermeisten Mensen und Cafeterien befinden sich hier.

Glücklicherweise haben sowohl die Politikwissenschaft als auch die Theologie ebenfalls ihre Standorte auf dem Campus. Ein wechseln zwischen mehreren Standorten der Universität Kassel, die sich über die gesamte Stadt Kassel verteilen,bleibt mir somit erspart. Aber auch so ist die Orientierung schon schwierig genug. Das Problem ist, dass der Campus extrem verwinkelt ist, und es somit für blinde Menschen kaum möglich ist, sich eine Karte im Kopf vorzustellen. Hilfreich ist jedoch ein Taktiler Relief-Lageplan des Campus. Der ermöglicht es die Anordnung der Gebäude und die einzelnen Straßen und Wege auf dem Campus zu ertasten. Somit kann man sich als Blinder zumindest ungefähr eine Vorstellung vom Universitätsgelände machen. Problematisch ist, dass der Lageplan den Witterungsbedingungen ungeschützt ausgeliefert ist, da er sich draußen am Anfang des Campus befindet. Regen, Schnee und Hitze haben schon ihre deutlichen Spuren hinterlassen und erschweren das ertasten der Wege und Gebäude deutlich.

Ein spezielles Training für blinde Menschen, bei dem gezielt Wege zum Arbeitsplatz oder der Universität eingeübt werden und Tipps für die Orientierung gegeben werden, würde mir enorm helfen, mich besser auf dem Campus zurechtzufinden. Jedoch muss ein solches Mobilitätstraining bei verschiedenen Stellen beantragt und bewilligt werden. Dies ist ein langwieriger und zeitaufwändiger Prozess und das Training selbst ist ebenfalls sehr zeitintensiv.

Deshalb lasse ich mir in der Regel von Freunden helfen, wenn ich zu einer Veranstaltung muss. Meistens vereinbaren wir vorher einen Treffpunkt, an dem ich abgeholt werde und zu den entsprechenden Gebäuden gebracht und später von dort wieder mitgenommen werde. Nach und nach kann ich somit auch die einzelnen Wege zu den Gebäuden lernen, um mittel bis längerfristig selbstständig am Campus unterwegs zu sein. Meine Frau unterstützt mich ebenfalls bei der Orientierung, indem sie mit mir Wege auf dem Campus einübt.

In den neueren Gebäuden gibt es ebenfalls Lagepläne zum fühlen. Diese Pläne helfen mir meistens etwas mehr, da sie nur einen kleineren Bereich abdecken und nicht den Witterungsverhältnissen ausgeliefert sind.

Zudem haben einige Räume mittlerweile auch Beschriftungen in Blindenschrift. So kann man auch als blinder Mensch die Raumbezeichnungen lesen.

Seminare und Vorlesungen

Ist der Weg zum Hörsaal oder dem Seminarraum erst einmal überwunden, kann ich mich voll und ganz auf die anstehende Veranstaltung und die Leerinhalte fokussieren. Mitschreiben kann ich auf meinem Laptop, auf dem ein Vorlesesystem installiert wurde, welches alle Inhalte, die auf dem Bildschirm zu sehen sind, vorliest. Damit meine Mitstudenten von der Vorlesestimme nicht beim Arbeiten gestört werden, benutze ich Kopfhörer. Zusätzlich habe ich noch ein Gerät an meinem Laptop angeschlossen, welches die Bildschirminhalte in Blindenschrift übersetzt. Somit habe ich die Möglichkeit mir Texte vorlesen zu lassen, oder sie selbst mit den Fingern zu lesen. Je nach Situation ist die ein oder andere Variante vorteilhafter. Das Vorlesenlassen ist in der Regel deutlich schneller als wenn ich die Texte selbst lese. Jedoch ist es schwierig gleichzeitig der Computerstimme im Ohr und dem Dozenten zuzuhören, weshalb ich während der Veranstaltung in der Regel die Bildschirm-Inhalte mit den Fingern lese.

