Auf das 2021 ein Jahr der Hoffnung und Zuversicht werde

2020 ist fast vorbei und in der jüngeren Vergangenheit gab es wohl kaum ein Jahr, an dessen Ende so viele Menschen froh und dankbar sein werden dass es vorbei ist. Da war das Coronavirus, was unser aller Leben verändert und eingeschränkt hat. Doch gab es nicht nur Einschränkungen, sondern leider auch viel zu viel Leid und Trauer, die die Pandemie über viele Familien herein gebracht hat. Und wer daran zweifelt möge einen Blick in die Krankenhäuser Der Republik werfen.

Was bleibt am Ende übrig von einem Jahr, in dem wir täglich mit Negativschlagzeilen konfrontiert wurden? Was bleibt übrig von einem Jahr, was für viele Menschen hauptsächlich ein Jahr in Isolation und Einsamkeit war, weil man Freunde, Verwandte und Familie nicht oder nur sehr eingeschränkt treffen durfte? Und was bleibt übrig von einem Jahr, an dessen Ende sich viele Menschen fragen wie wird es weitergehen mit der Pandemie, den wirtschaftlichen Folgen und für mich ganz persönlich?

In den letzten Wochen machte die Nachricht von In den letzten Wochen machte die Nachricht von verfügbaren Impfstoffen weltweit Runde und sorgte für hoffnungsvolle Stimmungauch in Deutschland und Europa wird seit einigen Tagen geimpft. Um zu dürfen wir zumindest mit der Hoffnung in das neue Jahr gehen, dass sich langsam aber sicher eine Wende hin zum guten einstellen wird. Auch wenn die harten Maßnahmen auch noch eine ganze Weile im neuen Jahr Bestand haben werden; Der Start der Kampagne kann das lang ersehnte Licht am Ende des Tunnels sein.

Doch dieses Jahr war auch mehr als nur Corona. Wie in jedem Jahr gab es für alle Menschen positive und negative Ereignisse. Für mich persönlich war es alles andere als ein einfaches und schönes Jahr, und so blicke auch ich auf ein in vielerlei Hinsicht schwieriges und trauriges Jahr zurück.

Doch trotzdem dürfen wir hoffen! Hoffen, dass 2021 ein Jahr der Hoffnung, der Zuversicht und der Freude werden kann. Das gilt sowohl für die Pandemie, als auch für die persönlichen Herausforderungen, die jeden einzelnen von uns erwarten werden.

Ich habe mir sehr viele Gedanken gemacht, wie ich als Perspektivwechsel ein solches Jahr angemessen beenden kann.sollte ich noch einen Jahresrückblick schreiben, in dem ich alle wichtigen Ereignisse, Daten, Zahlen und Fakten des Jahres chronologisch aufliste? Oder von meinen persönlichen Höhen und Tiefen schreiben?

Die Wahrheit ist: ich habe keine Worte um angemessen zu beschreiben was dieses Jahr ausgemacht hat. Ich habe keine Worte, die das viele Leid, die Trauer und die Einsamkeit von vielen Menschen angemessen beschreiben könnten.ich habe auch keine Worte dafür, was dieses Jahr in mir persönlich gemacht hat. Aber ich habe Hoffnung darauf, dass 2021 ein besseres Jahr wird. Ich persönlich habe Hoffnung darauf, dass es einen Gott gibt der seine Menschheit und seine Erde nicht im Stich lässt und auch im neuen Jahr mein Begleiter sein wird.

Da ich diese Hoffnung nicht selbst in Worte fassen kann möchte ich das Jahr mit zwei Songtexten beenden, die mich persönlich sehr bewegen.

Es sind Lieder der Hoffnung, der Zuversicht und des Glaubens und besseren Zeiten.Ein Lied ist ein sehr bekanntes Kirchenlied und das andere Lied ist ein aktuelles Lied aus dem Single Charts.Ich möchte diese Texte einfach kommentarlos nebeneinander stellen, und hoffe dass meine Leser durch die Texte etwas von der Hoffnung spüren, wie mir diese Lieder auch geben.und des Glaubens und besseren Zeiten.Ein Lied ist ein sehr bekanntes Kirchenlied und das andere Lied ist ein aktuelles Lied aus dem Single Charts.Ich möchte diese Texte einfach kommentarlos nebeneinander stellen, und hoffe dass meine Leser durch die Texte etwas von der Hoffnung spüren, wie mir diese Lieder auch geben.

In diesem Sinne wünsche ich allen ein frohes, gesegnetes neues Jahr und viel Kraft, Zuversicht und Hoffnung.

Bis ins neue Jahr, wo es dann weitere Artikel zum Thema Leben mit Blindheit auf Perspektivwechsel geben wird.

Von guten Mächten: Dietrich Bonhoeffer 1944(Strophen 1, 2, 5 und 7)

Von guten Mächten treu und still umgeben,

behütet und getröstet wunderbar,

so will ich diese Tage mit euch leben

und mit euch gehen in ein neues Jahr.

Noch will das alte unsre Herzen quälen,

noch drückt uns böser Tage schwere Last.

Ach Herr, gib unsern aufgeschreckten Seelen

das Heil, für das du uns geschaffen hast.

Lass warm und hell die Kerzen heute flammen,

die du in unsre Dunkelheit gebracht,führ, wenn es sein kann, wieder uns zusammen.

Wir wissen es, dein Licht scheint in der Nacht.

Von guten Mächten wunderbar geborgen,

Gott ist bei uns am Abend und am Morgen

und ganz gewiss an jedem neuen Tag.

