Auf das 2021 ein Jahr der Hoffnung und Zuversicht werde

2020 ist fast vorbei und in der jüngeren Vergangenheit gab es wohl kaum ein Jahr, an dessen Ende so viele Menschen froh und dankbar sein werden dass es vorbei ist. Da war das Coronavirus, was unser aller Leben verändert und eingeschränkt hat. Doch gab es nicht nur Einschränkungen, sondern leider auch viel zu viel Leid und Trauer, die die Pandemie über viele Familien herein gebracht hat. Und wer daran zweifelt möge einen Blick in die Krankenhäuser Der Republik werfen.

Was bleibt am Ende übrig von einem Jahr, in dem wir täglich mit Negativschlagzeilen konfrontiert wurden? Was bleibt übrig von einem Jahr, was für viele Menschen hauptsächlich ein Jahr in Isolation und Einsamkeit war, weil man Freunde, Verwandte und Familie nicht oder nur sehr eingeschränkt treffen durfte? Und was bleibt übrig von einem Jahr, an dessen Ende sich viele Menschen fragen wie wird es weitergehen mit der Pandemie, den wirtschaftlichen Folgen und für mich ganz persönlich?

In den letzten Wochen machte die Nachricht von In den letzten Wochen machte die Nachricht von verfügbaren Impfstoffen weltweit Runde und sorgte für hoffnungsvolle Stimmungauch in Deutschland und Europa wird seit einigen Tagen geimpft. Um zu dürfen wir zumindest mit der Hoffnung in das neue Jahr gehen, dass sich langsam aber sicher eine Wende hin zum guten einstellen wird. Auch wenn die harten Maßnahmen auch noch eine ganze Weile im neuen Jahr Bestand haben werden; Der Start der Kampagne kann das lang ersehnte Licht am Ende des Tunnels sein.

Doch dieses Jahr war auch mehr als nur Corona. Wie in jedem Jahr gab es für alle Menschen positive und negative Ereignisse. Für mich persönlich war es alles andere als ein einfaches und schönes Jahr, und so blicke auch ich auf ein in vielerlei Hinsicht schwieriges und trauriges Jahr zurück.

Doch trotzdem dürfen wir hoffen! Hoffen, dass 2021 ein Jahr der Hoffnung, der Zuversicht und der Freude werden kann. Das gilt sowohl für die Pandemie, als auch für die persönlichen Herausforderungen, die jeden einzelnen von uns erwarten werden.

Ich habe mir sehr viele Gedanken gemacht, wie ich als Perspektivwechsel ein solches Jahr angemessen beenden kann.sollte ich noch einen Jahresrückblick schreiben, in dem ich alle wichtigen Ereignisse, Daten, Zahlen und Fakten des Jahres chronologisch aufliste? Oder von meinen persönlichen Höhen und Tiefen schreiben?

Die Wahrheit ist: ich habe keine Worte um angemessen zu beschreiben was dieses Jahr ausgemacht hat. Ich habe keine Worte, die das viele Leid, die Trauer und die Einsamkeit von vielen Menschen angemessen beschreiben könnten.ich habe auch keine Worte dafür, was dieses Jahr in mir persönlich gemacht hat. Aber ich habe Hoffnung darauf, dass 2021 ein besseres Jahr wird. Ich persönlich habe Hoffnung darauf, dass es einen Gott gibt der seine Menschheit und seine Erde nicht im Stich lässt und auch im neuen Jahr mein Begleiter sein wird.

Da ich diese Hoffnung nicht selbst in Worte fassen kann möchte ich das Jahr mit zwei Songtexten beenden, die mich persönlich sehr bewegen.

Es sind Lieder der Hoffnung, der Zuversicht und des Glaubens und besseren Zeiten.Ein Lied ist ein sehr bekanntes Kirchenlied und das andere Lied ist ein aktuelles Lied aus dem Single Charts.Ich möchte diese Texte einfach kommentarlos nebeneinander stellen, und hoffe dass meine Leser durch die Texte etwas von der Hoffnung spüren, wie mir diese Lieder auch geben.und des Glaubens und besseren Zeiten.Ein Lied ist ein sehr bekanntes Kirchenlied und das andere Lied ist ein aktuelles Lied aus dem Single Charts.Ich möchte diese Texte einfach kommentarlos nebeneinander stellen, und hoffe dass meine Leser durch die Texte etwas von der Hoffnung spüren, wie mir diese Lieder auch geben.

In diesem Sinne wünsche ich allen ein frohes, gesegnetes neues Jahr und viel Kraft, Zuversicht und Hoffnung.

Bis ins neue Jahr, wo es dann weitere Artikel zum Thema Leben mit Blindheit auf Perspektivwechsel geben wird.

Von guten Mächten: Dietrich Bonhoeffer 1944(Strophen 1, 2, 5 und 7)

Von guten Mächten treu und still umgeben,

behütet und getröstet wunderbar,

so will ich diese Tage mit euch leben

und mit euch gehen in ein neues Jahr.

Noch will das alte unsre Herzen quälen,

noch drückt uns böser Tage schwere Last.

Ach Herr, gib unsern aufgeschreckten Seelen

das Heil, für das du uns geschaffen hast.

Lass warm und hell die Kerzen heute flammen,

die du in unsre Dunkelheit gebracht,führ, wenn es sein kann, wieder uns zusammen.

Wir wissen es, dein Licht scheint in der Nacht.

Von guten Mächten wunderbar geborgen,

Gott ist bei uns am Abend und am Morgen

und ganz gewiss an jedem neuen Tag.