Das Mitschreiben funktioniert in der Regel ähnlich gut und schnell wie bei sehenden Studierenden, da ich vor meinem Studium einen Kurs belegt habe, wo das schnelle Schreiben am Computer mit zehn Fingern blind erlernt wurde.

Probleme gibt es,wenn Dozenten mit Grafiken, Tafelbildern oder Folien arbeiten, die oft wichtige Informationen enthalten, aber in einer Veranstaltung nicht immer so beschrieben werden können. Ein blinder Mensch kann so diese Informationen nicht wahrnehmen. Oftmals helfen mir dann meine Sitznachbarn, indem sie mir beschreiben was vorne zu sehen ist. Des Weiteren versuche ich immer an Anfang des Semesters mit den Dozenten meiner Veranstaltungen zu sprechen, um gemeinsam nach Lösungen für solche Schwierigkeiten zu suchen.

In der Regel werden mir dann Texte, die die Dozenten an die Tafel schreiben oder nur per Folie einblenden als Dokument für meinen Laptop zugeschickt. Ist dies nicht möglich kann ich mir von Kommilitonen ein Foto von den Tafelbildern zukommen lassen und dieses dann von meinen Studienassistenzen digitalisieren lassen.

Oftmals werden Folien und Handouts nach den Veranstaltungen auf eine Online-Plattform hochgeladen. Sind diese im PDF- oder Word-Format, kann ich sie ohne weiteres lesen. Andere Formate wie beispielsweise PowerPoint sind schwieriger, da mein Vorlesesystem diese Formate nicht auslesen kann. Hier hilft jedoch in der Regel auch meistens das Gespräch mit den Dozenten, die sehr entgegenkommend sind und ihre Materialien auch in PDF zur Verfügung stellen.

Literaturbeschaffung und arbeiten in der Bibliothek

In jedem Studiengang verbringt man relativ viel Zeit mit recherchieren und arbeiten in der Bibliothek. Egal ob das vorbereiten von Referaten, das Schreiben von Hausarbeiten oder lernen für Klausuren; die Literaturbeschaffung auch über die in den Veranstaltung behandelte Literatur hinaus, ist unabdingbar.

Für Blinde ist dieser Teil des Studieren vielleicht der Herausforderndste und Schwierigste.

Über die allgemeine Situation bei Literaturbeschaffung für blinde und sehbehinderte Menschen habe ich bereits

In diesem Beitrag

geschrieben. Wissenschaftliche Literatur in Blindenschrift gibt es kaum, und wenn sind Blindenschriftbücher in der Regel viel zu groß, schwer und unhandlich, als dass man mit ihnen gut arbeiten könnte.

Die Literatur sollte daher möglichst in digitaler Form vorliegen. Brauche ich Literatur habe ich mehrere Möglichkeiten.

Zum einen bietet die Universitätsbibliothek Dortmund einen speziellen

Online-Katalog

an, in dem wissenschaftliche Werke gesammelt werden, die digitalisiert und barrierefrei gestaltet wurden.

Findet sich der gesuchte Katalog dort nicht, kann ich über den Katalog der Universitätsbibliothek Kassel nachsehen, ob es dieses Buch als E-Book gibt. Schlägt auch diese Suche fehl, leihe ich das Buch in Schwarzschrift ganz normal in der Bibliothek in Kassel aus. Da ich die Literatur trotzdem in digitaler Form benötige, kann ich nun entweder meine Studienassistenzen fragen, ob sie mir wichtige Passagen einscannen können oder mich an den

Literaturumsetzungsdienst der Universität Kassel

wenden. Meistens dauert die Literaturbeschaffung bei mir erheblich länger als bei sehenden Studierenden. Besonders, wenn es die Literatur noch nicht als E-Book oder Textformat gibt und erst von meinen Assistenzen oder dem Literaturumsetzungsdienst digitalisiert werden muss, ist der Zeitverlust dadurch immens. Unter Umständen kann es so passieren, dass ich Literatur, die eigentlich bereits am Anfang eines Semesters benötigt wird, erst gegen Ende oder sogar nach dem Seminar zur Verfügung gestellt bekomme. Problematisch ist zudem, dass viele Professoren und Dozenten ihre Kursliteratur nur als Reader in Papierform hinterlegen. Eine Online-Version der Reader gibt es oftmals nicht. In solchen Fällen kann zwar auch der Literaturumsetzungsdienst eingreifen, jedoch bekomme ich die Literatur dann erst zeitverzögert. Dies sorgt dafür, dass ich beim Aufarbeiten und Lernen einen deutlichen Rückstand im Vergleich zu meinen Kommilitonen habe, der in der Regel nur schwer oder gar nicht mehr bis zu den Prüfungen aufzuholen ist.