Sarah Connor: Bye Bye, 2020

Ich hab‘ heute nichts zu tun

Und die Welt hat heute zu

Ich hau‘ mich einfach wieder hin

Denn alles andre macht ja eh kein’n Sinn

Jaja, alles okay

Ich bin okay, aber ne, eigentlich nicht

Denn aus meiner Sicht reicht es langsam

Ich hab‘ keine Lust mehr

Könn’n wir vorspul’n

Und so tun, als wär alles wieder gut?

Und dann feiern wir ’ne fette Party

Laden alle unsre Freunde ein

Steh’n extra ganz dicht beieinander

Und stoßen an aufs Zusammensein

Alt und jung und groß und klein

Keiner mehr zuhaus allein

Weißt du, wovon ich grad am liebsten träum‘?

Dass du mich weckst und sagst, „Es ist vorbei!“

Bye-bye, bye-bye

Dass du mich weckst und sagst, „Es ist vorbei!“

Bye Bye, Bye Bye,

Ich hab‘ Ziegen gemolken

Und Olivenöl gepresst

Hab‘ ’n Kräuterweg gepflanzt

Hab‘ mehr meditiert gegen den Stress

Jaja, ich hätt auch gern ’ne neue Sprache gelernt

Und ganz viel Sport gemacht

Hab‘ ich aber nicht, leider nicht

Und auch nicht genug gelacht

Beim Lernen mit den Kids nur die Hälfte geschafft

Könn’n wir bitte, bitte vorspul’n

Und so tun, als wär alles wieder gut?

Und dann feiern wir ’ne fette Party

Laden alle unsre Freunde ein

Steh’n extra ganz dicht beieinander

Und stoßen an aufs Zusammensein

Alt und jung und groß und klein

Keiner mehr zuhaus allein

Weißt du, wovon ich grad am liebsten träum‘?

Dass du mich weckst und sagst, „Es ist vorbei!“

Bye-bye, bye-bye

Es ist vorbei

Der ganze Sch**ß mit dem Abstand

Ich will nur zurück nach Island

Ich will Nähe und Spaß

Und mit dir trinken aus demselben Glas

Und stell dir vor, du hast ’n Wunsch frei

Ja, dann feiern wir ’ne fette Party

Laden alle unsre Freunde ein

Steh’n extra ganz dicht beieinander

Und stoßen an aufs ZusammenseinAlt und jung und groß und klein

Keiner mehr zuhaus allein

Weißt du, wovon ich grad am liebsten träum‘?

Dass du mich weckst und sagst, „Es ist vorbei!“

Bye-bye, bye-bye

Es ist vorbei

Warum auch ein Leben mit Behinderung Lebenswert ist

Viele Menschen ohne Behinderung reagieren oft mit Mitleid, wenn sie einer Person mit Behinderung begegnen. Als blinder Mensch muss ich mir regelmäßig Sätze wie „Du hast ja ein schlimmes Leben.“ oder „Ich könnte nicht mit dieser Behinderung leben.“ anhören. Dabei ist mein Leben trotz Behinderung nicht weniger Lebenswert und schön, wie ein Leben ohne Behinderung. Warum das so ist erkläre ich dir in diesem Artikel.

Blind und trotzdem glücklich

Ich habe eine Behinderung, die mich schon mein ganzes Leben begleitet. Ich bin blind. Seit 15 Jahren sehe ich auf beiden Augen nichts mehr, zuvor konnte ich zumindest auf dem rechten Auge ein kleines Bisschen sehen. Mein Schwerbehindertenausweis bescheinigt mir einen Behinderungsgrad von 100%, die höchste Stufe, die es gibt. Und das Leben mit Behinderung ist an vielen Tagen weder einfach, noch wirklich schön.Um ganz ehrlich zu sein, oft ist es einfach nur frustrierend, deprimierend und schlimm. Mein Alltag ist voller Herausforderungen und unüberwindbaren Hindernissen, die ich ohne die Behinderung vermutlich nicht hätte. Und trotzdem behaupte ich von mir selbst glücklich zu sein. Ich bin glücklich trotz und gerade wegen der Behinderung. Und ich bin glücklich, ob man mir es glauben mag oder nicht.

Glück mehr als nur ein Gefühl

Aber was heißt es glücklich zu sein? Bin ich nur glücklich wenn es mir gut geht? Und Was brauche ich zum glücklich sein? Für mich persönlich ist Glück mehr als nur ein Gefühl, was sich spontan einstellen kann und ebenso spontan wieder verschwinden kann. Und Glück hat für mich auch wenig mit materiellem Besitz oder körperlicher Unversehrtheit zu tun. Glücklich zu sein ist für mich eher eine Art Lebenseinstellung. Glücklich zu sein bedeutet für mich meinen Blick auf die positiven Dinge im Leben zu richten und dankbar für diese zu sein. Und an positiven Sachen gibt es auch im Leben eines Blinden eine ganze Menge. Ich habe zum Beispiel eine Familie, die mich seit meiner Kindheit liebt und unterstützt und ich habe Freunde fürs leben, die immer da sind, wenn ich sie Brauche. Diese Lieste könnte ich jetzt noch ewig weiterführen.

Die entscheidende Frage ist, ob ich mein Leben von negativen Gedanken und Vorurteilen bestimmen lasse oder ob es mir gelingt den positiven Dingen im Leben mehr Gewicht zu geben. Das klingt jetzt vielleicht nach einem super einfachen Rezept, was man immer und zu jeder Zeit schnell anwenden kann und damit ohne Krisen durchs Leben kommt. Ich kann dir verraten: genau das ist es nicht.