Sarah Connor: Bye Bye, 2020

Ich hab‘ heute nichts zu tun

Und die Welt hat heute zu

Ich hau‘ mich einfach wieder hin

Denn alles andre macht ja eh kein’n Sinn

Jaja, alles okay

Ich bin okay, aber ne, eigentlich nicht

Denn aus meiner Sicht reicht es langsam

Ich hab‘ keine Lust mehr

Könn’n wir vorspul’n

Und so tun, als wär alles wieder gut?

Und dann feiern wir ’ne fette Party

Laden alle unsre Freunde ein

Steh’n extra ganz dicht beieinander

Und stoßen an aufs Zusammensein

Alt und jung und groß und klein

Keiner mehr zuhaus allein

Weißt du, wovon ich grad am liebsten träum‘?

Dass du mich weckst und sagst, „Es ist vorbei!“

Bye-bye, bye-bye

Dass du mich weckst und sagst, „Es ist vorbei!“

Bye Bye, Bye Bye,

Ich hab‘ Ziegen gemolken

Und Olivenöl gepresst

Hab‘ ’n Kräuterweg gepflanzt

Hab‘ mehr meditiert gegen den Stress

Jaja, ich hätt auch gern ’ne neue Sprache gelernt

Und ganz viel Sport gemacht

Hab‘ ich aber nicht, leider nicht

Und auch nicht genug gelacht

Beim Lernen mit den Kids nur die Hälfte geschafft

Könn’n wir bitte, bitte vorspul’n

Und so tun, als wär alles wieder gut?

Und dann feiern wir ’ne fette Party

Laden alle unsre Freunde ein

Steh’n extra ganz dicht beieinander

Und stoßen an aufs Zusammensein

Alt und jung und groß und klein

Keiner mehr zuhaus allein

Weißt du, wovon ich grad am liebsten träum‘?

Dass du mich weckst und sagst, „Es ist vorbei!“

Bye-bye, bye-bye

Es ist vorbei

Der ganze Sch**ß mit dem Abstand

Ich will nur zurück nach Island

Ich will Nähe und Spaß

Und mit dir trinken aus demselben Glas

Und stell dir vor, du hast ’n Wunsch frei

Ja, dann feiern wir ’ne fette Party

Laden alle unsre Freunde ein

Steh’n extra ganz dicht beieinander

Und stoßen an aufs ZusammenseinAlt und jung und groß und klein

Keiner mehr zuhaus allein

Weißt du, wovon ich grad am liebsten träum‘?

Dass du mich weckst und sagst, „Es ist vorbei!“

Bye-bye, bye-bye

Es ist vorbei

Warum auch ein Leben mit Behinderung Lebenswert ist

Viele Menschen ohne Behinderung reagieren oft mit Mitleid, wenn sie einer Person mit Behinderung begegnen. Als blinder Mensch muss ich mir regelmäßig Sätze wie „Du hast ja ein schlimmes Leben.“ oder „Ich könnte nicht mit dieser Behinderung leben.“ anhören. Dabei ist mein Leben trotz Behinderung nicht weniger Lebenswert und schön, wie ein Leben ohne Behinderung. Warum das so ist erkläre ich dir in diesem Artikel.

Blind und trotzdem glücklich

Ich habe eine Behinderung, die mich schon mein ganzes Leben begleitet. Ich bin blind. Seit 15 Jahren sehe ich auf beiden Augen nichts mehr, zuvor konnte ich zumindest auf dem rechten Auge ein kleines Bisschen sehen. Mein Schwerbehindertenausweis bescheinigt mir einen Behinderungsgrad von 100%, die höchste Stufe, die es gibt. Und das Leben mit Behinderung ist an vielen Tagen weder einfach, noch wirklich schön.Um ganz ehrlich zu sein, oft ist es einfach nur frustrierend, deprimierend und schlimm. Mein Alltag ist voller Herausforderungen und unüberwindbaren Hindernissen, die ich ohne die Behinderung vermutlich nicht hätte. Und trotzdem behaupte ich von mir selbst glücklich zu sein. Ich bin glücklich trotz und gerade wegen der Behinderung. Und ich bin glücklich, ob man mir es glauben mag oder nicht.

Glück mehr als nur ein Gefühl

Aber was heißt es glücklich zu sein? Bin ich nur glücklich wenn es mir gut geht? Und Was brauche ich zum glücklich sein? Für mich persönlich ist Glück mehr als nur ein Gefühl, was sich spontan einstellen kann und ebenso spontan wieder verschwinden kann. Und Glück hat für mich auch wenig mit materiellem Besitz oder körperlicher Unversehrtheit zu tun. Glücklich zu sein ist für mich eher eine Art Lebenseinstellung. Glücklich zu sein bedeutet für mich meinen Blick auf die positiven Dinge im Leben zu richten und dankbar für diese zu sein. Und an positiven Sachen gibt es auch im Leben eines Blinden eine ganze Menge. Ich habe zum Beispiel eine Familie, die mich seit meiner Kindheit liebt und unterstützt und ich habe Freunde fürs leben, die immer da sind, wenn ich sie Brauche. Diese Lieste könnte ich jetzt noch ewig weiterführen.

Die entscheidende Frage ist, ob ich mein Leben von negativen Gedanken und Vorurteilen bestimmen lasse oder ob es mir gelingt den positiven Dingen im Leben mehr Gewicht zu geben. Das klingt jetzt vielleicht nach einem super einfachen Rezept, was man immer und zu jeder Zeit schnell anwenden kann und damit ohne Krisen durchs Leben kommt. Ich kann dir verraten: genau das ist es nicht.