Deutlich unproblematischer hingegen verläuft das Lernen in der Bibliothek. Hier gibt es einen speziellen

Arbeitsraum für Blinde und Sehbehinderte

Dieser Raum ist mit einem PC mit Vorlesesystem, einer Braillezeile, einer Blindenschriftschreibmarschiene und einem Blindenschriftdrucker ausgestattet. Da der Raum nur für registrierte blinde und sehbehinderte Studierende zugänglich ist, lässt es sich dort wunderbar arbeiten und lernen. Gerade in der Klausurenphase, wo sich viele in der Bibliothek aufhalten und Arbeitsplätze knapp werden, ist der Arbeitsraum ein rießen Vorteil und ein tolles Angebot der Universität Kassel.

Prüfungen und Studienleistungen

Zu jedem Studium gehören Prüfungen und Studienleistungen dazu. Als Studierender mit einer nachweisbaren Behinderung habe ich die Möglichkeit einen Nachteilsausgeich für Prüfungen zu beantragen.

Ziel hierbei ist es, den Mehraufwand, den ein Mensch mit Behinderung beim Bearbeiten einer Prüfung hat, weitestgehend auszugleichen.

In meinem Falle besteht der Mehraufwand meistens darin, dass ich für das Lesen und Bearbeiten der Prüfung mehr Zeit benötige als meine sehenden Mitstudierenden. Deshalb bekomme ich meistens 50% mehr Zeit für eine Klausur.

Außerdem schreibe ich Klausuren nicht im gleichen Raum wie meine Kommilitonen, sondern in einem anderen Raum.

Damit ich die Prüfung überhaupt bearbeiten kann, muss diese zunächst digitalisiert werden. Anschließend bekomme ich die Datei kurz vor dem Start per USB-Stick auf meinen Laptop überspielt. Nachdem ich die Aufgaben bearbeitet habe, speichere ich die Datei wieder auf dem USB-Stick und gebe diesen beim Dozenten ab.

Muss ich eine Hausarbeit schreiben, erhalte ich in der Regel zwei Wochen zusätzliche Zeit. Erfahrungsgemäß reichen diese zwei Wochen jedoch nicht aus, um den Mehraufwand einer Hausarbeit auszugleichen.

Es empfiehlt sich daher, so früh wie möglich mit der Literaturrecherche zu beginnen und mit den Dozenten über dieses Problem zu sprechen.

Referate, Essays oder sonstige Studienleistungen erledige ich zumeist genau wie meine Kommilitonen. Besondere Absprachen mit den Dozenten sind hier nicht nötig, solange es keine für mich nur schwer lösbaren Aufgaben wie das Erstellen eines Kurzfilms oder Fotoprojekt ist. In solchen Fällen spreche ich meine Dozenten an und suche nach einer vergleichbaren Ersatzleistung. Diese besteht in der Regel in der schriftlichen Ausarbeitung des Themas.

In den Mensen und Cafeterien

Wer viel lernt hat auch viel Hunger. Diese Weisheit galt wohl schon immer. Und weil dem so ist, bietet die Uni Kassel gleich mehrere Mensen und Caféterien mit gutem Essen und einer angenehmen Atmosphäre an.

In der Regel esse ich mit meinen Freunden, die mich bei der Menüauswahl und Platzwahl unterstützen.