Wenn die Blindheit zur Belastung wird

Das Leben ist nie immer nur einfach, schön und eine Leiter auf der es nur nach oben geht. Harte Zeiten in denen man das Gefühl hat das gerade nichts positives passiert und es Berg ab geht gehören auch zum Leben dazu. Nicht anders geht es mir da im Umgang mit meiner Blindheit. Es gibt Tage, an denen sich die Blindheit wie eine große Belastung anfühlt. Tage, an denen sich das Leben mit dieser Behinderung wie ein unüberwindbarer Berg anfühlt. An solchen Tagen will es mir einfach nicht gelingen den Blick auf positive Dinge zu lenken. Dann fühlt sich dieses Handicap einfach unerträglich an und ich möchte am liebsten Gott und meine gesamte Umwelt anklagen. Meine Antwort auf solche Tage heißt: auch solche Gefühle für diesen Moment einfach mal zu- und rauslassen. Als Kind und Jugendlicher habe ich immer versucht negative Gefühle über meine Blindheit zu verdrängen.. Ich wollte immer der sein, der nie traurig ist, seine Behinderung absolut unter Kontrolle hat und die Herausforderungen des Lebens mindestens genau so meistert wie Menschen ohne Behinderung. Negative Gefühle zu empfinden habe ich oft als eigene Schwäche gewertet. Heute als Erwachsener weiß ich, dass verdrängen keine gute Strategie ist. Ich habe gelernt zuzugeben, wenn es mir nicht gut geht und ich habe Wege gefunden negative Gedanken herauszulassen und sie zu verarbeiten. Ob ein ausgedehnter Spaziergang durch den Park, ein Stadtbummel oder ein gutes Gespräch mit Freunden; es gibt mittlerweile viele Möglichkeiten mich aus solchen negativen Gedankenstrudeln zu befreien.

Wenn man nur auf die Blindheit reduziert wird

Jetzt habe ich viel über meinen eigenen Umgang mit der Blindheit gesprochen, aber wie sieht es eigentlich bei meinen Mitmenschen aus, wenn sie mit meiner Behinderung konfrontiert werden? Um ehrlich zu sein; sehr oft erlebe ich Skepsis und nicht selten auch Ablehnung, weil ich blind bin. Nicht immer sind Skepsis und negative Vorurteile böse gemeint, die aller meisten Menschen haben keine Erfahrungen mit blinden Menschen gemacht und reagieren deshalb zunächst zurückhaltend auf mich. Schwierig ist es für mich trotzdem mit dieser Zurückhaltung umzugehen. Und es ist auch alles andere als schön, wenn meine Behinderung jedesmal das auffälligste Merkmal ist, was anderen Menschen an mir auffällt. Vor einigen Tagen war ich in der Arztpraxis meines Hausarztes. Als ich gerade dabei war mich in die Warteschlange einzureihen rief eine der Krankenschwestern: „Ach da ist ja wieder der Blinde!“ Für einen kurzen Moment wurden alle Gespräche in der Praxis unterbrochen und ich habe gespürt wie sich alle zu mir umgedreht haben un „den Blinden“ zu sehen. Sicher hat es die Krankenschwester alles andere als böse gemeint. Vielleicht wollte sie die herumstehenden Leute mit ihrem Ausruf nur zu mehr Vorsicht aufrufen. Für mich war es trotzdem eine sehr verletzende und unangenehme Situation. Ich möchte nicht „Der Blinde“ sein. Ich bin Johannes Schneider, 25, Student, Fußball-Fan, manchmal unordentlich, Humorvoll, Dunkelhäutig und auch blind… Es gibt so viele Dinge, die mich als Mensch ausmachen. Sicher gehört die Blindheit da auch dazu, aber sie ist nicht das, Einzige, was mich zu dem Menschen macht der ich bin.

Wenn ich samstags Schalke 04 und Eintracht Frankfurt in der Bundesliga anfeuere hat das nichts mit meiner Blindheit zu tun. Wenn ich mit meinen Freunden in einer Cocktailbar sitze ist es egal ob ich blind bin oder nicht. Und auch wenn ich Texte für die Uni lese macht meine Blindheit keinen Unterschied.

Ich spiele Fußball im Verein, ich bin Student, habe einen tollen Freundeskreis, konnte mein Abitur als Inklusionsschüler schreiben und genieße das Leben im Ruhrgebiet. Das soll kein auflisten von Erfolgen sein mit denen ich prahlen will, sondern nur zeigen, dass es in meinem Leben weit mehr gibt als nur die Behinderung.

Und trotzdem wird es immer Menschen geben, für die ich nur „Der Blinde“ bin und bleiben werde. Wenn Menschen nichts mit einem zu tun haben wollen nur weil man eine Behinderung hat tut das einfach nur weh. Wenn langjährige zwischenmenschliche Beziehungen in die Brüche gehen weil Menschen in dir nur das Handy-Cap sehen ist da nichts als Schmerz und Frust der bleibt. Wenn an der Uni oder früher in der Schule Partys gefeiert werden und du ausgeladen wirst mit der Begründung wir wollen keine Belastung haben und blinde können ja sowieso nicht spaß haben fühlst du dich machtlos und beginnst dich und die Behinderung selbst abzulehnen.

Doch wie geht man damit um? Wie so oft gibt es auch hierfür kein Rezept, welches man immer und unkompliziert anwenden kann. Was mir am besten hilft zu versuchen meinen Selbstwert weder von meiner Blindheit, noch von den Meinungen anderer Menschen abhängig zu machen. Auch das ist nicht immer einfach. Das zu beherzigen und zu verinnerlichen ist eine Aufgabe fürs Leben. Aber ich kann versuchen jeden Tag besser darin zu werden.

Letztlich ist es sowieso so, dass ich nicht darüber entscheiden kann was andere Menschen über mich denken. Wenn jemand in mir nur den Blinden sieht und den Kontakt deshalb ablehnt kann ich nur versuchen mich davon nicht soweit beeinflussen zu lassen, dass ich in mir auch nur noch die Behinderung sehe. Gleiches gilt für andere Situationen, in denen ich nur auf die Behinderung reduziert werde.