Wenn die Blindheit zur Belastung wird

Das Leben ist nie immer nur einfach, schön und eine Leiter auf der es nur nach oben geht. Harte Zeiten in denen man das Gefühl hat das gerade nichts positives passiert und es Berg ab geht gehören auch zum Leben dazu. Nicht anders geht es mir da im Umgang mit meiner Blindheit. Es gibt Tage, an denen sich die Blindheit wie eine große Belastung anfühlt. Tage, an denen sich das Leben mit dieser Behinderung wie ein unüberwindbarer Berg anfühlt. An solchen Tagen will es mir einfach nicht gelingen den Blick auf positive Dinge zu lenken. Dann fühlt sich dieses Handicap einfach unerträglich an und ich möchte am liebsten Gott und meine gesamte Umwelt anklagen. Meine Antwort auf solche Tage heißt: auch solche Gefühle für diesen Moment einfach mal zu- und rauslassen. Als Kind und Jugendlicher habe ich immer versucht negative Gefühle über meine Blindheit zu verdrängen.. Ich wollte immer der sein, der nie traurig ist, seine Behinderung absolut unter Kontrolle hat und die Herausforderungen des Lebens mindestens genau so meistert wie Menschen ohne Behinderung. Negative Gefühle zu empfinden habe ich oft als eigene Schwäche gewertet. Heute als Erwachsener weiß ich, dass verdrängen keine gute Strategie ist. Ich habe gelernt zuzugeben, wenn es mir nicht gut geht und ich habe Wege gefunden negative Gedanken herauszulassen und sie zu verarbeiten. Ob ein ausgedehnter Spaziergang durch den Park, ein Stadtbummel oder ein gutes Gespräch mit Freunden; es gibt mittlerweile viele Möglichkeiten mich aus solchen negativen Gedankenstrudeln zu befreien.

Wenn man nur auf die Blindheit reduziert wird

Jetzt habe ich viel über meinen eigenen Umgang mit der Blindheit gesprochen, aber wie sieht es eigentlich bei meinen Mitmenschen aus, wenn sie mit meiner Behinderung konfrontiert werden? Um ehrlich zu sein; sehr oft erlebe ich Skepsis und nicht selten auch Ablehnung, weil ich blind bin. Nicht immer sind Skepsis und negative Vorurteile böse gemeint, die aller meisten Menschen haben keine Erfahrungen mit blinden Menschen gemacht und reagieren deshalb zunächst zurückhaltend auf mich. Schwierig ist es für mich trotzdem mit dieser Zurückhaltung umzugehen. Und es ist auch alles andere als schön, wenn meine Behinderung jedesmal das auffälligste Merkmal ist, was anderen Menschen an mir auffällt. Vor einigen Tagen war ich in der Arztpraxis meines Hausarztes. Als ich gerade dabei war mich in die Warteschlange einzureihen rief eine der Krankenschwestern: „Ach da ist ja wieder der Blinde!“ Für einen kurzen Moment wurden alle Gespräche in der Praxis unterbrochen und ich habe gespürt wie sich alle zu mir umgedreht haben un „den Blinden“ zu sehen. Sicher hat es die Krankenschwester alles andere als böse gemeint. Vielleicht wollte sie die herumstehenden Leute mit ihrem Ausruf nur zu mehr Vorsicht aufrufen. Für mich war es trotzdem eine sehr verletzende und unangenehme Situation. Ich möchte nicht „Der Blinde“ sein. Ich bin Johannes Schneider, 25, Student, Fußball-Fan, manchmal unordentlich, Humorvoll, Dunkelhäutig und auch blind… Es gibt so viele Dinge, die mich als Mensch ausmachen. Sicher gehört die Blindheit da auch dazu, aber sie ist nicht das, Einzige, was mich zu dem Menschen macht der ich bin.

Wenn ich samstags Schalke 04 und Eintracht Frankfurt in der Bundesliga anfeuere hat das nichts mit meiner Blindheit zu tun. Wenn ich mit meinen Freunden in einer Cocktailbar sitze ist es egal ob ich blind bin oder nicht. Und auch wenn ich Texte für die Uni lese macht meine Blindheit keinen Unterschied.

Ich spiele Fußball im Verein, ich bin Student, habe einen tollen Freundeskreis, konnte mein Abitur als Inklusionsschüler schreiben und genieße das Leben im Ruhrgebiet. Das soll kein auflisten von Erfolgen sein mit denen ich prahlen will, sondern nur zeigen, dass es in meinem Leben weit mehr gibt als nur die Behinderung.

Und trotzdem wird es immer Menschen geben, für die ich nur „Der Blinde“ bin und bleiben werde. Wenn Menschen nichts mit einem zu tun haben wollen nur weil man eine Behinderung hat tut das einfach nur weh. Wenn langjährige zwischenmenschliche Beziehungen in die Brüche gehen weil Menschen in dir nur das Handy-Cap sehen ist da nichts als Schmerz und Frust der bleibt. Wenn an der Uni oder früher in der Schule Partys gefeiert werden und du ausgeladen wirst mit der Begründung wir wollen keine Belastung haben und blinde können ja sowieso nicht spaß haben fühlst du dich machtlos und beginnst dich und die Behinderung selbst abzulehnen.

Doch wie geht man damit um? Wie so oft gibt es auch hierfür kein Rezept, welches man immer und unkompliziert anwenden kann. Was mir am besten hilft zu versuchen meinen Selbstwert weder von meiner Blindheit, noch von den Meinungen anderer Menschen abhängig zu machen. Auch das ist nicht immer einfach. Das zu beherzigen und zu verinnerlichen ist eine Aufgabe fürs Leben. Aber ich kann versuchen jeden Tag besser darin zu werden.