Doch auch ein Besuch ohne sehende Begleitung ist relativ gut machbar. Die Zentralmensa veröffentlicht ihren Speiseplan jede Woche auch in Blindenschrift und hängt diesen im Eingangsbereich aus. Außerdem sind die Mitarbeiter in allen Mensen und Caféterien stets freundlich und hilfsbereit und unterstützen beim Essentragen und Platz suchen. Dort, wo es noch keine Speisekarte in Blindenschrift gibt, wird geduldig das Angebot vorgelesen.

Das Gefühl der Einzige unter Vielen zu sein

Nicht immer fällt es mir leicht trotz meiner Blindheit motiviert und fokussiert zu bleiben. Oftmals ist mein Alltag geprägt vom Improvisieren und Kämpfen um gleiche Bedingungen, wie meine Kommilitonen und Hilflosigkeit, sowie Verzweiflung.

Dinge, die für Sehende nur eine Kleinigkeit sind, muss ich mir oft hart und mühselig erarbeiten.

Mal eben zwischen zwei Veranstaltungen einen Kaffee holen ist, ohne sehende Begleitung nur schwer zu realisieren und kostet meistens so viel Energie, dass ich es oft sein lasse, weil der Tag an der Uni ohnehin schon kraftraubend genug ist.

Zudem erlebe ich immer wieder, wie mir meine Kommilitonen mit negativen Vorurteilen gegen meine Blindheit begegnen. Dies erschwert des Öfteren die Kontaktaufnahme und das Freunde finden erheblich, da viele in mir zunächst nur die Behinderung wahrnehmen.

Zusammengenommen löst hin und wieder ein Gefühl der Einsamkeit und der Ohnmacht aus. Die Frage, ob das Studium trotz Blindheit durchführbar ist, stellt sich mir nicht selten.

Als blinder Student unter so vielen Sehenden bekommt man recht häufig die Grenzen des Leistbaren, Machbaren und der Inklusion aufgezeigt.

Austausch mit anderen blinden oder behinderten Studierenden gibt es recht selten, da die Anzahl der Menschen mit einer Behinderung an der Universität Kassel recht überschaubar ist. Viele bleiben eher für sich. Trotzdem konnte ich ein paar Freunde finden, die mich im Studienalltag unterstützen und mir Kraft spenden.

Warum mit einer Behinderung studieren?

Die Frage, ob sich trotz der vielen Schwierigkeiten und Probleme ein Studium für Menschen mit Behinderung lohnt, kann ich persönlich ganz klar mit einem „Ja“ beantworten. Bisher ließ sich für jede Schwierigkeit eine Lösung finden. Das Lösen von Problemen stärkt Selbstvertrauen und macht Mut für größere Herausforderungen.

Außerdem macht es mir Spaß, mich mit den Studieninhalten auseinanderzusetzen und mich weiterzubilden. Hier in Kassel habe ich die Möglichkeit Politikwissenschaft und evangelische Theologie gleichzeitig zu studieren Das sind die Fächer, die mich am meisten interessieren.

Ich empfehle jedem Menschen mit einer Behinderung, der ein Studium anstrebt und sich die Frage stellt, ob es machbar ist, offen und mutig mit seiner Behinderung umzugehen und sich selbst etwas zuzutrauen. Eine Behinderung sollte einem Studium und später dem Berufswunsch grundsätzlich nicht im Wege stehen.

Mein Berufswunsch ist eindeutig der Journalismus. Hierfür brauche ich ein abgeschlossenes Studium und ich bin fest entschlossen diesen Weg weiter zu gehen, auch wenn er mit einigen Schwierigkeiten und Hindernissen verbunden ist.

Wenn die Bibel 40 Kilogramm wiegt: Über die Anschaffung von Literatur in Blindenschrift

Mann, der mit Fingern in einem Blindenschriftbuch liest.

Egal ob wissenschaftliche Literatur oder Romane, für blinde Menschen ist die Beschaffung von Büchern in Blindenschrift oftmals schwierig oder gar unmöglich. Eine Buchhandlung für Blindenschriftbücher gibt es nicht. Zudem sind Blindenschriftbücher groß, schwer, unhandlich und meistens sehr teuer. Viele greifen alternativ auf Online-Literatur zurück oder leihen sich Bücher in einer Blindenbücherei aus.

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