Helfen können hierbei in erster Linie Familie und Freunde. Es tut gut in einem Umfeld zu Leben, in dem meine Behinderung keine große Rolle spielt. Mein Umfeld vermittelt mir das Gefühl, dass mein Leben genauso viel Wert ist wie alle anderen.

Für mich bedeutet dies in erster Linie: Veränderung beginnt bei mir selbst. ich möchte selbst stärker darin werden meine Behinderung so anzunehmen wie sie ist und das Beste daraus machen. ich möchte selbst stärker darin werden meine Behinderung so anzunehmen wie sie ist und das Beste daraus machen. Viele Menschen haben mir gesagt, dass mich meine Blindheit zu einem besonderen Menschen macht, aber dass sie darin hauptsächlich positive Dinge und Eigenschaften in mir sehen. Genau das ist auch meine Einstellung: natürlich gehört die Blindheit zu meinem Charakter dazu und macht mich in manchen Situationen vielleicht auch ein bisschen besonders, aber das muss ja nicht automatisch negativ sein. Vielmehr möchte ich die positiven Besonderheiten der Blindheit nutzen. Und vielleicht gelingt es mir ja genau das nach außen hin aus zu strahlen und somit die ein oder anderen Vorurteile gegen das Handikap zu beseitigen.

Blindenfußball-Bundesliga startet in Erfurt

Endlich ist es wieder soweit! Auch in der Blindenfußball-Bundesliga(DBFL) rollt ab dem kommenden Wochenende wieder das Rasselnde Leder. In Erfurt startet die 13. Saison, in der insgesamt sechs Teams, um den Titel kämpfen. Perspektivwechsel hat die wichtigsten Infos zu den teilnehmenden Mannschaften, dem Spielmodus und Spielorten zusammengestellt

Diese Teams sind dabei

Sechs Teams aus ganz Deutschland kämpfen um die begehrte Trophäe. Die Fans dürfen sich dieses Jahr über einen prominenten Neuling freuen. Hertha BSC Berlin, bekannt aus der Bundesliga im sehenden Fußball gründete jüngst eine eigene Abteilung für Blindenfußball und geht in einer Spielgemeinschaft mit dem PSV Köln nun auch in der Blindenfußball-Bundesliga auf Titeljagd. Insgesamt setzt sich das Teilnehmerfeld aus folgenden Teams zusammen: Sportfreunde blau-gelb Blista Marburg (Titelverteidiger), FC ST. Pauli, FC Schalke 04, Borussia Dortmund, MTV Stuttgart SG PSV Köln/Hertha BSC Berlin.

Der Modus

Die Corona – Pandemie hat auch Auswirkungen auf den Blindenfußball. So wurde der Liga Start von Mitte Mai auf Mitte September verlegt. Doch auch im Spielbetrieb sind die Auswirkungen noch spürbar. So wird der deutsche Meister nicht wie in den letzten Jahren in Hin- und Rückrunde ausgespielt, sondern in einer einzigen Runde jeder gegen jeden und einem Finalspieltag, an dem der Fünftplatzierte gegen den Sechsplatzierte, der Drittplatzierte gegen den Viertplatzierten und der Erstplatzierte gegen den Zweitplatzierten die Abschlusstabelle ausspielen. Ebenfalls anders ist, dass zwischen den einzelnen Spieltagen nicht wie sonst üblich 4-6 Wochen liegen, sondern dass die gesamte Saison im Zeitraum vom 12.09. bis zum 24.10. ausgetragen wird. Insgesamt gibt es vier Spieltage. Diese finden neben Erfurt noch in Dortmund (19.09. – 20.09.), Hamburg (10.10. – 11.10.) und Magdeburg (24.10.) statt. Somit wird diese Saison mit Abstand die kürzeste in der Geschichte des deutschen Blindenfußballs sein.

Wer ist Titelfavorit?

Wurde die Liga in ihren anfangs Jahren vor allem von Stuttgart und Marburg dominiert, kristallisierte sich in den letzten Jahren vor allem das Duell zwischen dem FC St. Pauli und Marburg als Kampf um den Titel heraus. Dennoch ist eine Prognose dieses Jahr besonders schwierig. Es bleibt abzuwarten, wie die einzelnen Teams die coronabedingte Trainingspause verkraftet haben, und welche Mannschaft am besten mit dem dicht getakteten Spielplan zurecht kommen wird.

Der Spielplan

1. Spieltag, 12.09. in Erfurt(Domplatz):

11:00 Uhr: SF BG Blista Marburg – FC Schalke 04

13:00 Uhr: FC St. Pauli – Borussia Dortmund

15:45 Uhr: SG PSV Köln / Hertha BSC – MTV Stuttgart

2. Spieltag, 19.09.-20.09. Dortmund(Derner Str. 423B):

Samstag:

10:00 Uhr: SF BG Blista Marburg – FC St. Pauli

13:00 Uhr: Borussia Dortmund – MTV Stuttgart

16:00 Uhr: FC Schalke 04 – SG PSV Köln / Hertha BSC

10:00 Uhr: FC St. Pauli – MTV Stuttgart

Sonntag:

13:00 Uhr: SF BG Blista Marburg – SG PSV Köln / Hertha BSC

15:0 0:00 Uhr:

Borussia Dortmund – FC Schalke 0415:0 0:00 Uhr:Borussia Dortmund – FC Schalke 04

Dritter Spieltag, 10. Oktober – 11. Oktober Hamburg (Borgweg 17A)