Letztlich ist es sowieso so, dass ich nicht darüber entscheiden kann was andere Menschen über mich denken. Wenn jemand in mir nur den Blinden sieht und den Kontakt deshalb ablehnt kann ich nur versuchen mich davon nicht soweit beeinflussen zu lassen, dass ich in mir auch nur noch die Behinderung sehe. Gleiches gilt für andere Situationen, in denen ich nur auf die Behinderung reduziert werde.

Helfen können hierbei in erster Linie Familie und Freunde. Es tut gut in einem Umfeld zu Leben, in dem meine Behinderung keine große Rolle spielt. Mein Umfeld vermittelt mir das Gefühl, dass mein Leben genauso viel Wert ist wie alle anderen.

Für mich bedeutet dies in erster Linie: Veränderung beginnt bei mir selbst. ich möchte selbst stärker darin werden meine Behinderung so anzunehmen wie sie ist und das Beste daraus machen. ich möchte selbst stärker darin werden meine Behinderung so anzunehmen wie sie ist und das Beste daraus machen. Viele Menschen haben mir gesagt, dass mich meine Blindheit zu einem besonderen Menschen macht, aber dass sie darin hauptsächlich positive Dinge und Eigenschaften in mir sehen. Genau das ist auch meine Einstellung: natürlich gehört die Blindheit zu meinem Charakter dazu und macht mich in manchen Situationen vielleicht auch ein bisschen besonders, aber das muss ja nicht automatisch negativ sein. Vielmehr möchte ich die positiven Besonderheiten der Blindheit nutzen. Und vielleicht gelingt es mir ja genau das nach außen hin aus zu strahlen und somit die ein oder anderen Vorurteile gegen das Handikap zu beseitigen.

Wie Corona das Leben von Blinden beeinflusst

Das Corona-Virus verändert zurzeit das Leben Aller Menschen. Home-Office und Social-distancing sind zu bestimmenden Merkmalen unseres Alltags geworden. Das öffentliche Leben ist quasi zum erliegen gekommen und jeder muss sich wohl oder übel zu Hause beschäftigen.
Doch was bedeutet die Corona-Kriese für blinde Menschen und wie können sie damit umgehen?
Ein Bericht aus meinem Alltag.

Abstandsregeln beachten nur schwer möglich

Eine der wichtigsten Maßnahmen zur Eindämmung des Virus ist das Abstandhalten zu anderen Menschen im öffentlichen Raum. 1,5-2m wird als Mindestabstand empfohlen. Doch für einen blinden Menschen ist es alles andere als einfach auf den Abstand zu den Mitmenschen zu achten.
Anderthalb Meter; das ist in etwa eine Blindenstocklänge. Doch trotzdem fällt es gerade in der Öffentlichkeit schwer Menschen nur mit dem Gehör möglichst genau zu lokalisieren. Wenn sich die Mitmenschen gar nicht oder kaum bewegen ist das Wahrnehmen nahezu unmöglich. Vor allem die Nutzung des ÖPNV oder das Warten in einer Schlange wird so zur fast unlösbaren Aufgabe.
Abhilfe schaffen einzig aufmerksame Mitmenschen, die mir Mitteilen wie groß die Entfernung zwischen ihnen und mir ist.
Zudem ist es schwierig, jemanden zu finden, der mich in der Öffentlichkeit begleitet und mich führt. Besonders wenn ich mich in einem Gebiet nicht gut auskenne suche ich mir eine Begleitperson, bei der ich mich einharken kann, um mich von ihr führen zu lassen. Doch genau dies ist unmöglich, wenn man den Mindestabstand einhalten möchte. Somit bin ich noch mehr auf mich alleingestellt und muss mich ohne sehende Hilfe zu Recht finden. Auch im Supermarkt ist es deutlich schwieriger eine Einkaufsbegleitung zu bekommen.

_ Berührungsverbot von Gegenständen in der Öffentlichkeit sorgt für Einschränkungen bei der Orientierung_
Immer wieder wird in den Medien davon gesprochen, dass sich die Corona-Bakterien auf einigen Oberflächen von Gegenständen mehrere Tage halten können. Deshalb wird dringend davon abgeraten Gegenstände wie Haltegriffe oder Metalloberflächen zu berühren.
Gerade die Berührung von Gegenständen ist für viele blinde Menschen jedoch wichtig, um sich zu orientieren. Suche ich beispielsweise in der Bahn nach einem Sitzplatz bleibt mir gar nichts anderes möglich, als die Sitze und Haltegriffe zu berühren. Ähnlich sieht es mit der Orientierung in Geschäften oder draußen aus. Egal ob ein Geländer an einer Treppe, Blindenschriftmakierungen an Aufzügen und Aufgängen zu Gleisen am Bahnhof oder das Abtasten einer Wand um eine Tür oder ein anderes Orientierungsmerkmal zu suchen; all das ist durch das Berührungsverbot kaum noch möglich.
In meinem Leben spielt sich ein großer Teil über die Haptik, also das ertasten meiner Umgebung ab. Natürlich kann man sich mit dem Tragen von Handschuhen gegen das Virus schützen, jedoch ist das Erfühlen dann nur noch eingeschränkt möglich. Eine Blindenschriftmakierung wird mit normalen Handschuhen beispielsweise unlesbar.