10:00 Uhr:SG PSV Köln / Hertha BSC – Borussia Dortmund

13:00 Uhr: SF BG Blista Marburg – MTV Stuttgart

16:00 Uhr: FC St. Pauli – FC Schalke 04

Sonntag:

10:00 Uhr:SF BG Blista Marburg – Borussia Dortmund

13:00 Uhr: MTV Stuttgart – Fc Schalke 04

15:00 Uhr: FC St. Pauli – SG PSV Köln / Hertha BSC

Vierter Spieltag, 24. Oktober Magdeburg (Domplatz)

10:30 Uhr: Spiel um Platz 5

14:00 Uhr: Spiel um Platz 3

15:45 Uhr: Spiel um Platz 115:45 Uhr: Spiel um Platz 1

Das online Portal blindenfussball.net bietet Audio – Spielbeschreibungen zu allen Spielen, sowie ausführliche Hintergrund Infos an. Auf Perspektivwechsel gibt es zeitnah alle Ergebnisse und wichtigsten Infos kurz zusammen gefasst.

Corona-Krise: Ein Wochenbericht aus dem Home-Office

Keine Frage, die Corona-Krise verlangt allen Menschen zurzeit viel ab. Das öffentliche Leben steht still, soziale Kontakte sind fast nur noch digital möglich und auch sonst verändern die Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie unseren Alltag. Zu Hause bleiben ist aktuell das oberste Gebot.
Doch was tun, damit einem nicht die Decke auf den Kopf fällt?
Ein Wochenbericht aus dem Home-Office J. Schneider in Kassel.
Von Online-Vorlesungen, Gottesdiensten auf dem Sofa und digitalen Spieleabenden.

Stell dir vor es ist Uni, und niemand geht hin

Mittwochmorgen 08:00 Uhr:
Eigentlich ein ganz normaler Morgen Ende April in Kassel. Das Sommersemester hat vor wenigen Tagen begonnen, die Sonne scheint, die Vögel singen und ich versuche mich mehr oder weniger erfolgreich für eine Vorlesung in der Uni vorzubereiten. Wer hat eigentlich festgelegt, dass Vorlesungen bereits um 08:00 Uhr beginnen dürfen? Und wie war das noch gleich; Studenten können jeden Tag bis mindestens 12:00 Uhr ausschlafen, weil man ja sowieso nicht vor 16:00 Uhr in der Uni sein muss?
Entweder ich studiere das Falsche, oder aber an diesen Vorurteilen ist nichts dran. Und so quäle ich mich aus dem gemütlichen Bett und rüste mich mit Laptop aus. Ganz normal also?
Nein, etwas ist anders an diesem Tag, denn statt in die überfüllte Straßenbahn, die mich zur Uni befördert geht es nur ein paar Schritte weit bis zu meinem Schreibtisch. Online-Vorlesung statt Präsenzlehre steht heute auf dem Plan. Und nicht nur heute, sondern wo möglich das ganze Semester. Nicht etwa, weil die Universität Kassel die Digitalisierung für sich entdeckt hat, sondern weil Corona-Krise ist. Und so komme ich in den Genuss den Ausführungen meines Theologie-Professors vom Schreibtisch aus zu lauschen.
Im Großen und Ganzen eine ganz entspannte Sache dieses Home-Office. Und für mich in vielen Punkten auch viel einfacher. Ich muss mich nicht in eine überfüllte Straßenbahn quetschen, muss mir niemanden organisieren, der mich zu meinem Hörsaal bringt und Angst, mich auf dem unübersichtlichen und verwinkelten Campus zu verlaufen, muss ich auch nicht haben.
Statt großer und voller Hörsaal entspanntes (fast) leeres Wohnzimmer.
Doch die Nachteile zeichnen sich ebenso schnell und deutlich ab. Keine Kommilitonen und Freunde, mit denen man sich über die Inhalte austauschen kann, kein Professor, dem man direkt Fragen stellen kann und keine Diskussionen. Und das Wichtigste: Keine Treffen mit Freunden in der Mensa nach, vor oder zwischen den Veranstaltungen. Meine Freunde, mit denen ich normalerweise ein- bis zweimal pro Woche mensen gehe; sie fehlen mir jetzt schon. Und das Semester hat gerade erst begonnen; das kann ja heiter werden.

Arbeiten im Homeoffice:Johannes liest in der Blindenschrift-Bibel
Arbeiten im Homeoffice:Johannes liest in der Blindenschrift-Bibel


Mensen mal anders

Mittwoch 12:00 Uhr:
Die Online-Veranstaltungen der Uni habe ich mehr schlecht als recht hinter mich gebracht. Also habe ich mir ein leckeres Mittagessen verdient. Also ab mit Freunden in die Mensa und eine leckere Portion holen … ach nein, halt Stopp! Da war ja was; Corona und so… Also doch wieder nur Nudeln mit Pesto? Oder Essen bestellen beim Lieferdienst des Vertrauens? „Aber Bestellen ist so teuer und wir haben doch erst letzte Woche bestellt und… Ach egal, besondere Zeiten erfordern besondere Maßnahmen!“ Also doch gute italienische Pizza anstatt Dosenravioli.“Beim nächsten Mal wird dann aber wirklich selbst gekocht! Also wirklich…“ Vielleicht ja ein Rezept, was das Studierendenwerk der Uni Kassel aus der Mensa gepostet hat? Oder doch nur Tiefkühlpizza? Da stellt einen die Krise vor ganz neue Herausforderungen.

Wenn der beschauliche Stadtteilpark zum angesagten Hottspott wird

Mittwoch 16:30 Uhr:
In meinem Stadtteil gibt es einen kleinen Park. Eigentlich nichts Besonderes; ein paar Spazierwege, ein winziger Bach der, wenn er nicht gerade ausgetrocknet ist; mitten hindurchfließt, einige Bäume und hin und wieder Sitzbänke.
In der Regel trifft man hier eher wenig Menschen, doch in Zeiten von „Wir bleiben zu Hause“ ist alles anders. Denn einfach nur zu Hause sitzen bleiben halten die meisten dann doch nicht die ganze Zeit durch. Und so geht es für viele ab in den Stadtteilpark. Und so hat es den Anschein, als ob der gesamte Stadtteil im Park spazieren geht. Spazieren gehen als neuer Volkssport? Warum eigentlich nicht? Wetter ist ja traumhaft schön in diesen Tagen und so begebe ich mich ebenfalls in den neuen Hottspott-Park Bossentalpark-Kassel-Fasanenhof. Dir sagt dieser Park nichts? Kein Problem, bestimmt kommt der noch ganz groß raus; irgendwann in der Post-Corona-Epoche.

Kaffelust und Unifrust:

Donnerstag 10:30 Uhr: Der Kaffee und das Frühstück schmecken ausgezeichnet, die Online-Veranstaltungen der Uni dafür umso weniger. Denn obwohl man meinen sollte, das mit einem digitalen Semester für blinde Menschen alle Sorgen erledigt sein müssten, stellen sich durchaus größere Schwierigkeiten für mich ein. So kann ich beispielsweise gleich mehrere hochgeladene Präsentationen der Professoren und Dozenten an meinem Laptop nicht öffnen, da meine Sprachausgabe diese nicht auslesen kann. Die Erklärvideos, die in den Präsentationen verarbeitet sind und uns Studierenden beim Durchblättern der Folien helfen sollen, sind an und für sich eine sehr gute Sache, bringen mir jedoch auch nichts, wenn ich die Präsentationen nicht öffnen kann. Wie gut, dass ich für solche Fälle Studienassistenzen habe, die mir die Präsentationen und Dokumente in für mich lesbare Form umwandeln können. Das sind ganz ganz liebe Menschen aus meinem Freundeskreis, die sich bereiterklärt haben, neben ihrem eigenem Studium mich zu unterstützen und überall einzuspringen, wo ich alleine nicht weiterkomme.Ohne diese Menschen könnte ich mein Studium sofort abbrechen! An dieser Stelle ein ganz ganz dickes Dankeschön und eine virtuelle Umarmung mit ganz viel Liebe an meine Studienassistenzen.

Ein Hoch auf das Digital-Oldschoolzeitalter

Freitag 20:00 Uhr:
Was wurde nicht schon alles über die jüngere Generation geschimpft. Wir, die Kinder der 90er und frühen 2000er, die mehr oder weniger mit Internet, Computer und etwas später auch mit Handys groß geworden sind, müssen uns schon so Einiges anhören. Spöttisch nennt man uns die Generation „Kopf nach unten“ oder interpretiert das Y in der Bezeichnung Generation Y als Daumen-Hoch-Emojy von Facebook. Telefonieren können wir ja sowieso nicht, weil wir ja nur noch über Messenger-Dienste kommunizieren. Gelegentlich lassen wir uns auch mal zu Audio-Nachrichten hinreißen; aber bitte nicht länger als 2:30min. Telefonieren oder Briefe schreiben ist doch irgendwie Oldschool … oder etwa doch nicht?
Seit social-distancing unser Leben bestimmt, wird in Deutschland und weltweit nachweislich wieder öfter telefoniert. Nicht etwa mit diesen total komischen Geräten mit Schnur und Tasten aus den 90ern, sondern ganz modern mit Smartphone oder Laptop. Wir verabreden uns ganz traditionell und doch modern in Chat-Rooms, wir führen Telefonate und veranstalten Spieleabende. Somit sind wir oldschool, aber gleichzeitig innovativ und zukunftsorientiert.
Der Spieleabend mit Freunden ist eine tut gut und ist eine tolle Ablenkung zum alleine sein, jedoch ist es nicht das gleiche wie sich im wirklichen Leben zu treffen. Gleiches gilt für Telefonate und Chatten. Also nach der Corona-Krise vielleicht doch etwas mehr Oldschool als Digital!

Traumreise ins Ruhrgebiet

Samstag 15:30 Uhr:
Zeit für die Bundesliga! Eintracht Frankfurt hat heute eine ganz besondere Aufgabe vor der Brust. Es geht gegen … niemanden! Natürlich hat die aktuelle Situation auch Auswirkungen auf den Sport und so findet kein Fußball statt.
So ganz will ich aber nicht auf Stadion-Atmosphäre verzichten.
Und deshalb wird unser Wohnzimmer kurzer Hand zum Stadion um dekoriert. Stadion bauen statt Fußball schauen heißt für diesen Samstagnachmittag unser Motto. Und so schaffen wir es ein 3d-Modell der Veltins-Arena von Schalke 04 zu basteln. Passend dazu krame ich meinen Blindenfußball vom Dachboden hervor. Jetzt schmücken Veltins-Arena und Fußball unsere Wohnung und sorgen für ein wenig Fußball-Stimmung.


Blick auf gepuzzelte Tribüne von 3D-Modell.

Blick auf gepuzzelte Tribüne von 3D-Modell.

Außerdem erinnert uns die Veltins-Arena an das Ruhrgebiet. Ob man es glaubt oder nicht, aber meine Frau und ich sind große Fans vom Ruhrgebiet. Der Pott; das bedeutet für uns die Region wo viele Freunde von uns Leben, die Region, in der wir nach Corona mal leben möchten und die Region, wo wir gefühlt wöchentlich samstags hinfahren.
Mit Ausflügen nach Essen, Bochum oder Dortmund ist es zurzeit etwas kompliziert, aber dafür muss unser Wohnzimmer eben als Mini-Ruhrgebiet herhalten. Passend dazu habe ich eine Blindenschriftlandkarte von Nordrhein-Westfalen, auf der auch die wichtigsten Ruhrgebietsstädte verzeichnet sind. Wenn schon nicht im echten Leben, dann wenigstens ein Ausflug mit dem Finger auf der Landkarte.