_ Verringertes Angebot im ÖPNV macht blinde weniger mobil _
Seit dem in Deutschland das öffentliche Leben nahezu zum Stillstand gekommen ist wurde auch der Öffentliche Personennahverkehr (ÖPNV) spürbar reduziert.
Dies bedeutet für mich ebenfalls eine starke Einschränkung in meinem Leben, da Blinde Menschen besonders stark auf öffentliche Verkehrsmittel angewiesen sind. Zwar birgt das Fahren mit Bus oder Bahn ein erhöhtes Ansteckungsrisiko, jedoch gewährleistet einzig ein stabiler Nahverkehr eine gute Mobilität. Da ich nicht auf Auto oder Fahrrad umsteigen kann muss ich mit den deutlichen Mobilitätsbeschränkungen leben.
Einzig eine Taxifahrt wäre möglich, jedoch sind auch diese eher eingeschränkt verfügbar und zudem um ein vielfaches teurer als die Bahnfahrt.

Social-Distancing als größte Herausforderung
AbstandHalten, nichts in der Öffentlichkeit anfassen oder die Einschränkungen in der Mobilität sind für sich genommen schon große Herausforderungen, doch am schwierigsten sind für mich die Kontaktbeschränkungen, die unser Leben seit einigen Wochen stark beeinflussen. Am schwierigsten deshalb, weil diese Regelungen neben den Herausforderungen für meine Blindheit auch noch eine soziale Komponente haben.

Wie bereits erwähnt ist es zurzeit schwierig Menschen zu finden, die mich Führen oder beim Einkaufen helfen. Darüber hinaus ist es nicht einfach auf Treffen mit Familie und Freunden zu verzichten. Um nicht ganz in der Isolation zu versinken gibt es ja einige Möglichkeiten, um auf digitalem Wege den Kontakt aufrechtzuerhalten. Doch leider sind vieles davon für mich nicht oder nur erschwert nutzbar, da viele Plattformen nicht mit meinem Laptop oder iPhone mit Sprachausgabe bedienbar sind.
Viele Menschen schicken sich zur Zeit Videos oder Fotos ihrer Aktivitäten im Home-Office zu. Bilder und Videos sind für mich allerdings nur selten zugänglich. Besser sind hier Sprachnachrichten oder Telefonate, da ich so auch die Stimme des Gesprächspartners wahrnehmen kann.
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_ Nicht alles ist schlecht _

Trotz der vielen Hindernisse, die die aktuelle Zeit mit sich bringt ist längst nicht alles schlecht und aussichtslos. Sehr positiv nehme ich der Zeit wahr, dass sich viele Menschen erkundigen, wie ich als blinde Person die Kriese bewältige und wie man mir helfen kann. Auch in der Öffentlichkeit reagieren die meisten Leute sehr verständnisvoll auf meine Blindheit.
Mit Familie oder Freunden zu telefonieren tut mir gerade sehr gut und gibt mir viel Energie.
Die Corona-Kriese hat für blinde Menschen einige besondere Herausforderungen, ist jedoch für mich zu bewältigen.

Wenn die Dunkelheit übermächtig erscheint

Viel zu selten wird in unserer Gesellschaft über Gefühle wie Traurigkeit, Schmerz oder Mutlosigkeit gesprochen.
Wir interessieren uns nur für die tollen Momente, für Erfolgsstorys und Heldengeschichten. Wir versuchen uns hinter unseren Siegen und guten Momenten zu verstecken. Doch hinter der glänzenden Fassade liegen immer auch die Schattenseiten, die Traurigkeiten und auch unsere Schwächen. In diesem Text soll es genau um die weniger angenehmen Themen gehen, weil diese zum Leben dazugehören.

Stell dir vor es ist ein herrlicher Frühlingstag. Die Sonne scheint, die Vögel singen und die Blumen blühen. Alle Menschen erfreuen sich am blauen Himmel, an der farbenfrohen Natur und an der Helligkeit des Tages. Und dann stell dir vor es bleibt trotzdem dunkel in deinem Leben. Du hörst zwar die Vögel und riechst den Frühling, die vielen bunten Farben und die Helligkeit aber siehst du nicht. Und viel mehr noch; du merkst, wie deine Mitmenschen voll und ganz in der Welt der Farben und im Licht aufgehen und du in der Dunkelheit feststeckst. Du fühlst dich einsam und verlassen. Du spürst, dass zwischen deiner Welt und der Welt deiner Mitmenschen die Dunkelheit steht.

Oder stell dir vor du bist immer derjenige, über den definitiv geredet wird, wenn du neu in einer Gruppe bist. Aber nicht dein Charakter, deine Hobbys und alles andere was dich ausmacht ist Gesprächsthema, sondern deine Blindheit. Jeder begegnet dir zunächst mit Vorurteilen, mit Vorsicht und des Öfteren auch mit Angst. Für die meisten bist du erstmals einfach der Blinde. Ein ungezwungenes kennenlernen ist kaum möglich, weil Blindheit und Vorurteile der anderen zwischen dir und deinen Mitmenschen stehen. Du weißt zwar, dass es die Menschen in der Regel nicht böse meinen, doch trotzdem fühlst du dich verlassen und alleine, weil du dich gefangen fühlst in der Dunkelheit.

Nicht immer ist das Leben mit Blindheit einfach und schön. Zwar lernt man mit der Zeit seine Behinderung zu akzeptieren, doch trotzdem gibt es diese Tage voller Verzweiflung, Trauer und Wut. Tage, an denen man sich am liebsten in die hinterste Ecke verkriechen würde und sich ganz der Traurigkeit ergeben möchte. Es sind diese Tage, an denen sich die Blindheit wie eine riesige Last anfühlt, unter der man zusammenbricht. Tage, an denen ich mich einsam, verlassen und unglaublich weit weg von meinen Mitmenschen entfernt fühle. Tage, an denen das nicht sehen können zu einem undurchdringlichen Gefängnis aus dunklen Mauern wird, aus dem es kein entrinnen gibt.
Und dann gibt es da noch die Fragen, die einen quälen und nicht mehr loslassen? Warum ausgerechnet ich? Warum kann nicht ein Wunder passieren, dass mich wieder sehend macht? Hat das Leben mit einer Behinderung überhaupt einen Sinn?

Blind zu sein bedeutet mehr als nur nicht sehen zu können. Es kann auch Einsamkeit, Isolation und Traurigkeit bedeuten.
Mit einer Behinderung zu leben bedeutet in einer Gesellschaft zu leben, die für Menschen ohne Behinderung gemacht ist und die zu oft keinen Platz für vermeintlich Schwächere bietet.

Menschen mit einer Behinderung werden im Alltag ständig damit konfrontiert, dass sie Dinge, die für die meisten Menschen normal sind, gar nicht oder nur mit großem Mehraufwand schaffen können. Damit umzugehen ist an vielen Tagen alles andere als einfach. Zumal einem an allen Ecken vermittelt wird, dass Schwächen in der Gesellschaft unerwünscht sind. Wo höher!schneller! weiter! Die einzigen Maßstäbe zu sein scheinen, werden Menschen, die diesen Prinzipien nicht entsprechen können vergessen und ausgegrenzt. In der Wahrnehmung der aller meisten Menschen ist eine Behinderung immer noch etwas Schreckliches, Schlimmes und Trostloses. Somit ich mich auch immer wieder dafür rechtfertigen muss, dass auch ein Leben mit einer Behinderung lebenswert sein kann.

Eine weitere Schwierigkeit ist die eingeschränkte Mobilität, die meine Blindheit mit sich bringt. Selbst Wege im nahen Umfeld müssen mühevoll erlernt werden, damit ich sie irgendwann selbständig und alleine benutzen kann. Möchte ich unterwegs sein bin ich stets auf öffentliche Verkehrsmittel oder sehende Personen mit Auto angewiesen. Einfach mal so mit dem Fahrrad in die Stadt, andere Städte besuchen und anschauen oder sich in ein Auto setzen und losfahren? Für mich nur ein Traum, der wohl nie Wirklichkeit werden wird.
Und ja, wenn ich so über all die beschriebenen Situationen nachdenke, lässt sich der Wunsch einmal wieder sehen zu können nicht an allen Tagen unterdrücken. Ein Wunsch, der aufgrund der besonderen medizinischen Situation wohl niemals in Erfüllung gehen kann.
Manchmal wird dieser Wunsch so groß, dass er zum dominierenden Gefühl in meinem Leben wird. Dann frage ich mich, ob ein Leben mit Blindheit wirklich lebenswert ist. Und manchmal werden mir die ganzen Herausforderungen zu viel und scheinbar unerträglich. Dann fehlt mir die Kraft trotz allem positiv nach vorne zu schauen. Dann fehlt die Energie die Blindheit als ganz normalen Teil meines Lebens zu sehen und das Beste daraus zu machen. Das nicht sehen können fühlt sich in solchen Momenten an, als ob ich von den bereits beschriebenen dunklen hohen Mauern gefangen wäre ohne jede Chance auf Befreiung. Denn die Blindheit lässt sich nicht einfach wie ein Mantel am Ende des Tages ablegen; blind bin ich immer und werde es wohl mein ganzes Leben bleiben. Besonders die scheinbar feststehende Endgültigkeit ist an diesen Tagen nur schwer zu ertragen, weil es eben auch heißt, dass mich die Herausforderungen und Schwierigkeiten mein ganzes Leben begleiten werden.

Doch was fängt man jetzt mit diesen negativen Gedanken auf? Ist es jetzt angebracht sich nur noch still und traurig in die hinterste Ecke zu verziehen? Darf ich überhaupt solch negative Gedanken haben und wenn ja, sollte ich diese nicht lieber für mich behalten um niemanden damit zu belästigen? Müsste es mir mit 25 Jahren nicht längst gelungen sein solche Gedanken endgültig zu verbannen?

Tatsächlich bin ich davon überzeugt, dass es auf all die vielen Fragen aus diesem Artikel keine allgemein gültigen Antworten gibt. Vor allem die Fragen, warum es Behinderungen und Krankheiten gibt kann kein Mensch auch nur ansatzweise beantworten. Auch Theologen verzweifeln seit Jahrhunderten an der sogenannten Theodizeefrage, die letztlich wissen möchte, warum gütiger Gott Leid, Unheil und Krankheiten zulässt.
Doch muss die Frage nach dem warum wirklich beantwortet werden? Ich denke es wäre viel entscheidender zu Fragen, wie wir mit Krankheit, Behinderungen und Schwächen umgehen. Diese Frage ist sowohl eine gesellschaftliche als auch eine individuelle Sache.
Eine Gesellschaft sollte kritisch hinterfragen, ob es nicht bessere Prinzipien als „Höher!deSchneller! Weiter!“ gibt. Eine Gesellschaft, die so gerne modern, bunt und vielfältig sein möchte sollte es nicht zulassen, dass schwächere Mitglieder oder solche die aus anderen Gründen nicht in das Mainstream-Schema passen ausgegrenzt werden. Letztlich hat jeder Mensch Schwächen und Stärken. Das ich nicht sehen kann macht mich noch lange nicht zu einem Menschen zweiter Klasse. Ich habe genauso Stärken, die ich in das gesellschaftliche Leben einbringen kann. Eine Gesellschaft ist dann am stärksten, wenn jeder unabhängig von Herkunft, Geschlecht und Behinderung gleichberechtigt seine Stärken einbringen kann und Schwächen nicht als Auskrenzungsmerkmal sondern als etwas ganz natürliches betrachtet werden.