Dazu am besten noch eine leckere Currywurst mit Pommes und ein gekühltes Bier. Grönemeyers Hit „Bochum“ oder das Steiger Lied dürfen selbstverständlich auch nicht fehlen.
Du fragst dich, wieso wir das Ruhrgebiet mögen und später dort leben wollen? Du denkst das Ruhrgebiet ist grau und hässlich? Als Blinder sag ich dir: „Grau, Grün, Blau oder weiß; für mich sieht alles gleich aus!“ Und ansonsten „Glück Auf!“ Ker ker, Watt bessres gibbet nich!

Einfach mal ne Runde kicken

Samstag 19:00 Uhr:

Wenn man schon ein 3-D Modell eines Fußballstadions im Wohnzimmer stehen hat, kribbelt es einem als Fußballfan ganz schön im Fuß. Und so schnappen wir uns den Blindenfußball und stürmen die Wiese vor unserer Haustür. Eine kleine Trainingseinheit Blindenfußball kann nicht schaden! Zwar gleicht die Wiese eher einem Acker als dem gepflegten Rasen in der Veltins-Arena, jede Menge Spaß haben wir aber trotzdem. Was unsere Nachbarn davon halten, dass unser Stadtteil neben einem angesagten Park jetzt auch ein Blindenfußball-Stadion hat, ist bislang noch nicht überliefert.

Johannes trippelt mit dem Blindenfußball auf einer Wiese mit Bäumen
Johannes trippelt mit dem Blindenfußball auf einer Wiese mit Bäumen

Ausgehen in der Balkonia-Bar Kassel

Samstag 22:30 Uhr:
Saturday Night, let’s have some fun…, doch nicht einmal die Clubs, Bars und Kneipen auf der „Fritze“ Kassels Party-Meile, die außer am Wochenende Friedrich-Ebert-Straße heißt, haben zur Zeit geöffnet.
Aber alles kein Problem, denn es gibt eine neue Bar in Kassel, die alles bis her Dagewesene in den Schatten stellt. Ich rede von der „Balkonia-Bar-Kassel“. Kennt ihr nicht? Noch so etwas, was in der Post-Corona-Epoche groß rauskommen wird. Best Cocktails in Town gemixt von der besten Barkeeperin der Stadt und selbstverständlich die angesagteste Musik aufgelegt vom angesagtesten DJ des Landes, dazu reinstes Summer-Feeling; und das alles umsonst und draußen. Naja, das mit dem umsonst stimmt natürlich nicht wirklich und ob unser Balkon jemals zur angesagten Bar wird darf zumindest bezweifelt werden. Trotzdem schmecken die selbstgemixten Cocktails ausgezeichnet.

2 Cocktails auf dem Tisch auf dem Balkon
2 Cocktails auf dem Tisch auf dem Balkon

Und Kirche kann eben doch modern

Sonntag 10:00 Uhr:
Ich weiß, viele nutzen den Sonntagvormittag lieber zum Ausschlafen als in den Gottesdienst gehen. Kirche ist doch nur was für alte Menschen und viel zu langweilig sind wohl die größten Vorurteile gegen die Kirche. Doch lass dich einmal auf einen Gottesdienst ein und du wirst dein blaues Wunder erleben; und dieses Mal rede ich nicht von einem Königsblauen Wunder vom FC Schalke 04. Kirche ist modern, weltoffen, aktuell und vor allem hilft ein Gottesdienst bei der Bewältigung der aktuellen Krise.
Du willst aber nicht in die Kirche gehen? Du weißt nicht wo der nächste Gottesdienst stattfindet? Näher als du denkst, nämlich bei dir zu Hause auf der Couch. Keine Sorge, es kommen kein Pfarrer und auch keine Gemeindemitglieder zu dir nach Hause, zumindest nicht persönlich. Aufgrund der aktuellen Lage werden zurzeit sämtliche Gottesdienste online zu dir auf die Couch gestreamt. Und du musst dir keine Gedanken machen, was du für Kleider in einem Gottesdienst anziehen sollst. Digitaler Gottesdienst funktioniert in der Jogginhose genauso wie im Sonntagshemd.
Für mich ist dies der wichtigste Termin im Home-Office J. Schneider, weil ich hier die Kraft bekomme, die man in dieser Krise benötigt.

Wie sieht zur Zeit euer Alltag aus und wie vertreibt ihr euch die Zeit?gerne könnt ihr mir einen Kommentar hinterlassen. Unter diesem Beitrag als Kommentar, auf Facebook oder als Persönliche Nachricht.

Wie Corona das Leben von Blinden beeinflusst

Das Corona-Virus verändert zurzeit das Leben Aller Menschen. Home-Office und Social-distancing sind zu bestimmenden Merkmalen unseres Alltags geworden. Das öffentliche Leben ist quasi zum erliegen gekommen und jeder muss sich wohl oder übel zu Hause beschäftigen.
Doch was bedeutet die Corona-Kriese für blinde Menschen und wie können sie damit umgehen?
Ein Bericht aus meinem Alltag.