Was die individuelle Seite betrifft hilft es mir am meisten zu spüren, dass ich ein Umfeld habe, in dem meine Behinderung keine große Rolle spielt. Freunde und Familie sind da, wenn es mir schlecht geht und sprechen mir Mut zu, wenn ich mutlos bin. Auch mein Umfeld kann die Blindheit nicht von mir wegnehmen, aber es hilft mir besser damit umzugehen.

Und nicht zuletzt ist der Glaube an Gott jeden Tag eine Ermutigung für mich. Ich glaube daran, dass es einen Gott gibt, der Himmel und Erde und alles Leben geschaffen hat und nicht möchte, dass es mir mit meiner Blindheit schlecht geht. Ich glaube auch daran, dass Gott auch Menschen mit einer Behinderung gebrauchen kann. Warum Gott zulässt dass ich blind bin und auch andere Krankheiten und Behinderungen nicht verhindert, werde ich nie verstehen können. Und trotzdem weiß ich, dass ich auf Jesus vertrauen kann, weil er mir jedes Mal aufs Neue die Kraft gibt mit der schwierigen Situation umzugehen. Jesus ist der Begleiter in meinem Leben, der mich immer wieder stärkt wenn ich schwach bin und mich immer wieder aufrichtet wenn ich das Gefühl habe die dunklen Mauern sind zu stark und zu groß für mich.

In der Bibel steht im Johannes-Evangelium: „Ich bin das Licht der Welt. Wer mir nachfolgt, der wird nicht wandeln in der Finsternis, sondern wird das Licht des Lebens haben.“(Johannes 8,12)

Dieses Licht konnte ich schon oft in meinem Leben spüren. Es ist stärker als die dunklen Mauern, die sich immer wieder um mich herum aufbauen wollen.

Und an einer anderen Stelle heißt es: „Ist Gott für uns, wer kann gegen uns sein?“(Römerbrief 8,31)und in Philipper 4,13 steht: „Alles kann ich durch Christus, der mir Kraft und stärke gibt.“

Jesus ist stärker als meine Blindheit und er lässt mich nicht im Stich. Kann es eine größere Kraft und eine größere Zuversicht geben? Ich kenne keine!

12 Dinge, die ich machen würde, wenn ich sehen könnte

Was wäre wenn? Jeder stellt sich des Öfteren diese Frage. Ob realistisch oder nicht spielt keine Rolle, wenn wir uns ausmalen wie unser Leben anders sein könnte. Das ist auch bei mir und meiner Blindheit nicht anders. Auch wenn nach heutigem Stand der Augenmedizin nahezu ausgeschlossen ist, dass ich jemals wieder sehen werde, stellt sich mir trotzdem oft die Frage was ich machen würde, wenn ich sehen könnte. Im Folgenden habe ich deshalb eine Liste mit Dingen, die ich wegen meiner Blindheit vermisse und die ich vermutlich tun würde, wenn ich sehen könnte zusammengestellt. Und wer weiß, vielleicht kann ich ja doch eines Tages die folgenden Dinge in die Tat umsetzen.

1. Meine Familie und Freunde mit eigenen Augen sehen

Wie sehen die Mitmenschen um mich herum eigentlich aus? Wie sehen meine Freunde aus wenn sie ein breites Lächeln im Gesicht haben? Und wie wenn sie traurig sind?

Solche Fragen stellen sich mir häufig. Zwar weiß ich bei meiner Familie und den engsten Freunden theoretisch grob wie sie aussehen, aber es macht einen riesigen Unterschied, ob du nur weißt, dass dein gegenüber braune Haare hat, weil man es dir erzählt hat oder ob du dein gegenüber mit eigenen Augen sehen kannst.

Könnte ich sehen würde ich mir meine Mitmenschen einmal ganz besonders anschauen. Da ich als Kind ein wenig sehen konnte, überlege ich mir manchmal, wie ein Mensch, dessen Stimme ich höre wohl aussehen könnte. Es wäre interessant herauszufinden, wie realistisch meine Vorstellungen sind.

2. Sonnenauf- und untergänge am Meer und in der Natur genießen

Naturereignisse wie ein Sonnenuntergang am Meer faszinieren die Menschen schon immer. Für mich ist ein Sonnenuntergang etwas was ich nur aus Erzählungen und Beschreibungen kenne. Der besondere und eindrucksvolle Moment, wenn sich Himmel und Meer rötlich färben bleibt mir somit verwehrt.

3. Ausgedehnte Spaziergänge zu jeder Jahreszeit machen

Jede Jahreszeit hat ihren ganz besonderen Reiz. Ob blühende Blumen im Frühling, buntes Laub im Herbst oder eine Schneelandschaft im Winter; es gibt viel zu entdecken in der Natur. Zwar kann man auch ohne zu sehen die Natur genießen, aber manches lässt sich nur visuell beobachten. Die Farbenvielfalt im Frühling und Herbst würden mich besonders interessieren.

4. In einer warmen Sommernacht Sterne betrachten

Wer liebt sie nicht, diese lauwarmen Sommernächte nach heißen Tagen? Wenn man den ganzen Tag draußen war und abends gegrillt hat?

Wie schön, wenn man dann auf einer freien Wiese entspannen kann.

Als ich noch etwas sehen konnte, hab ich mich in solchen Nächten immer gefreut, wenn ich den Mond und an manchen Tagen auch die Sterne als kleine Leuchtpunkte sehen konnte. Wenn ich jetzt sehen könnte, würde Sterne gucken am Meer oder in der Natur sicherlich zu meinen Lieblingsbeschäftigungen gehören.

5. Die beleuchtete Skyline von Großstädten bewundern

Großstädte werben meistens mit ihrer beeindruckenden Skyline. In meiner Vorstellung sind erleuchtete Wolkenkratzer, Glasfassaden, Schlösser oder Burgen interessant zu beobachten. Schon als Kind fand ich es immer faszinierend die Straßenbeleuchtungen von Städten zu beobachten.

6. Weihnachtsmärkte bestaunen

Die Adventszeit ist jedes Jahr besonders. In den Städten warten hell erleuchtete und weihnachtlich geschmückte Weihnachtsmärkte auf die Besucher. Aber auch zu Hause werden die Häuser mit Kerzen und Lichterketten dekoriert.

Die vielen Lichter rund um Weihnachten vermisse ich mit am meisten. Zu gerne würde ich noch einmal die vielen Lichter an Weihnachten sehen.

7. Bücher und Zeitungen lesen

Der Geruch von druckfrischem Papier und das Gefühl beim umblättern einer Seite. Alles Dinge, die für die meisten blinden Menschen Seltenheitswert besitzen. Zwar gibt es dank der Blindenschrift auch für blinde Menschen Bücher und Zeitungen, allerdings sind bisher die aller wenigsten Bücher umgewandelt. Hat man dann mal ein Blindenschriftbuch gefunden sorgen Unhandliche Größe und Gewicht nicht gerade für großes Lesevergnügen. Als Alternative bleibt dann meist nur sich die gewünschte Literatur digital von einer monotonen Computerstimme vorlesen zu lassen. Keine besonders schöne Option im Vergleich zum Lesen mit den Augen.

Des Weiteren ist es für mich eine tolle Vorstellung einfach mal in einer Bibliothek nach interessanten Büchern zu stöbern und das zu lesen, was einen interessiert und nicht nur das was zufällig gerade übersetzt ist.

8. Führerschein machen und mit dem Auto durchs Land fahren

Wer ein Auto hat ist mobil und flexibel. Und wer mobil ist, besitzt ein hohes Maß an individueller Freiheit. Nichts ist schlimmer, als an einen bestimmten Ort gebunden zu sein, weil man nicht mobil ist.

Öffentliche Verkehrsmittel geben mir zwar auch ein großes Stück Mobilität, aber nicht die Freiheit zu jeder Zeit da hinzugehen, wo ich gerade möchte. Eine gewisse Abhängigkeit bleibt bei der Nutzung der öffentlichen Verkehrsmittelimmer bestehen.

9. In Fotoalben, und Instagram-Stories stöbern

Ein Bild sagt mehr als tausend Worte. Egal ob Fotoalben oder in den Sozialen Netzwerken; Fotos und Bilder sind ein wesentlicher Bestandteil unseres Lebens. Für blinde Menschen bleibt die Bilderwelt weitestgehend verschlossen, auch wenn es mittlerweile einige Apps und Programme gibt, die sich in Bildbeschreibungen versuchen. Blinde Menschen bekommen so zumindest in groben Ansatz eine Idee von dem, was sich auf einem Foto befindet. Vergleichbar mit einer sehenden Person, die ein Bild in allen Einzelheiten anschauen kann, ist dies aber nicht.

10. Netflix & chillen

Das Serienschauen erfreut sich großer Beliebtheit. Nicht wenige verlieren sich Tage lang im Serien schauen. Für blinde Menschen sind jedoch die meisten Inhalte eher uninteressant, da es keine Bildbeschreibungen gibt.

11. Barrierefrei studieren

Endlich einmal schon zu Semesterbeginn die gesamte benötigte Literatur haben, in Seminaren und Vorlesungen ohne größere Schwierigkeiten mitkommen und mich problemlos auf dem Campus zurechtfinden. EinigeHerausforderungen im Studium wären ohne Blindheit vermutlich einfacher zu bewältigen. Studieren mit Blindheit macht mir zwar Spaß, ist jedoch nicht immer einfach.

12. Schoppen gehen und herausfinden, welcher Kleidungsstil zu mir passt

Steht mir das gelbe T-Shirt besser oder das Rote? Und welche Hose gefällt mir am meisten? Für sehende Menschen sind das ganz normale Fragen. Blinde Menschen hingegen haben es mit solchen Fragen deutlich schwieriger.

Es ist für mich selbständig kaum möglich herauszufinden, ob ein Kleidungsstück zu mir passt oder nicht. Das einzige was ich im begrenztem Maße wahrnehmen kann, ist inwiefern sich Kleidungsstücke unterschiedlich anfühlen, weil sie aus unterschiedlichen Materialien bestehen. Ob meine Kleidung farblich zusammenpasst und mir steht, weiß ich nur wenn sehende Menschen mich beraten. Selbstständig einen eigenen Style finden und damit auch ein Stück Identität ist kaum möglich.

Auch wenn das Leben mit Blindheit so manche Schwierigkeiten bereit hält, bin ich trotzdem glücklich. Die Dinge, die vielleicht schöner und einfacher wären, wenn ich etwas sehen könnte, halten mich jedenfalls nicht davon ab ein glückliches und positives Leben zu führen. Mein Leben ist nicht immer einfach und keineswegs perfekt, aber gut so wie es ist.