Abstandsregeln beachten nur schwer möglich

Eine der wichtigsten Maßnahmen zur Eindämmung des Virus ist das Abstandhalten zu anderen Menschen im öffentlichen Raum. 1,5-2m wird als Mindestabstand empfohlen. Doch für einen blinden Menschen ist es alles andere als einfach auf den Abstand zu den Mitmenschen zu achten.
Anderthalb Meter; das ist in etwa eine Blindenstocklänge. Doch trotzdem fällt es gerade in der Öffentlichkeit schwer Menschen nur mit dem Gehör möglichst genau zu lokalisieren. Wenn sich die Mitmenschen gar nicht oder kaum bewegen ist das Wahrnehmen nahezu unmöglich. Vor allem die Nutzung des ÖPNV oder das Warten in einer Schlange wird so zur fast unlösbaren Aufgabe.
Abhilfe schaffen einzig aufmerksame Mitmenschen, die mir Mitteilen wie groß die Entfernung zwischen ihnen und mir ist.
Zudem ist es schwierig, jemanden zu finden, der mich in der Öffentlichkeit begleitet und mich führt. Besonders wenn ich mich in einem Gebiet nicht gut auskenne suche ich mir eine Begleitperson, bei der ich mich einharken kann, um mich von ihr führen zu lassen. Doch genau dies ist unmöglich, wenn man den Mindestabstand einhalten möchte. Somit bin ich noch mehr auf mich alleingestellt und muss mich ohne sehende Hilfe zu Recht finden. Auch im Supermarkt ist es deutlich schwieriger eine Einkaufsbegleitung zu bekommen.

_ Berührungsverbot von Gegenständen in der Öffentlichkeit sorgt für Einschränkungen bei der Orientierung_
Immer wieder wird in den Medien davon gesprochen, dass sich die Corona-Bakterien auf einigen Oberflächen von Gegenständen mehrere Tage halten können. Deshalb wird dringend davon abgeraten Gegenstände wie Haltegriffe oder Metalloberflächen zu berühren.
Gerade die Berührung von Gegenständen ist für viele blinde Menschen jedoch wichtig, um sich zu orientieren. Suche ich beispielsweise in der Bahn nach einem Sitzplatz bleibt mir gar nichts anderes möglich, als die Sitze und Haltegriffe zu berühren. Ähnlich sieht es mit der Orientierung in Geschäften oder draußen aus. Egal ob ein Geländer an einer Treppe, Blindenschriftmakierungen an Aufzügen und Aufgängen zu Gleisen am Bahnhof oder das Abtasten einer Wand um eine Tür oder ein anderes Orientierungsmerkmal zu suchen; all das ist durch das Berührungsverbot kaum noch möglich.
In meinem Leben spielt sich ein großer Teil über die Haptik, also das ertasten meiner Umgebung ab. Natürlich kann man sich mit dem Tragen von Handschuhen gegen das Virus schützen, jedoch ist das Erfühlen dann nur noch eingeschränkt möglich. Eine Blindenschriftmakierung wird mit normalen Handschuhen beispielsweise unlesbar.

_ Verringertes Angebot im ÖPNV macht blinde weniger mobil _
Seit dem in Deutschland das öffentliche Leben nahezu zum Stillstand gekommen ist wurde auch der Öffentliche Personennahverkehr (ÖPNV) spürbar reduziert.
Dies bedeutet für mich ebenfalls eine starke Einschränkung in meinem Leben, da Blinde Menschen besonders stark auf öffentliche Verkehrsmittel angewiesen sind. Zwar birgt das Fahren mit Bus oder Bahn ein erhöhtes Ansteckungsrisiko, jedoch gewährleistet einzig ein stabiler Nahverkehr eine gute Mobilität. Da ich nicht auf Auto oder Fahrrad umsteigen kann muss ich mit den deutlichen Mobilitätsbeschränkungen leben.
Einzig eine Taxifahrt wäre möglich, jedoch sind auch diese eher eingeschränkt verfügbar und zudem um ein vielfaches teurer als die Bahnfahrt.

Social-Distancing als größte Herausforderung
AbstandHalten, nichts in der Öffentlichkeit anfassen oder die Einschränkungen in der Mobilität sind für sich genommen schon große Herausforderungen, doch am schwierigsten sind für mich die Kontaktbeschränkungen, die unser Leben seit einigen Wochen stark beeinflussen. Am schwierigsten deshalb, weil diese Regelungen neben den Herausforderungen für meine Blindheit auch noch eine soziale Komponente haben.

Wie bereits erwähnt ist es zurzeit schwierig Menschen zu finden, die mich Führen oder beim Einkaufen helfen. Darüber hinaus ist es nicht einfach auf Treffen mit Familie und Freunden zu verzichten. Um nicht ganz in der Isolation zu versinken gibt es ja einige Möglichkeiten, um auf digitalem Wege den Kontakt aufrechtzuerhalten. Doch leider sind vieles davon für mich nicht oder nur erschwert nutzbar, da viele Plattformen nicht mit meinem Laptop oder iPhone mit Sprachausgabe bedienbar sind.
Viele Menschen schicken sich zur Zeit Videos oder Fotos ihrer Aktivitäten im Home-Office zu. Bilder und Videos sind für mich allerdings nur selten zugänglich. Besser sind hier Sprachnachrichten oder Telefonate, da ich so auch die Stimme des Gesprächspartners wahrnehmen kann.
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_ Nicht alles ist schlecht _

Trotz der vielen Hindernisse, die die aktuelle Zeit mit sich bringt ist längst nicht alles schlecht und aussichtslos. Sehr positiv nehme ich der Zeit wahr, dass sich viele Menschen erkundigen, wie ich als blinde Person die Kriese bewältige und wie man mir helfen kann. Auch in der Öffentlichkeit reagieren die meisten Leute sehr verständnisvoll auf meine Blindheit.
Mit Familie oder Freunden zu telefonieren tut mir gerade sehr gut und gibt mir viel Energie.
Die Corona-Kriese hat für blinde Menschen einige besondere Herausforderungen, ist jedoch für mich zu bewältigen.